Heat Map und Data Optimization in Oracle 12c optimieren Storage-Nutzung

Mit den beiden Funktionen Heat Map und Automatic Data Optimization lassen sich Datenspeicher und Kompression in Oracle Database 12c besser verwalten.

Dieser Artikel behandelt

Datenbanksysteme

ÄHNLICHE THEMEN

In Oracle Database 12c sind Heat Map und Automatic Data Optimization enthalten – zwei neue Features zum besseren...

Management des Datenspeichers und der Kompression. Das Heat Map-Tool sammelt Informationen zur Datenverwendung und legt eine Statistik an. Automatic Data Optimization nutzt diese Informationen und komprimiert die Daten auf Basis der benutzerdefinierten Richtlinien oder verlagert sie auf andere Speichermedien.

Heat Map und Automatic Data Optimization (ADO) sind Teil der Strategie von Oracle, die Unternehmensdaten „von der Wiege bis zur Bahre“ optimal zu verwalten. Ein Teil dieser Strategie bildet Storage Tiering, das die Daten abhängig von den Zugangs- und Leistungsbedürfnissen des Anwenders auf den jeweils dafür am besten geeigneten Datenträgern speichert. Heat Map und ADO machen Storage Tiering möglich, so dass die aktivsten Daten auf dem leistungsstärksten Tier gespeichert, und die weniger aktiven Daten auf einem weniger starken, dafür aber preiswerteren Tier abgelegt werden. Durch die Verwendung von Heat Map und ADO können Sie den oft umständlichen Prozess, die richtigen Daten am richtigen Ort zur richtigen Zeit abzulegen, ohne nachteilige Auswirkungen auf Datenbank-Operationen automatisieren.

Oracle 12c Heat Map Tool

Wenn Heat Map die Datennutzung aufzeichnet, sammelt das Tool die Lese- und Schreibzeiten auf Zeilenebene und aggregiert diese Statistiken bis auf Blockebene. Auf Segmentebene zeichnet Heat Map ebenfalls Schreib- und Lesezeiten auf, zusammen mit dem Index Lookup und den Full Table Scan Zeiten.

Sie können das Heat Map Tool auf System- und auf Session-Ebene einsetzen. Allerdings müssen Sie es auf der Systemebene nutzen, um ADO zu unterstützen. Einmal aktiviert, sammelt Heat Map Nutzungsinformationen und macht sie für ADO verfügbar. Sie können auf die Informationen auch über eine Reihe von integrierten Views zugreifen, die Details über die auf Segmentebene gesammelten Nutzungsdaten liefern. Diese Views sind:

  • V$HEAT_MAP_SEGMENT: Zeigt Echtzeit-Zugriffsinformationen, einschließlich des Objektnamens, der Objektnummer und der Container-ID.
  • DBA_HEAT_MAP_SEGMENT: Zeigt die letzte Segment Zugriffszeit für alle Segmente, die für den spezifischen Benutzer sichtbar sind. (Unterstützt ALL oder USER anstelle von DBA).
  • DBA_HEAT_MAP_SEG_HISTOGRAM: Zeigt die Zugriffsinformation für alle Segmente, die für den jeweiligen Benutzer sichtbar sind. (Unterstützt ALL oder USER anstelle von DBA.)
  • DBA_HEATMAP_TOP_OBJECTS: Zeigt Zugriffsinformation für die Top-1.000 Objekte.
  • DBA_HEATMAP_TOP_TABLESPACES: Zeigt Zugriffsinformation für die Top-100-Tablespaces.

Um tiefer in die Informationen einzutauchen, die Heat Map erstellt, können Sie das DBMS_HEAT_MAP PL/SQL-Paket nutzen, das auf verschiedenen Ebenen eine Schnittstelle zu den Heat Map-Daten bereitstellt, einschließlich der Blöcke, Extents, Segmente, Objekte und Tablespaces. Das Paket enthält eine Reihe von Prozeduren, die Ihnen Details darüber liefern, wie die Daten in Ihrer Datenbank abgerufen werden.

Automatische Datenoptimierung

Obwohl es sinnvoll sein kann, auf das Heat Map Tool manuell zuzugreifen, ist die wichtigere Funktion seine Fähigkeit, ADO automatisch mit Informationen zu versorgen, die es braucht, um Daten zu verschieben und zu komprimieren. Automatic Data Optimization bietet die notwendigen Mechanismen dafür, die Heat Map Informationen auf die gespeicherten Daten anzuwenden.

