Fünf Business-Intelligence-Funktionen in SQL Server 2012

SQL Server 2012 bietet im Vergleich zu den Vorgänger-Versionen nützliche Funktionen im Bereich Business Intelligence (BI). Wir erläutern fünf Feature.

SQL Server 2012 bietet einige Funktionen, die weit über SQL Server 2008 und 2008 R2 hinausgehen. Dies gilt vor allem im Bereich Business Intelligence (BI). Hier hat Microsoft zahlreiche Erweiterungen integriert. So sind die Reporting- und Analysefunktionen umfangreicher als bei vorherigen Versionen. Fünf dieser BI-Features machen den Einsatz von SQL Server 2012 besonders für Firmen sinnvoll, die  diesen Bereich ausbauen wollen.

SQL Server 2012 bietet das BI Semantic Model (BISM) als konzeptionellen Rahmen für Reporting- und Analysefunktionen. Obwohl BISM selbst keine physische Einheit ist, bietet es die Struktur für die Erstellung echter Modelle in SQL Server Analysis Services (SSAS) und Powerpivot für Excel. In SSAS, können Administratoren zwei Arten von BISM-Modellen, in Powerpivot für Excel können Administratoren dagegen nur tabellarische Modelle erstellen.

Semantische Suche für Business Intelligence

Die semantische Suche bietet Volltextabfragen nach Ähnlichkeiten, zum Beispiel Begriffe wie „Zeige mir ähnliche Dokumente wie das geöffnete“. Außerdem können Entwickler in der Volltextsuche auch nach Metadaten von Dokumenten oder deren Eigenschaften wie Titel oder Autor suchen. Dazu wird eine Liste für die Datenbank angelegt, nach welchen Eigenschaften Anwender suchen wollen. Legen Administratoren einen neuen Index an, berücksichtigt SQL Server 2012 die Eigenschaften in der Liste und ermöglicht auch die Suche nach diesen Eigenschaften. Verwenden Entwickler in TransactSQL die NEAR-Option, können diese in SQL Server 2012 angeben, in welchem Abstand die Wörter sein sollen, die mit NEAR erfasst werden sollen, zum Beispiel „Artikel und Schrauben“. Entwickler können auch mehr als zwei Wörter nutzen und den Abstand zwischen dem ersten und letzten Wort angeben.

Die geografischen Daten, die bereits in SQL Server 2008 R2 möglich sind, umfassen jetzt die gesamte Erde, um zum Beispiel den weltweiten Vertrieb zu analysieren. Zudem funktioniert SQL Server 2012 auch in der Core-Version von Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2012. Dadurch steht der Datenbank und den BI-Funktionen mehr Leistung zur Verfügung, da Basisserver weit weniger Performance verbrauchen als vollwertige Installationen. SQL Server 2008 R2 unterstützt diese Option noch nicht.

SQL Server 2012 Editionen für BI

SQL Server 2012 gibt es in verschiedenen Editionen. Die Datacenter-Edition, die in SQL Server 2008 R2 eingeführt wurde, ist nicht mehr in SQL Server 2012 verfügbar. Die umfangreichste Version ist SQL Server 2012 Enterprise Edition. Für BI-Funktionen gibt es die Business Intelligence Edition. Auch die Workgroup Edition sowie Standard for Small Businesses sind nicht mehr verfügbar. Bei allen kostenpflichtigen Editionen (Enterprise, Business Intelligence und Standard) dürfen die Datenbanken eine maximale Größe von 524 Petabyte erreichen. Die Business Intelligence Edition ist vor allem für den Aufbau von Data Warehouses gedacht und bietet erweiterte BI-Funktionen. Die Hochverfügbarkeit ist eingeschränkt, ermöglicht aber einen Cluster mit zwei Knoten. AlwaysOn wird nicht unterstützt.

Das multidimensionale Modell ist unverändert. Er steht im Einklang mit dem Unified Dimensional Model (UDF) in früheren Versionen und organisiert Daten in Cubes, Dimensionen und Maßnahmen. UDF verwendet wie das multidimensionale Modell die Multidimensional Expressions (MDX ) -Sprache, um mit multidimensionalen Datenspeicher zu interagieren, die eine leistungsstarke Umgebung für komplexe Analysen bieten.

