Dropbox versus Google Drive: Welches Angebot ist besser fürs Business?

Dropbox und Google Drive sind beides Online-Speicherangebote. Der richtige Service für Ihr Unternehmen hängt von den Anwenderbedürfnissen ab.

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Mitarbeitern mehr Speicherkapazität oder die Vorteile von File Sharing zur Verfügung...

stellen möchten, dann sollten Sie sich auf einen einheitlichen Cloudservice festlegen. Doch welcher ist dafür am besten geeignet?

Es gibt Dutzende von Firmen, die sich als führende Cloud-Storage-Anbieter bezeichnen – und zwei der größten Namen sind Dropbox und Google. Wenn Sie Dropbox und Google Drive für Ihre Organisation ins Auge fassen, sollten Sie im Vorfeld aber die Vor-und Nachteile der beiden Dienste vergleichen.

Dropbox und Google Drive im Vergleich

Dropbox ist einer der Vorreiter der Cloud-Storage-Anbieter und hatte im Jahr 2014 rund 300 Millionen Nutzer, die jeden Tag Milliarden von Dateien speichern. Der Dienst bietet standardmäßig zwei GB kostenlosen Speicherplatz für jeden an, der jedoch mit einfachen Tricks auf 20 GB und mehr aufgestockt werden kann sowie kostengünstige Bezahloptionen für bis zu ein TB Speicherplatz. Dropbox Pro und Dropbox für Unternehmen (vorher: Dropbox für Teams) bieten sogar noch mehr Speicher.

Im Unterschied zu den anderen Tarifen wird bei Dropbox für Unternehmen der Speicher jedes Nutzers auf das Kontingent des gesamten Unternehmens und nicht pro Person angerechnet. Dabei bietet Dropbox für Unternehmen ausgefeilte Steuerungsmöglichkeiten für IT-Administratoren an. Möglich ist auch eine Versionskontrolle von Dokumenten sowie einfache Optionen, Dateien oder Ordner zu teilen.

Google Drive ist im Vergleich zu Dropbox kein reiner Storage-Service. Zu Google Drive gehört auch das, was früher unter dem Namen Google Docs lief. Mit der Integration dieser Software as a Service (SaaS) Produktivitätsanwendungen und GMail bietet Google einen kompletten Service für alle, die Dateien speichern, teilen und gemeinsam an ihnen arbeiten möchten. Drive bietet 15 GB kostenlosen Speicherplatz plus Bezahloptionen, mit denen bis zu 30 TB Storage für ein einzelnes Konto gemietet werden können. Das Teilen von Dateien ist einfach, vor allem, wenn Nutzer ihre Kontakte in Google Mail verwalten. Mit Dropdown-Menüs, die ähnlich den Sharing-Mechanismen auf Google Plus sind, können Abonnenten Dateien teilen. Dabei lässt sich über das Dropdown-Menü festlegen, ob Anwender die Datei editieren, kommentieren oder lediglich anschauen können.

Das Problem von Drive ist, dass die Google-Plattform zur Einbahnstraße werden kann. Wenn Sie mit Microsoft Office arbeiten und Anwender ihre Dateien intakt halten müssen, dann können Sie Google Docs eigentlich nicht verwenden. Docs kann zwar Word- und Excel-Dateien importieren, aber es gibt die Dokumente nicht wieder in ihrem ursprünglichen Format zurück, nachdem sie in Docs bearbeitet wurden. Das Wechseln zwischen Docs und Office, der Umgang mit den Font-Unverträglichkeiten und die komplexen Styles von Microsoft Office haben schon manchen Anwender verrückt gemacht.

Auf der anderen Seite: Wenn leichte Bedienbarkeit das ist, was Sie suchen, ist Docs für Ihr Unternehmen eine gute Storage-Option. Google fügt zudem seinen Produkten weiterhin mehr Integrationsmöglichkeiten hinzu. Und Google Mail unterstützt Attachments in der Größe von zehn GB mit Drive, zuzüglich Website-Publishing direkt von Drive aus.

Dropbox hat andere Stärken: Die Kernkompetenz von Dropbox beim File Sharing bleibt für alle diejenigen ein attraktives Merkmal, die immer noch Dateien an lokale Anwendungen anhängen. Dropbox bietet auch gute Kompatibilitäten mit Anwendungen von Drittanbietern (unter anderem mit den Online-Versionen der Microsoft-Office-Programme), was es als Storage Utility Tool für Web und mobile Anwendungen beliebt macht. Browser-Add-Ons wie Dropbox Folder Sync, das JotForm Web Frontend für den Datei-Upload über eine Website, und die Fähigkeit, Dateien einfach mit FileStork anfordern zu können, sind Beispiele für die leicht zugänglichen Programmierschnittstellen (API) von Dropbox.

