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Best Practices für den IoT-Einsatz in der Lieferkette

Die Implementierung von IoT-Technologie in die Supply Chain ermöglicht einige Verbesserungen. Hier sind fünf Tipps, damit der Einsatz von IoT klappt.

Um mehr Sichtbarkeit und Kontrolle zu erhalten, ist die Nutzung von IoT-Technologie (Internet of Things beziehungsweise Internet der Dinge) im Supply Chain Management (SCM) ein wichtiger Trend, der aktuell an Fahrt aufnimmt.

Doch wie bei jeder Technologie ist die effektive Implementierung von IoT-Sensoren, -Software, -Plattformen und angeschlossenen Geräten eine heikle Angelegenheit und erfordert Vorplanung, eine Strategie und viel Arbeit. Man kann zum Beispiel nicht einfach IoT-Sensoren auf Produktverpackungen befestigen und erwarten, dass dies eine Lösung ist, die nahtlos deren Bewegungen verfolgt.

Es ist die harte Wirklichkeit, mit der praktisch alle Unternehmen konfrontiert sind: Supply Chain Management ist ein vielseitiges System mit vielen beweglichen Teilen, und das Hinzufügen von IoT-Technologie in einer effektiven Weise ist nicht trivial. Es ist also wichtig zu lernen. Man sollte folgende fünf Best Practices vor der Implementierung beachten.

1. Das Supply-Chain-Fundament überprüfen

Der erste Schritt ist der wichtigsten, wenn man IoT-Technologie im Supply Chain Management einsetzen möchte, um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Der Grund ist, dass die Integration von IoT in eine fehlerhafte Lieferkette die Dinge nur komplizierter macht, sagt Gartner Analyst Christian Titze.

Ein Unternehmen sollte bereits die Grundtechnologien in die Supply Chain integriert haben, welche Enterprise Resource Planning (ERP) und Master Data Management (MDM) verwalten. Die Entscheidungen über die Supply Chain sollten von betroffenen Mitarbeitern (Stakeholder) kommen, die Funktionen des Systems gemeinsam einsetzen, erläutert er. Um erfolgreich zu sein, erfordert IoT im Supply Chain Management beide Aspekte – integrierte Technologie und Stakeholder, die die Silosicht hinter sich lassen. „In einem idealen Szenario“, sagt Titze „sollte eine Supply Chain eine End-to-End-Ansicht bieten. In Silos kann das nicht funktionieren.“

Das Internet der Dinge hat das Potenzial, Echtzeit-Informationen durchgängig zu erfassen – von der Produktion bis hin zum Transport – und jede Behinderung wird diese umfassende Sicht verhindern. Eine starke Grundlage ist die Integration von ERP in die Lieferkette, die Harmonisierung der Stammdaten und die enge, transparente Zusammenarbeit mit Herstellern, Lieferanten und Lieferteams.

2. Bewertung von Supply-Chain-Problemen

Man sollte nicht in den Einsatz von IoT-Technologie hineinhetzen, wenn nicht sicher ist, wie und wo sie eingesetzt wird. Unternehmen müssen sich fragen, welche Bereiche der Lieferkette sie verbessern wollen, und dann lernen, welche Technologien ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen, sagt Bill McBeath, Chief Research Officer bei ChainLink Research.

„Evaluieren Sie IoT unter anderen Technologien, um zu sehen, ob es tatsächlich der intelligenteste Weg ist, ein Problem zu lösen“, sagt er. Da der Einsatz von IoT im Supply Chain Management für viele Unternehmen noch neu ist, sollten man sich genau ansehen, wie Unternehmen, die IoT erfolgreich einsetzen, das machen. Forrester Analystin Michele Pelino empfiehlt, einen Blick auf Zara zu werfen.

Der spanische Bekleidungshändler integrierte in sein Distributionszentrum IoT-Sensoren, mit denen bis zu 60.000 Kleidungsstücke pro Stunde sortiert werden können. Diese Informationen werden an die MDM-Technologie des Unternehmens weitergeleitet, was die Verkaufsentscheidungen in den Filialen und Online-Kanälen prägt. „Sie haben IoT mit umfassenden End-to-End-Prozessen integriert“, sagt sie.

Eine andere Firma, von der man etwas lernen kann, ist der Werkzeughersteller Stanley, der seine Produktionsprozesse mit IoT-Sensoren verbessert hat, erläutert Pelino. Die Sensoren lassen Stanley alle Schritte tracken, die die Maschinen in der Fabrik unternehmensspezifisch ausführen. „Anlagenbetreuer wissen damit, wie weit sie sind. Sie sorgen dafür, dass die Lieferkette reibungslos und arbeitseffizient verläuft, so dass die Mitarbeiter nicht auf ein Produkt warten müssen“, fügt sie hinzu.

