Gartner: Zehn Mythen zum Thema Cloud Computing

Die Analysten von Gartner haben insgesamt zehn Mythen zum Thema Cloud Computing erarbeitert. Schuld ist laut Gartner vor allem der Hype vieler Firmen.

Das Thema Cloud Computing geistert bereits seit über zehn Jahren durch viele Pressemitteilungen und Produktankündigungen....

Dabei wurde der Begriff von Internetfirmen wie Amazon, Google und IBM vorangetrieben, um neue Geschäftsmodelle, aber auch den wachsenden Bedarf nach Storage, Spitzenlasten und Skalierbarkeit befriedigen zu können.

Seit der Begriff Cloud Computing zum Hype-Thema auserkoren wurde, ranken sich auch Mythen um die Daten-Wolke. Diese Mythen führen dazu, dass neue Entwicklungen gebremst und die Angst vor einer allumfassenden Cloud geschürt wird.

„Cloud Computing ist in einzigartiger Weise anfällig für das Risiko von Mythen. Es dreht sich alles um die Möglichkeiten, Services zu liefern, mit einer klaren Grenze zwischen Providern und Verbrauchern“, sagt David Mitchell Smith, Vice President und Gartner Fellow. „Aus Sicht der Verbraucher ist „die Cloud“ der Ort, wo die Magie passiert und die Implementierungsdetails versteckt sind. Es ist keine Überraschung, dass eine solche Umgebung voll von Mythen und Missverständnissen ist.“

Die Analysten von Gartner haben insgesamt zehn Mythen zum Thema Cloud Computing zusammengestellt, die zu Missverständnissen führen:

Mythos 1: Die Cloud dreht sich immer um Geld

Während die Preise vor allem für Infrastructure as a Service (IaaS) sinken, bleiben sie für andere Services gleich oder steigen an (speziell Software as a Service, SaaS). Das Versprechen, die Cloud führe immer zu Einsparungen, kann für einige Manager einen Karriereknick bedeuten. Zwar kann man mit der Cloud Geld sparen, aber es sollte nicht als selbstverständlich betrachtet werden.

Mythos 2: Man muss in der Cloud sein, um gut zu sein

Dieser Satz ist die Manifestation des grassierenden „Cloud Washing“. Ein Teil des sogenannten Cloud Washings ist nur das Ergebnis von Verwirrungen. Allerdings basiert ein großer Teil des Cloud Washings auf dem falschen Mantra, dass man nicht erfolgreich sein kann, ohne in der Cloud zu sein. 

Viele IT-Unternehmen bezeichnen ihrer Lösungen als Cloud-Anwendung, um attraktiv für Investitionen zu sein und präsentieren daher nebulöse Cloud-Strategien. Der daraus resultierende Mythos führt dazu, dass Anwender in die Falle tappen und denken, dass etwas nur gut ist, wenn es in der Cloud ist.

Mythos 3: Die Cloud sollte für alles eingesetzt werden

Verbunden mit Mythos 2 beruht diese Annahme auf die Überzeugung, dass die aktuellen Eigenschaften der Cloud für alles einsetzbar und wünschenswert sind. 

Es gibt zwar einige Anwendungsfälle, wo die Cloud die passende Lösung ist, allerdings profitieren nicht alle Anwendungen und Workloads von der Cloud. Sollte es keine Kosteneinsparungen geben, ist die Migration eine Legacy-Anwendung in die Cloud kein empfehlenswerter Weg.

Mythos 4: „Der CEO hat es so gesagt“ ist eine Cloud-Strategie

Wenn man viele Unternehmen nach ihrer Cloud-Strategie fragt, stellt man schnell fest, dass sie keine haben. Häufig machen Firmen das, was ihr CEO möchte. Das ist aber keine Cloud-Strategie. 

Eine Cloud-Strategie beginnt damit, dass Firmen Geschäftsziele identifizieren und potenzielle Vorteile der Cloud für ihr Geschäftsmodell abbilden, während sie gleichzeitig mögliche Nachteile evaluieren. Die Cloud sollte zu Ende gedacht und das Ende sollte als erstes festgelegt werden.