Das heißt aber nicht, dass Google keine Drittanbieteroptionen hat. Die Google APIs sind allerdings nur für Web Apps verfügbar, die im Chrome Web Shop veröffentlicht sind. Beliebte Weboptionen wie Sliderocket können zwar grundsätzlich Drive verwenden, aber die Integration ist auf spezifische Anwendungsfälle beschränkt.

Beide Dienste bieten Webzugriff über einen Browser und verfügen über eine umfassende Palette von Clients. Die Desktop-Clients für Windows und Macintosh integrieren sich direkt in Ihr Dateisystem und synchronisieren Dateien mit Ihrer lokalen Festplatte. Für beide gibt es auch einfach zu bedienende mobile Apps. Google Drive ist für Android und Apple iOS verfügbar (mit speziellen Versionen für iPhone und iPad) und Dropbox deckt Android, iOS und Blackberry ab. Mit Drive können Benutzer Dateien lokal für die Offline-Arbeit herunterladen und Dropbox bietet Benutzern die Möglichkeit eines Auto-Uploads von Fotos von Mobilgeräten.

Dropbox versus Google Drive: Die Sicherheit

Die größte Sorge bei jedem Cloudservice ist die Sicherheit. Insbesondere File Services gelten als hohes Sicherheitsrisiko, da sie oft Einfallstor für Hacker sind. Dropbox geriet aufgrund mangelhafter Sicherheit immer wieder in die Kritik. So akzeptierte der Dienst 2011 nach einer Aktualisierung seiner Serversoftware beliebige Passwörter, so dass nahezu alle Dateien von allen Anwendern ungeschützt waren. Diese Security-Lücke war für vier Stunden offen, und obwohl die Lücke ziemlich schnell geschlossen wurde, brachte der Vorfall einige Sicherheitsmängel ans Licht.

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Bei einem anderen Vorfall bekam ein Angreifer über den gehackten Account eines Dropbox-Mitarbeiters eine Liste aller E-Mail-Adressen von Dropbox-Usern in die Hände. Zwar wurden keine anderen Dropbox-Konten gehackt, aber die Benutzer von der E-Mail-Liste wurden Opfer von Mail-Spams. Dropbox setzte daraufhin die Passwörter jedes Benutzers zurück und aktivierte eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Der Service, der im August 2012 ins Leben gerufen worden war, schickt jedem Nutzer einen Code, den er zusätzlich zu seinem Passwort eingeben muss. Anstelle des Textes können Dropbox-Abonnenten optional einen zeitbasierten One-Time-Passwort-Generator verwenden – analog zu Google Authenticator oder den Amazon Web Services (AWS) Multi-Factor Authentication-Apps.

Bei Google Drive gab es keine Berichte über Hacks. Allerdings nutzt Drive ein zentrales Google-Konto, das Anwender für Google Mail, Google Plus und andere Google-Dienste verwenden. Dies macht Drive zu einem einfachen Ziel für Hacker. Google-Mail-Konten werden oft gehackt, da die User schwache Passwörter verwenden oder sie das gleiche Passwort für mehrere Websites einsetzen, die mit dem E-Mail-Konto verknüpft sind. Google-Drive-Abonnenten können ebenso den Google Authenticator für die Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden.

Beide Dienste bieten geschäftsspezifische Versionen. Google hat Google Apps for Work (früher: Google Apps for Business), das alle Funktionen von Drive enthält, aber zusätzlich Teams ermöglicht, mit der gleichen E-Mail-Domain Dokumente zu teilen und zusammenzuarbeiten. Dropbox hat die Business-Version Dropbox für Unternehmen, die Ihnen mit Active-Directory-Integration mehr Kontrolle, eine Zugangskontrolle für Links und ein einfaches Gerätesicherheits-Management bietet.

Beide Dienste bieten gute Funktionen, aber jeweils mit unterschiedlichen Stärken. Wenn Sie in die Google-Welt mit Google Docs und Google Mail migrieren, Chrome OS und/oder Android einsetzen, ist Drive wohl als Cloud-Storage zu empfehlen. Wenn Sie eher eine heterogene Computerumgebung mit vielen lokalen Anwendungen haben und sich nicht auf die Einbahnintegration von Docs verlassen möchten, dann dürfte Dropbox besser zu Ihnen passen. Denken Sie aber in jedem Fall daran, jede Sicherheitsoption zu nutzen, die der gewählte Service anbietet.

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Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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