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Eine bessere SAP-Benutzererfahrung mit Fiori und Build

Mit der digitalen Transformation wird auch die gute Benutzererfahrung von Software wichtiger. SAP-Anwender erhalten mit Fiori und Build Tools hierfür.

Warum ist eine gute SAP User Experience bei der digitalen Transformation so wichtig? Auf den Punkt gebracht: Wegen der Akzeptanz. Der Erfolg der digitalen Angebote eines Unternehmens – sowohl der internen als auch externen – hängt in hohem Maße davon ab, wie die Zielgruppe die Angebote annimmt. Wenn man ein Produkt einführt, das Ihre Mitarbeiter nur verwenden, weil es von ihnen verlangt wird, dann werden sie es nicht in dem gebotenen Ausmaß annehmen – und die Schatten-IT wird ihre Blüten entfalten.

Im internen Betrieb bedeutet das, dass die digitale Welt und die reale Welt nicht synchron sind. Und infolgedessen können Ihre Teams die falschen Entscheidungen treffen, ungenaue Vorhersagen machen oder Machine Learning Bots trainieren, die Aufgaben falsch erledigen.

Fast noch schlimmer ist eine mangelnde Akzeptanz im externen Bereich. Externe Benutzer, also zum Beispiel Ihre Kunden, kann eine schlechte Benutzerführung nicht nur vergraulen, sondern sie gleich in die Arme eines Konkurrenten treiben. Das ist nicht der Sinn der Sache. Sie sollten deshalb darauf achten, Software so zu gestalten, dass sie benutzerfreundlich und leicht zu bedienen ist.

Die Gestaltung einer optimalen SAP User Experience ist ein komplexes Thema, das sowohl technische als auch vor allem Design-Fähigkeiten erfordert. Dies hat Technologieanbieter dazu gebracht, Wege zu finden, um das Know-how für die Benutzererfahrung in das Fachwissen und die Fähigkeiten von technischen Mitarbeitern zu integrieren, indem sie für diese Gruppe Richtlinien bereitstellen und ihre Verwendung kontrollieren.

Apple war mit seinen Human Interface Guidelines einer der ersten Big Player, die das so gemacht haben. SAP zieht seit geraumer Zeit nach. Mit der Einführung von SAP Fiori und SAP Build hilft SAP Nicht-Designern dabei, Leitlinien und Mustern zu folgen, so dass diese zu Benutzeroberflächen führen, die eine bessere User Experience bieten. Apple und SAP haben auch gemeinsam an SAP Fiori für iOS zusammengearbeitet, was eine Mischung aus beiden Ansätzen darstellt.

Fiori-Richtlinien zur Verbesserung der SAP-Benutzererfahrung

Auf der höchsten Ebene legen die Fiori-Richtlinien wichtige Merkmale fest, die eine Benutzeroberfläche haben sollte. Diese Richtlinien beinhalten:

  • Rollenbasiert: Gestalten Sie die Benutzeroberfläche immer so, dass Sie eine bestimmte Rolle im Auge haben, und schneiden Sie das Interface auf diese Rolle oder Person zu. Stolpern Sie nicht in die One-Size-Fit-all-Falle, nach der eine Oberfläche für alle Anwender passt – ein häufiger Fehler älterer Unternehmensanwendungen.
  • Anpassung: Designen Sie die Benutzeroberfläche so, dass sie adäquat auf das Gerät reagiert, das für den Zugriff auf das System verwendet wird. Manche Leute mögen Smartphones, während andere Desktops bevorzugen. Denken Sie darüber nach, wie die App gestaltet werden kann, dass sie die Stärken – und nicht die Schwächen – jeder Plattform optimal nutzt.
  • Einheitlichkeit: Stellen Sie sicher, dass Apps, die Teil einer Familie ähnlicher Apps sind, einheitlich und auf die gleiche Weise arbeiten. Verwenden Sie zum Beispiel Farben konsequent, legen Sie Action Buttons immer an die gleiche Stelle und so weiter.
  • Einfachheit: Ironischerweise kann dies der komplexeste Teil eines jeden Designs sein. Sie brauchen die richtige Balance zwischen überbordender und schmalbrüstiger Funktionalität.
  • Attraktion: Machen Sie aus Ihrer Anwendung etwas, das die Menschen gern nutzen wollen. Die App soll schwierige Arbeiten leichter machen und Menschen helfen, sich auf ihre Aufgaben mit hoher Priorität zu konzentrieren. Verwenden Sie Predicitve Analytics oder maschinelles Lernen, um relevante Maßnahmen zu empfehlen.

Wenn Entwickler die eben genannten Best-Practice-Merkmale berücksichtigen, können sie ihre Designs bewerten und hoffentlich eine bessere SAP User Experience generieren. Aber SAP ist selbst auch nicht inaktiv. Das Softwarehaus hat ein Tool namens SAP Build erstellt, das es sowohl Business-Analysten als auch Entwicklern ermöglicht, realistische und nutzerfreundliche Applikationsprototypen aus Designvorlagen zu erstellen. Ich habe es benutzt, um die Produktübersicht im Screenshot zu erstellen.

Produktübersicht, die in SAP Build erstellt wurde.
Abbildung 1: Produktübersicht, die in SAP Build erstellt wurde.

Wo fängt man an?

Oft werde ich gefragt: Wo soll ich anfangen? Darauf antworte ich meistens mit einem meiner Lieblingszitate aus Alice im Wunderland: Wenn du nicht weißt, wo du hingehst, wird dich jede Straße dorthin bringen.

Einfach gesagt: Bevor Sie damit anfangen, Ihre SAP User Experience zu verbessern, legen Sie die Richtlinien fest, denen Ihre Designer und Entwickler folgen sollen. Diesen Richtlinien sollten Sie bei allen neuen Entwicklungsinitiativen beachten. Ich denke, die SAP-Fiori-Richtlinien sind ein guter Ausgangspunkt. Aber Sie können natürlich auch andere nutzen, die sie bevorzugen und denen sie gern folgen.

Mit diesen Richtlinien als Grundlage können Sie anfangen, nach Verbesserungen für Ihre SAP User Experience in Ihrem bestehenden Applikations-Portfolio zu suchen. Ansätze können sein: Die Daten in Ihrem System prüfen, um Bearbeitungsprobleme zu erkennen; Ihre Prozesse durchsuchen, um herauszufinden, wo Richtlinien nicht eingehalten werden; oder Ihre Benutzer befragen, um Ideen für Verbesserungen umzusetzen.

Wenn Sie Verbesserungsbereiche identifiziert haben, können Sie mit dem Aufbau des Business Case für die Renovierung beginnen – oder mit dem Abriss. Der Business Case ist der Schlüssel, um Ihre User-Experience-Aktivitäten am Leben zu halten.

Wenn Sie schließlich beginnen, Teile der Landschaft zu renovieren, versuchen Sie, sich an die Kohärenzrichtlinie zu erinnern und halten Sie interne und externe Benutzer zum rollenbasierten Arbeiten an oder gleichen Sie zumindest den Einstiegspunkt in ihre digitale Welt an.

Wie Sie sehen, ist eine solide Benutzererfahrung ein wichtiger Teil für eine erfolgreiche digitale Transformation. Nehmen Sie sich am besten Zeit, um einen Best-Practice-Ansatz einzuführen und optimieren Sie die Richtlinien in Ihrem Unternehmen für die bestmöglichen Ergebnisse.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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