In einem idealen Szenario sollte eine Supply Chain eine End-to-End-Ansicht bieten. In Silos kann das nicht funktionieren.
Christian TitzeResearch Director bei Gartner

Entscheidend ist letztlich, wie ein Unternehmen IoT im Supply Chain Management einsetzen kann. Welche Probleme kann IoT am besten lösen? Neben der Warenverfolgung sollten Unternehmen zum Beispiel prüfen, ob IoT-Sensoren erforderlich sind, um die Integrität verderblicher Produkte wie Lebensmittel oder Medikamente zu kontrollieren, oder ob sie dazu beitragen, den Verschleiß von Produktionsanlagen zu überwachen. Das ist grundlegende ROI-Forschung, die nicht vermieden werden sollte, sagt McBeath.

3. Hilfe von außerhalb holen

Firmen denken häufig, dass sie wissen, wie eine IoT-Sensorimplementierung funktioniert. Doch in Wirklichkeit tun sie das nicht, sagt Pelino. Man sollte nicht improvisieren, sondern sich auf das Wissen und die Erfahrung eines Beraters oder Anbieters stützen. IoT-Sensoren und Technologien für das Supply Chain Management sind plattformfähig, aber nicht einfach zu integrieren. „Alle diese Dinge benötigen Schnittstellen und APIs, um eine Verbindung zu Legacy-Technologien herzustellen“, erklärt die Analystin. „Das ist kompliziert.“

Titze verweist darauf, dass es keine fertige IoT-Supply-Management-Lösung gibt, die einem bestimmten Standard folgt und sich anschließen und einsetzen lässt. Die Industrie wird irgendwann reifen, aber im Moment sind es vor allem kleine Unternehmen, einschließlich einiger Start-ups, die sich auf Sensoren spezialisieren. Diese müssen mit einer IoT-Plattform und den bereits im Unternehmen vorhandenen Komponenten, zum Beispiel in ERP- und MDM-Systemen, kombiniert werden.

4. Die Unterstützung der Lieferanten sichern

Bevor man sich für eine Technologie entscheidet, sollten man sicherstellen, dass alle Beteiligten in der Lieferkette die neue IoT-Sensorik unterstützen, sagt McBeath. Wenn diese bereits IoT-Technologie nutzen oder kurz davor sind, sollte man versuchen, die eigenen Ziele und Erwartungen mit denen der anderen in Einklang zu bringen.

Viele Großabnehmer setzen ebenfalls zunehmend IoT-Sensoren in den Werken ihrer Produzenten und Zulieferer ein, die sich aber selbst noch nicht in diese Richtung bewegt haben.

„Sie wollen einen Echtzeit-Überblick über Fortschritte“, sagt McBeath. „Das ist ein Beispiel für eine Vertragsvereinbarung: Sie schicken mir nicht nur Dinge, sondern liefern auch Informationen. Sie müssen mir sagen, wann sie anfangen, es herzustellen und wann es ankommt.“

Wenn ein Auftragnehmer hinterherhinkt, muss der Käufer nur sagen, dass er seine IoT-Sensoren mit einem anderen Hersteller oder Lieferanten umsetzt, fügt er hinzu.

5. Eine IoT-Datenanalysestrategie entwerfen

Richtig eingesetzt, sollten IoT-Sensoren nicht nur die Supply-Chain-Management-Effizienz erhöhen, sondern die von den Sensoren gesammelten Daten sollten auch neue Geschäftsmodelle kreieren, sagt Titze.

Beispielsweise können IoT-Sensoren nicht nur dem ursprünglichen Zweck eines Herstellers dienen, den Verschleiß von Maschinen zu überwachen, sondern auch Einblicke in die Art und Weise geben, wie seine Maschinen Produkte herstellen, so dass der Hersteller einen Kunden darüber informieren kann, ob sein Produkt neu entworfen werden muss, damit es effizienter hergestellt werden kann.

Firmen müssen aber all diese Daten lesen und analysieren. Das wird häufig übersehen, entweder aufgrund mangelnden Interesses oder weil sie keine Data Scientists beziehungsweise die notwendige Technologie haben, sagt Pelino. Unternehmen müssen daher einen Schritt zurückgehen und sich fragen, ob sie Datenexperten haben, die nach Trends suchen können. „Informationen sind viel wertvoller, wenn man sie über verschiedene Ebenen hinweg betrachten kann“, ist sie überzeugt.

„IoT-Daten sind in der Regel nicht vollständig verwertet, da Unternehmen die neuen Erkenntnisse ignorieren und sich stattdessen nur darauf konzentrieren, wie sie auf die Anwendungsfälle anwendbar sind, für die sie Antworten wollen“, erläutert Pelino. Unternehmen sollten jedoch nicht zögern, das volle Potenzial der Daten auszuschöpfen. Zum Beispiel können Data Scientists aufgrund ihrer analytischen Fähigkeiten unbemerkte Trends erkennen, die ein effizientes Funktionieren der Lieferkette ermöglichen.

McBeath, Pelino und Titze empfehlen alle, sich bei der Implementierung von IoT-Sensoren und -Technologie Zeit zu nehmen. „Das ist ein Prozess, der nicht überstürzt werden sollte, und sobald die Technologie implementiert ist, sollte man testen, testen, testen, fügt Titze hinzu. Anschließend sollte man sich zunächst nur auf erreichbare Aufgaben konzentrieren, um sicherzustellen, dass der Einsatz von IoT im Supply Chain Management letztendlich die Daten liefert, die das Unternehmen verändern können.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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