Java-Administration in SAP: Drei Tipps für Basis-Administratoren

Früher oder später müssen sich Basis-Administratoren mit der Nutzung von Java im SAP-System beschäftigen. Hier finden SAP-Admins Tipps zum Thema.

Die Rolle der Java-Plattform in der SAP-Welt war lange Zeit unklar. Für die Zeit kurz nach ihrer Entstehung galt die Programmiersprache Java als Zukunft für SAP, während Advanced Business Application Programming (ABAP) als eine Art „Altlast“ gesehen wurde. 

In den vergangenen Jahren hat SAP aber die Rolle der Java-Plattform in der SAP-Welt geklärt. Java dient jetzt vor allem für die Entwicklung der Benutzeroberfläche und Benutzerschnittstelle sowie die Integrations-Technologien. ABAP bildet weiterhin den Kern der SAP Business Suite und wird für das Management der Transaktionsverarbeitung und kritischen Business-Funktionen genutzt.

Das bedeutet aber nicht, dass Basis-Administratoren sich nicht um die Java-Administration in SAP kümmern müssen. Die meisten Administratoren werden wahrscheinlich mit Java-Anwendungen interagieren, da etwa das SAP NetWeaver Portal und NetWeaver XI / PI zu 100 Prozent auf Java basieren. Die Funktionen der Java-Administration und der Basis-Administration sind in SAP sehr ähnlich, sie werden nur mit unterschiedlichen Tools und Methoden umgesetzt.

Der Vergleich zeigt:

  • ein Java-Administrator muss auch Protokolle und Logs auf Fehler überprüfen;
  • ein Java-Administrator muss auch die Speicherauslastung überwachen;
  • ein Java-Administrator muss auch die Aktivitäten der Benutzer beobachten.

Dieser Artikel erläutert Aufgaben und Tools für die Administration der Java-Plattform in SAP. Basis-Administratoren können damit ihre Kenntnisse für die Administration eines ABAP-Systems auf die Java-Plattform übertragen.

Informationen über eine Instanz von SAP Java finden

Wie finden Administratoren detaillierte Informationen über eine Java-Instanz? Auf einem ABAP-System erhalten sie durch Klick auf System / Status in der SAP-GUI ausführliche Informationen zu den installierten Komponenten und Patches des Systems.

Abbildung 1

Auf einem Java-System erhalten Administratoren diese Informationen über die Hauptseite des Java Servers. Diese Seite öffnet sich im Browser über das Stammverzeichnis des Java Servers, etwa unter der Adresse http://<server_name>:<port>/index.html. Die Seite sieht aus wie in Abbildung 2.

Abbildung 2

Dort gibt es unter anderem den Link „Systeminformationen“. Auf dieser Seite finden sich nahezu die gleichen Informationen wie im ABAP-System unter System / Status, das heißt Details zu den einzelnen Versionen der installierten Softwarekomponenten. Zudem erhalten Administratoren dort ausführliche Informationen zur Konfiguration jeder Java Virtual Machine auf jedem Server-Knoten inklusive Links zu weiteren Details.

Abbildung 3

Protokolle und Logs für SAP Java-Systeme finden

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Der Basis-Administrator eines ABAP-Systems verbringt oft viel Zeit mit der Prüfung des System-Protokolls /Logs, um das SAP-System zu analysieren und Fehler oder Fehlerquellen zu suchen.

In einem Java-basierten System gibt es keinen einzelnen Prozess, der alle Protokolle für alle Java-Systeme auflistet. Erste Anlaufstelle ist hier NetWeaver Administrator. Diesen erreichen Sie auf der Hauptseite des Java Servers über das Menü „NetWeaver Administrator“. Durch Klick auf Systemmanagement / Log and Traces finden Sie die Protokolle und Logs aller Java Server (siehe Abbildung 4).

Abbildung 4

Der Visual Administrator zeigt zusätzlich sämtliche Protokolle und auch Arbeitsverzeichnisse des Systems an.

Speicherauslastung in SAP Java-Systemen überwachen

Ein zentrales Thema für Basis-Administratoren ist die Überwachung der Speicherauslastung. In der SAP-Benutzeroberfläche (GUI) ermöglicht der Transaktionscode STO2 den Zugriff auf die Auslastung der Speicher-Puffer, die Speicher-Leistung, Swaps und sogar den Inhalt der jeweiligen Speicherbereiche.

Abbildung 5

In einem Java-System funktioniert die Speichernutzung etwas anders. Speicherplatz wird hier durch einen Garbage Collection Prozess (Automatische Speicherbereinigung) zugewiesen und später bereinigt. Hier bietet das Root Cause Analysis Work Center des SAP Solution Managers gute Informationen über die Auslastung der Java-Speicher sowie die Leistung und Frequenz der automatischen Speicherbereinigung.

Abbildung 6

SAP bietet seinen Kunden zudem eine kostenlose Lizenz für Wily Introscope, die allerdings mit einigen Einschränkungen arbeitet. Zum Beispiel ist es nicht möglich, individuelle Dashboards und Kunden-Benachrichtigungen zu erstellen. 

Die kostenlose Version von Introscope lässt sich zwar nicht zur Überwachung von Anwendungen außerhalb von SAP nutzen, bildet aber ein sehr wertvolles Werkzeug für die tiefergehende Analyse der Speicherbereiche von SAP-Java-Anwendungen. Die Installation ist daher empfehlenswert, wenn nicht gar erforderlich, um den SAP Support nutzen zu können.

Über den Autor:
David Hull beschäftigt sich mit SAP Basis und verwandten Themen seit über 15 Jahren. Derzeit arbeitet er an der SAP-Infrastruktur für den Walt Disney Konzern. Er ist ein aktiver Blogger im SAP Community Network.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

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