SQL Server PowerPivot für SharePoint ermöglicht die Anbindung von SharePoint Server an SQL Server 2012, um PowerPivot-Funktionen zu nutzen. Mit PowerPivot können Unternehmen Self Service BI aufbauen, um Daten, die aktuell noch in Excel-Tabellen oder Access-Datenbanken gespeichert sind, auch anderen Anwendern im Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise können Unternehmen Daten, die derzeit von verschiedenen Mitarbeitern jeweils nur lokal gepflegt werden, in einer BI-Lösung auch für andere Mitarbeiter verfügbar machen. Mit PowerPivot können Anwender zum Beispiel mit Excel 2010 und SQL Server 2012 große Datenmengen schnell analysieren.

Business Intelligence und Analysen

Analysis Services in SQL Server 2012 stellen Lösungen für die Erstellung und Bereitstellung von analytischen Datenbanken bereit, die Anwender in Excel, Performance Point, Reporting Services und anderen BI-Anwendungen verwenden können. Die Basis jeder Analysis-Services-Lösung sind ein Business-Intelligence-Datenmodell und eine Serverinstanz, die Objekte in diesem Modell verwaltet. Eine Analysis-Services-Instanz ist für verschiedene Lösungstypen optimiert. Administratoren können zwischen multidimensional oder tabellarisch auswählen. Entwickler können auch PowerPivot für SharePoint installieren.

Um in SQL Server 2012 Data Warehouses zu erstellen oder Analysis Services zu verwalten, verwenden Entwickler die SQL Server Data Tools (SSDT). Diese werden über das Installationsprogramm von SQL Server 2012 installiert. Bei den Tools handelt es sich um den Nachfolger des Business Intelligence Development Studios in SQL Server 2008 R2.

SQL Server 2012 BI-Funktionen
Bereits bei der Installation von SQL Server 2012 wählen Admins BI-Funktionen aus.

Das wirklich Interessante von BISM in SQL Server 2012 ist das Tabellenmodell, das im Gegensatz zum multidimensionalen Modell Daten in Tabellen mit Zeilen und Spalten organisiert, ähnlich einer relationalen Datenbank. Darüber hinaus verwendet das Tabellenmodell die Data Analysis Expressions (DAX) -Sprache für den Datenzugriff, und kann Daten aus einer Vielzahl von Quellen abrufen, einschließlich relationale Datenbanken, SSAS Cubes, Text-Dateien und Powerpivot-Arbeitsmappen.

Das tabellarische Modell wurde in SQL Server 2008 R2 mit der Veröffentlichung von Powerpivot für Excel und Powerpivot für Sharepoint eingeführt. Das Modell verwendet xVelocity, früher VertiPaq, um Daten zwischenzuspeichern, während Algorithmen die Analysen ausführen.

Die Conceptual Schema Definition Language (CSDL) dient zur Darstellung eines tabellarischen Modells als Antwort auf eine Abfrage. Zusätzlich hat Microsoft die Funktionen für DAX in SQL Server 2012 erweitert. Es gibt neue statistische, Tabellen-, Such- und Zeilenfunktionen.

DAX wird in PowerPivot-Arbeitsmappen und in Tabellenprojekten verwendet, die Entwickler in Visual Studio erstellen. Abfragen, die DistinctCount in einem ROLAP-Prozess enthalten, hat Microsoft beschleunigt. Die Leistung wird dadurch verbessert, da ein Teil der Abfragen auf das relationale Datenbankmodul ausgelagert wurde. So können Entwickler auf aufwändige Sortiervorgänge verzichten. SQL Server 2012 bietet eine Diagrammsicht für den Modell Designer. In der Diagrammsicht werden Tabellen mit den bestehenden Beziehungen in einem grafischen Format angezeigt. Entwickler können Spalten, Measures, Hierarchien und KPIs (Key Performance Indicator) filtern und auswählen, ob das Modell mit einer definierten Perspektive angezeigt wird. Der Modell-Designer ist in SQL Server 2012 Data Tools integriert.

Columnstore Indizes

Mit einem spaltenbasierten Indextyp will Microsoft Abfragen in Data Warehouses beschleunigen. Vor allem bei Aggregationen lassen sich dadurch Leistungssteigerungen erzielen, da Entwickler sich das Durchsuchen der kompletten Baumstruktur der Daten sparen können. Im neuen Indextyp speichern Entwickler die Daten hochkomprimiert. Im Gegensatz zur zeilenweisen Speicherung des Index steigt die Leistung. Dadurch ist die Lesemenge von der Festplatte gering, was merklich mehr Performance bringt. Der durchsuchbare Index ist darüber hinaus direkt im RAM gespeichert. Die Technik nutzt die VertiPaq-Technik von PowerPivot.