Mythos 5: Wir brauchen eine Cloud-Strategie und einen Anbieter

Cloud Computing ist nicht nur eine Sache und eine Cloud-Strategie sollte diese Realität anerkennen. Cloud-Services sind vielfältig und erstrecken sich über mehrere Ebenen (IaaS, PaaS, SaaS), Modelle (native oder in die Cloud migrierte Anwendungen) und Anwendungsbereiche (intern oder extern). 

Eine Cloud-Strategie sollte sich an den Geschäftszielen ausrichten und auf dem potenziellen Nutzen basieren. Die Ziele und Vorteile unterscheiden sich je nach Anwendungsfall und sollten die treibende Kraft für ein Unternehmen sein.

Mythos 6: Die Cloud ist weniger sicher als On-Premise-Anwendungen

Viele Anwender empfinden die Cloud als weniger sicher. Dahinter steckt eher ein Vertrauensproblem, als dass es sich auf eine angemessene Analysen aktueller Sicherheitsfunktionen stützt. Bis heute gab es nur wenige Sicherheitslücken in der Public Cloud

Die meisten Rechtsverstöße geschehen immer noch in On Premise-Umgebungen. Cloud-Anbieter sollten ihre Fähigkeiten demonstrieren, so dass Anwender Vertrauen in die Sicherheit der Services gewinnen.

Mythos 7: Die Cloud eignet sich nicht für den geschäftskritischen Einsatz

Cloud Computing ist nicht alles oder nichts. Es wird in einzelnen Schritten für bestimmte Fälle implementiert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass frühe Anwendungen nicht für kritische Systeme eingesetzt werden. 

Viele Unternehmen sind aber bereits über das Anfangsstadium hinaus und nutzen die Cloud für geschäftskritische Workloads. Zudem gibt es viele Firmen (nicht nur kleine Start-ups), die direkt aus der Cloud stammen und ihre Geschäft in der Cloud betreiben.

Mythos 8: Cloud = Data Center

Die meisten Cloud-Entscheidungen drehen sich nicht um das komplette Abschalten der Data Center und der kompletten Migration in die Cloud. Eine Cloud-Strategie hängt auch nicht unbedingt mit einer Rechenzentrumsstrategie zusammen. 

Es sollte im Data Center Platz für Anwendungen geben, die nicht in die Cloud bewegt werden. Wandern sie aus dem Rechenzentrum, hat das natürlich Auswirkungen. Im Allgemeinen sind Data-Center-Outsourcing, -Modernisierung und -Strategie aber nicht mit Cloud Computing gleichbedeutend.

Mythos 9: Die Migration in die Cloud bedeutet, dass man alle Merkmale der Cloud erhält

Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Migration in die Cloud bedeutet, dass die Eigenschaften der Cloud automatisch von den unteren Ebenen (wie IaaS) vererbt werden. Cloud-Attribute sind nicht transitiv. 

Anwendungen, die in der Cloud gehostet werden, unterscheiden sich von Cloud-Services. Es gibt auch lediglich einen halben Schritt in die Cloud, der seine Vorteile hat – zum Beispiel muss man keine Hardware kaufen. Verschiedene Services bieten auch nicht die gleichen Ergebnisse.

Mythos 10: Virtualisierung = Private Cloud

Virtualisierung ist eine häufig verwendete Technologie für Cloud Computing. Es ist allerdings nicht der einzige Weg, um die Cloud zu implementieren und Virtualisierung ist für Cloud Computing nicht obligatorisch.  

Auch wenn man Virtualisierung einsetzt, ist das Ergebnis nicht Cloud Computing. 

Das ist vor allem in Private Cloud-Diskussionen relevant, bei denen hoch-virtualisierte, automatisierte Umgebungen weit verbreitet sind und in vielen Fällen das erwünschte Ergebnisse bieten. 

Leider werden virtualisierten Umgebungen häufig als Synonym für Private Cloud verwendet.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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