Im Kern von ADO stecken eine Reihe benutzerdefinierter Richtlinien, die Ihre Storage Tiering Präferenzen spezifizieren. Oracle Database evaluiert diese Richtlinien regelmäßig, um zu prüfen, ob irgendwelche Daten verschoben oder komprimiert werden sollen, und wann dieser Job zu erledigen ist. Wenn eine Aktion ausgeführt werden muss, erledigt dies ADO automatisch im Datenbank-Wartungsfenster. Der Datenbank-Admin kann die Policies aber auch manuell ausführen.

Und so geht es: Sie definieren eine oder mehrere ADO Policies auf der Tabelle, die die zu verwaltenden Daten enthalten. Eine Richtlinie kann spezifizieren, ob man die Komprimierung oder das Verschieben der Daten implementieren möchte. Bei der Konfiguration der Kompressions-Richtlinien müssen Sie den Komprimierungstyp wählen und angeben, ob Sie die Kompression auf Zeilen- oder Segmentebene implementieren möchten. Außerdem müssen Sie festlegen, wann die Kompression ausgeführt werden soll.

Angenommen, Sie konfigurieren eine Policy für eine Tabelle mit Umsatzdaten. Für den Komprimierungstyp wählen Sie in diesem Fall die Advanced Row Compression (fortgeschrittene Zeilenkomprimierung). Dann legen Sie fest, dass die Kompression auf Segmentebene erfolgen soll. Schließlich geben Sie an, dass die Daten nach 60 Tagen ohne Änderungen komprimiert werden sollen.

Die Richtlinien für Automatic Data Optimization unterstützen eine Reihe von Komprimierungstypen:

  • COMPRESS: Ermöglicht die Kompression einfacher Tabellen. Dies ist das gleiche wie die Angabe ROW STORE COMPRESS BASIC.
  • ROW STORE COMPRESS BASIC: Ermöglicht die Kompression einfacher Tabellen.
  • ROW STORE COMPRESS ADVANCED: Ermöglicht erweiterte Zeilenkomprimierung. Oracle Database komprimiert die Daten während DML (Data Manipulation Language) -Operationen. Dies wird empfohlen für Anwendungen mit Online-Transaktionsverarbeitung.
  • COLUMNSTORE COMPRESS FOR QUERY: Ermöglicht Hybrid Columnar Compression, indem Daten in ein spaltenorientiertes Format umgewandelt und anschließend komprimiert werden. Diese Kompression ist nützlich für Data Warehouses.
  • COLUMNSTORE COMPRESS FOR ARCHIVE: Ermöglicht Hybrid Columnar Compression, aber die Daten werden auf einem höheren Level komprimiert, als dies mit COLUMNSTORE COMPRESS FOR QUERY erfolgt. Diese Kompression ist nützlich bei der Archivierung von Daten.
  • NOCOMPRESS: Deaktiviert die Tabellen-Kompression. Dies ist die Standardeinstellung.

Wenn Sie eine Richtlinie konfigurieren, um Daten zu verschieben, müssen Sie das Ziel Tablespace angeben, also wohin die Daten verschoben werden sollen.

Sie können eine ADO Policy innerhalb einer CREATE TABLE-Anweisung oder ALTER TABLE-Anweisung definieren. Nutzen Sie die Oracle Database-Dokumentation für weitere Einzelheiten darüber, wie man eine Richtlinie für eine Tabelle hinzufügt, sowie das Deaktivieren, Aktivieren, Löschen und Anzeigen von ADO-Richtlinien.

Oracle bietet auch eine Reihe von Data Dictionary Views an, die Details über ADO Policies angeben. Darüber hinaus sind zwei PL / SQL-Pakete für die Ausführung von fortgeschrittenen Management-Aufgaben für ADO Richtlinien verfügbar. Das DBMS_ILM Paket bietet Tools für die Bewertung von ADO Policy Operationen und das Managen von ADO-bezogenen Aufgaben. Das DBMS_ILM_ADMIN Paket enthält Werkzeuge für die Anpassung der Ausführung von ADO Policys. Weitere Informationen bietet die Oracle Database-Dokumentation.

Über den Autor:

Robert Sheldon ist technischer Berater und Autor mehrerer Bücher, Artikel und Schulungsmaterialien über Microsoft Windows, relationale Datenbank-Management- Systeme (DBMS) sowie Business-Intelligence- (BI-) Design und -Implementierung.

Artikel wurde zuletzt im Juli 2014 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenbanksysteme

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close