Columnstore Indizes gruppieren und speichern Daten für jede Spalte. Anschließend werden alle Spalten verknüpft, um den Gesamtindex zu erstellen. Diese Indizes sind vor allem im Bereich von Data-Warehouse-Anwendungen effizient.

SQL Server 2012 Index-M�glichkeiten
SQL Server 2012 bietet verbesserte Index-Möglichkeiten für Business Intelligence.

Data Quality Services (DQS)

Bei Data Quality Services (DQS) handelt es sich um eine Komponente von SQL Server 2012, die Verfahren wie Data Cleansing und Data Matching verbessern soll. Einfach ausgedrückt, sollen Data Quality Services Dubletten oder inkonsistente Daten finden und beseitigen. DQS sollen die Datengrundlage bereinigen und optimieren, bevor diese in Berichte in den Reporting Services oder in Data Warehouses einfließen. Damit DQS die Daten bearbeiten und überprüfen kann, lassen sich diese von externen Systemen mit den Integration Services in SQL Server 2012 integrieren.

Dazu legen Entwickler Referenzdaten fest, mit denen DQS Produktivdaten untersucht und Inkonsistenzen behebt. Neben Master Data Services (MDS) arbeiten Data Quality Services mit Integration Services zusammen. Als Referenzdaten für DQS können auch Daten aus dem Windows Azure Marketplace von Microsoft dienen. Die Funktion arbeitet eng mit Master Data Services zusammen. DQS ist nur in den Editionen Enterprise und Business Intelligence enthalten. Außerdem können Entwickler mit DQS nur Daten auswerten, die auf Servern mit SQL Server 2012 installiert sind. Ältere Versionen von SQL Server werden von DQS nicht unterstützt. SQL Server Data Quality Services (DQS) ist eine neue Funktion in SQL Server 2012, die zwei Komponenten enthält: Data Quality Server und Data Quality Client. Data Quality Server installieren Administratoren auf dem SQL Server 2012-Datenbankmodul.

SQL Server Data Quality Services (DQS)
Mit Data Quality Service erstellen Unternehmen BI-Lösungen.

Power View

Ein weiteres BI-Feature ist Power View, ein SQL Server Reporting Services (SSRS) -Add-In für Sharepoint Server. Power View baut auf der Silverlight-Anwendung auf und bietet Anwendern ein Web-basiertes Werkzeug für die Datenanalyse und den Aufbau von Ad-hoc-Berichten, die eine reiche Auswahl an Datenvisualisierungen bieten. Das Erstellen eines Berichts in Power View lässt sich mit dem Aufbau einer Pivot-Tabelle in Microsoft Excel vergleichen. Nutzer starten Power View aus einer Sharepoint-Website. Folglich müssen Sharepoint Server und SQL Server installiert sein. Darüber hinaus muss ein Administrator mindestens ein Datenmodell einrichten. Das Datenmodell dient als Schnittstelle zwischen Berichten und Datenquellen. Um Berichte zu erstellen, müssen Anwender nur Icons auf der Sharepoint-Website verwenden.

SQL Server 2012 BI

Die verschiedenen SQL Server BI-Funktionen, die hier beschrieben wurden, können wertvolle Tools sein, wenn Unternehmen die Implementierung einer BI-Plattform in Betracht ziehen. Diese Auflistung stellt nur einen Teil der BI-Funktionen zur Verfügung, die Microsoft in SQL Server 2012 bietet. Zum Beispiel wurde in SSAS DAX das Reporting für multidimensionale Datenbanken verbessert. SQL Server Integration Services, oder SSIS, enthält nun eine Transformation DQS Cleansing und bietet eine besser Speichernutzung. SQL Server SSRS wurden mit einer einfacheren Sharepoint-Integration ausgestattet, um eine bessere Hebelwirkung zu erzielen, wenn Administratoren mehrere Lösungen von Microsoft einsetzen. Doch die hier beschriebenen SQL Server 2012 BI-Funktionen sind besonders bemerkenswert und sollten auf jeden Fall Teil der BI-Agenda sein, wenn Unternehmen über die Umstellung auf SQL Server 2012 nachdenken.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2014 aktualisiert

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