Microsoft Delve: Produktivitätsmesser oder Überwachungs-Tool?

Microsoft Delve misst Kennzahlen von Mitarbeitern. Das lässt sich als persönlicher Produktivitätsmesser einsetzen – oder als Überwachungsinstrument.

Dieser Artikel behandelt

BI-Management

Mit Microsoft Delve lassen sich Kennzahlen von Mitarbeitern messen und deren tägliche Aktivitäten protokollieren....

Mittels Machine Learning erkennt das System, auf welche Daten und Verknüpfungen ein Mitarbeiter häufig zugreift und analysiert diese Zugriffe. Die Ergebnisse werden in einem persönlichen Dashboard bereitgestellt, dessen Oberfläche den GUIs sozialer Netzwerk-Tools ähnelt. Das Dashboard kann so als ein persönlicher Produktivitätsmesser verstanden und eingesetzt werden.

Mit Delve erhalten Mitarbeiter eine Übersicht aller Daten, mit denen sie gearbeitet haben. Microsoft Delve zählt die empfangenen und gesendeten E-Mails, berechnet anhand von Durchschnittwerten, wie viel Zeit ein Mitarbeiter mit dem Lesen und Schreiben von E-Mails verbringt, wie schnell er auf Mails reagiert und welche Arten von Kommunikationsmitteln verwendet werden.

Auch Meetings werden von Delve analysiert. Das Tool registriert, wie viele Meetings besucht werden, wie viel Zeit in den Meetings verbracht wird und stuft diese auch als effizient oder ineffizient ein. Letzteres ist dann der Fall, wenn Meetings zum Beispiel länger als eine Stunde dauern oder sich häufig wiederholen. Auch wie viel Zeit für die Kommunikation mit Personen außerhalb der Organisation verbracht wird, speichert das Tool.

Alle diese Daten sammelt Microsoft Delve und stellt sie in einem Snapshot zusammen. Dieses wird dann auf dem persönlichen Produktivitäts-Dashboard des Mitarbeiters angezeigt. Damit kann der Mitarbeiter schnell sehen, wie viel Zeit er für eine bestimmte Aufgabe aufgewendet oder verschwendet hat. Auf der Basis dieser Daten kann er Maßnahmen ergreifen, um seine Arbeitseffizienz zu verbessern. Für Mitarbeiter, die erfahren möchten, wie viel Zeit sie mit bestimmten Tätigkeiten verbringen und wie sie ihre Tätigkeiten optimieren oder den Zeitaufwand verkürzen können, kann das sehr vorteilhaft sein.

Bis dahin ist Delve ein Hilfsmittel zur Selbstoptimierung im Job. So wie man im Sportbereich Fitness-Tracker einsetzen kann, um etwa sein Lauftraining anzupassen und zu verbessern, macht Delve das analog im Job.

Optimierung für das Management

Doch Delve ist weit mehr als das. Es ist auch ein Optimierungsinstrument für das Management und schafft mehr Transparenz zwischen Manager und Mitarbeiter. Die persönliche Analyse der Produktivität entstammt einer globalen Quelle, so dass ein Manager sich leicht über die Gesamtzeit einer Tätigkeit informieren kann, die in der Organisation für eine bestimmte Aufgabe aufgewendet werden muss. Diese Snapshots können dann auf bestimmte Teams heruntergebrochen werden.

Mit Microsoft Delve kann ein Manager auch erfahren, wie produktiv Sitzungen und bestimmte Kommunikationsmuster sind. Der Manager kann die ausgeführten Arbeitsmuster analysieren und diese Operationen und deren Effizienz feiner abstimmen. Delve kann darüber hinaus dem Management anzeigen, wo ein Kulturwandel herbeigeführt werden sollte, wo der Einsatz unterschiedlicher Kommunikationsmittel gefördert werden sollte und ob es vielleicht einen Mitarbeiter gibt, der zu viel arbeitet und gebremst werden muss.

Der Nachteil ist, dass Delve auch als Schnüffelsoftware wahrgenommen werden kann, welche die Leistung eines Mitarbeiters ausspäht und protokolliert. Es stellt sich die Frage: Wie viel Einblick in die Arbeit und den Arbeitsstil eines Mitarbeiters sollte das Management eigentlich haben? Es gibt einige in den Unternehmen, die sagen, dass Arbeitgeber in der Lage sein sollten, Zugang zu solchen Daten zu haben um zu erfahren, wie leistungsfähig Angestellte arbeiten. Andere sind überzeugt, dass ein Manager nicht zu viel Einblick in Leben und Arbeitsweise eines Arbeitnehmers haben sollte.

Eine einfache Antwort, wie dies gehandhabt werden sollte, gibt es nicht. Aber eins zeigt die Sache mit Delve unzweifelhaft: Es gibt eine Verlagerung der Arbeitskultur, weg von einer individuellen und dezentralen hin zu einer kollaborativeren und zentralisierten Umgebung.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2016 aktualisiert

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