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Effektive API-Management-Systeme für Multi-Cloud-Umgebungen

APIs ermöglichen Anwendungen die Kommunikation in der Cloud. Setzt man auf mehrere Cloud-Provider, wird das API-Management allerdings komplex.

Cloud-Softwareentwicklung hängt fast immer von einer Reihe von Services ab, darunter zum Beispiel von Providern wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud Platform.

Um effektiv auf diese Cloud-Services zugreifen zu können, müssen Unternehmen die Programmierschnittstellen (APIs) der Anbieter verwenden.

Da immer mehr Unternehmen auf Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien setzen, kann die Verwaltung und Integration der Programmierschnittstellen, die je nach Anbieter variieren, eine Herausforderung darstellen. Im Folgenden wird erläutert, welche wichtigen Fragen und Optionen auf einen zukommen, wenn man ein Multi-Cloud API-Management-System bauen möchte.

Herausforderungen für ein API-Management-System beim Multi-Cloud-Einsatz

Alle APIs sind unterschiedlich, denn sie beinhalten verschiedene Kombinationen von Subroutinen, Protokollen und Tools.

Wenn ein Unternehmen eine Anwendung entwickeln möchte, die über mehr als eine Cloud-Plattform hinweg arbeitet, entstehen Probleme, da Anbieter unterschiedliche Rechen- und Storage-Instanzen, Netzwerkdienste und Monitoring-Tools anbieten. Das bedeutet, dass es nicht möglich ist, Workloads zwischen Cloud-Providern mit inkompatiblen Serviceangeboten zu migrieren. Auch wenn die Services ähnlich sind, kann die Art und Weise, wie Benutzer einen Dienst oder eine Aktion mit der API eines Providers aufrufen, für einen anderen Anbieter unterschiedlich sein.

Administratoren müssen die Unterschiede zwischen den Provider-APIs erkennen, wenn sie mehrere Cloud-Umgebungen verwenden möchten. Es kann mehr oder weniger API-Aufrufe benötigen, um die gleichen Aufgaben zwischen verschiedenen Cloud-Providern auszuführen.

Leistungsunterschiede wie Latenz und Begrenzungen bei API-Aufrufen innerhalb einer bestimmten Zeit können auch zwischen den Anbietern bestehen. Gleichzeitig kann der zugrundeliegende Software-Stack jedes Providers und die Art und Weise, wie dieser Stack abgestimmt oder optimiert ist, die API-Leistung und –Verfügbarkeit beeinflussen. Dies kann das Softwaredesign ebenfalls komplizierter machen.

 Diese Vorteile bieten API-Management-Plattformen für Anwender.
Abbildung 1: Diese Vorteile bieten API-Management-Plattformen für Anwender.

Darüber hinaus verwenden die Anbieter häufig verschiedene API-Sicherheits- und Autorisierungstechniken sowie verschiedene API-Fehlermeldungen. Die Probleme verschlimmern sich noch, wenn die Cloud-Provider Dienst hinzufügen und ihre APIs aktualisieren.

Angesichts der Herausforderung, eine einzelne API in eine Unternehmensanwendung zu integrieren, ist der Einsatz von mehreren Cloud-Anbietern – und die Erstellung eines API-Management-Systems zur Unterstützung dieses Modells – für IT-Mitarbeiter entmutigend.

Service-Broker in einem Multi-Cloud API-Management-System

Eine Möglichkeit, Multi-Cloud-Kompatibilitätsprobleme zu adressieren, ist API-Abstraktion, wobei eine weitere Schicht zwischen die Anwendung und die verschiedenen Cloud-Dienste mit API-Zugriff einfügt wird. Diese Schicht bietet Organisationen eine einzige, einheitliche API, die Single Sign-on verwendet, um einen gemeinsamen Befehlssatz für Aufgaben wie die Erstellung und Verwaltung von Compute- und Storage-Instanzen zu liefern. Die Abstraktionsschicht übersetzt diese Befehle für die APIs des jeweiligen Cloud-Providers.

Solche abstrahierten APIs wurden verstärkt für das Multi-Cloud-Management entwickelt. Zum Beispiel bietet der Cloud-Management-Anbieter RightScale eine gemeinsame API für das Management einer breiten Palette von Public- und Private-Cloud-Services an, darunter Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure, Google Cloud Platform, Rackspace, IBM SoftLayer, Apache CloudStack, OpenStack und VMware vSphere.

Die gemeinsame API ermöglicht es Benutzern, konsistente Servicekonfigurationen für verschiedene Cloud-Provider zu erstellen und gleichzeitig Monitoring, Kostenüberwachung und Berichterstattung für alle unterstützten Cloud-Umgebungen zur Verfügung zu stellen.

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Die Herausforderung mit einem Cloud-Service-Broker oder API-Management-System ist allerdings die Komplexität, wenn eine neue SaaS-Plattform (Software as a Service) hinzugefügt werden muss, sowie die zusätzlich entstehenden Kosten für ein Unternehmen.

Anwender erwarten außerdem, dass Änderungen in den Angeboten eines Anbieters schnell und zuverlässig im Tool des Brokers abgebildet werden. Ändert AWS zum Beispiel seine Kosten oder fügt Azure einen neuen Service hinzu, muss der Broker seine Plattform aktualisieren. Die Nutzer müssen sich darüber hinaus mit der Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit des Brokers wohl fühlen. Wenn der Service nicht verfügbar ist, kann er die Nutzung eines Cloud-Providers beeinträchtigen, bis der Broker den Zugriff wiederherstellt.

Auf dem Weg zur Standard-API

Idealerweise würden Cloud-Anbieter eine gemeinsame Standard-API verwenden, um das Anwendungs- und Ressourcen-Management für Multi-Cloud-Umgebungen zu erleichtern. Auch wenn dies nach einem lobenswerten Ziel klingt, bewegen sich die Anbieter nur langsam auf dieses Ziel zu, da sie Kunden an sich binden möchten. Dennoch gibt es ein Interesse daran und der Fokus auf gemeinsame Cloud-Management-APIs wächst, da die Zahl der Services stark wächst.

Ein aufstrebendes Beispiel ist Open Cloud Computing Interface (OCCI), das von einer Arbeitsgruppe des Open Grid Forums geleitet wird. OCCI stellt ein Frontend zur Verfügung, das eine Schnittstelle zu den Management-Systemen der Provider bildet. Es war ursprünglich für die Remote-Verwaltung von IaaS-Anbietern (Infrastructure as a Service) gedacht, um die Entwicklung gemeinsamer Tools zu ermöglichen, die eine API verwenden, um Services zu implementieren, zu skalieren und zu überwachen.

OCCI hat sich mittlerweile zu einer erweiterbaren API entwickelt, die auch Anbieter für Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) unterstützt. Heute hat OCCI Implementierungen in zahlreichen Cloud-Stacks, darunter OpenStack, OpenNebula, CloudStack, CompatibleOne Cloud Broker und eine Reihe weiterer Tools wie Eucalyptus.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2017 aktualisiert

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