Microsoft Exchange: So halten Sie die Kosten niedrig und die Verfügbarkeit hoch

Wenn Sie über die Einrichtung einer On-Premise Exchange-Umgebung nachdenken, sollten Sie drei Punkte im Auge behalten: Kosten, Storage und Skalierung.

Dieser Artikel behandelt

Exchange-Management

Die Zeit als IT-Abteilungen praktisch ein unbegrenztes Budget für Geschäftsanwendungen hatten ist lange vorbei....

Heute kämpfen sie damit, die Balance zwischen Kosten, Qualität und Funktionen zu halten. Viele Funktionen werden auf das Wesentliche reduziert. Der Ansatz senkt zwar die Bilanz der IT-Abteilung, doch das bedeutet nicht, dass er langfristig der kostengünstigste ist. Die eingesetzten Systeme können auf Dauer mehr Geld für Wartung verschlingen und die Produktivität verringern.

Wenn Sie eine kostengünstige On-Premise Exchange-Umgebung haben möchten, sollten Sie folgende drei Punkte berücksichtigen:

  1. Sie sollten Exchange mit JBOD-Storage bereitstellen.
  2. Sie sollten Exchange selbst seine Verfügbarkeit regeln lassen.
  3. Sie sollten Service-Pläne für ihr Unternehmen definieren und soviele Aufgaben wie möglich automatisieren.

Effiziente Systeme kosten auf lange Sicht weniger

Zwar gibt es Ausnahmen bei der Aussage, dass effiziente Systeme weniger Kosten verursachen, doch meistens trifft sie zu, was gut für ihre Systeme und ihr IT-Budget ist. Der Schlüssel zu Effizienz ist, die Dinge so simple wie möglich zu halten und soviel wie möglich zu automatisieren. Wenn Sie von Standard-Systemfunktionen abweichen, erhöhen Sie nur die Komplexität und damit die Implementierungs- und Wartungskosten.

Wenn ich von einer Standard-Exchange-Umgebung spreche, zielt das nicht auf Mindestanforderungen und Vorschriften ab. Ich meine damit eher eine Reihe von Standardkomponenten und Richtlinie, die Ihre unternehmensweiten Collaboration-Optionen betreffen. Eine standardmäßige Exchange-Umgebung verfolgt in erster Linie die Best-Practice-Vorgaben von Microsoft – gebündelt in der Produktarchitektur von Exchange.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, müssen Sie evaluieren, ob Sie Exchange auf JBOD-Storage für Exchange 2010 – oder besser - für Exchange 2013 bereitstellen. Ein Grund, der dafür spricht: Exchange wurde speziell für JBOD-Storage entwickelt und erzielt damit die besten Ergebnisse.

Die Standard-Konfiguration von Exchange ist die einfachste Option

Viele Umgebungen weichen von der Standard-Konfiguration ab, nicht zuletzt beim Storage. Sie tendieren eher zu RAID oder sogar einem SAN statt JBOD zu verwenden. Doch wenn man eine Kostenanalyse macht, gibt es kaum Fälle, in denen sich RAID oder SAN rentieren.

Natürlich gibt es immer zwei Seiten einer Medaille. Wenn Sie Exchange auf JBOD bereitstellen, sollten Sie den Design-Richtlinien folgen. Das bedeutet, Sie sollten mindestens drei Datenbankkopien haben. Für viele Firmen sind drei oder mehr Datenbankkopien ein erheblicher Anstieg im Vergleich zum Status Quo. Die zusätzlichen Kosten für mehr Server können zudem die Kosteneinsparungen, die man durch JBOD erzielt hat, wieder auffressen. Dabei ist Skalierung ein wichtiger Punkt, um möglichst  viele Vorteile aus einer Umgebung mit JBOD herauszuholen.

Skalieren, um Kosten zu senken

Wenn ein Unternehmen eine möglichst hohe Kosteneinsparung für sein IT-Budget erzielen möchte, muss es an der Skalierung schrauben. Das ist allerdings nur möglich, wenn es groß genug ist. Kleine Firmen haben es verhältnismäßig schwer, eine Standardimplementierung zu nutzen und die Kosten spürbar zu senken. Der größte Unterschied sind hierbei nicht die Anschaffungskosten, sondern die geringeren Kosten bei der Unterhaltung.

Ein gutes Beispiel für Skalierung ist Office 365. Microsoft kann Postfächer zu einem günstigen Preis anbieten, da es eine extrem große Skala nutzt, in der Office 365 arbeitet. Skalierung macht in diesem Fall auch für kleine Firmen Sinn.

Einen Software- oder Hardware-definierten Ansatz wählen

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird ist, ob Software oder Hardware die Verfügbarkeit einer Anwendung kontrollieren soll. Sie sind es gewohnt, dass Sie sich auf hardwarebasierte Ausfallmechanismen wie RAID, NIC-Teaming oder SAN-Replikation verlassen können, um elastische Anwendungen zu gewährleisten. Die Anwendung bemerkt dabei allerdings nichts von diesen Funktionen.

Dieser Ansatz funktionierte in der Vergangenheit gut und kommt auch heute noch zur Anwendung. Exchange wurde allerdings weiterentwickelt, da einige Hardwarefunktionen nicht in der Lage waren, bestimmte Softwarefunktionen zu bearbeiten. Exchange kann mittlerweile eigenständig seine Verfügbarkeit regeln, unabhängig von der Hardware, auf der es arbeitet. Wenn Sie die Software-definierte Verfügbarkeit mit einem niedrigeren Ressourcenverbrauch kombinieren, können Sie Exchange auf relativ kostengünstiger Hardware bereitstellen.

Ein offensichtlicher Vorteil des Software-definierten Ansatzes ist es, dass die Anwendung sich selbst regelt und im Vergleich zu einem hardwarebasierten Ansatz auch einen Ausfall berücksichtigt. Ein hardwarebasierter Ansatz ist blind für die Anwendung, die darauf läuft. Daher schützt eine elastische Hardware zwar vor möglichen Hardwareproblemen, doch sie schützt nicht die Anwendung oder deren Daten vor einem Softwarefehler. Zudem kann es keine Service-Verfügbarkeit garantieren.

Die Kombination beider Ansätze führt in der Regel zu einer hochverfügbaren Lösung – und höheren Gesamtkosten. Der Ansatz von Microsoft (inspiriert von Office 365) ist es, dass es der Anwendung egal ist, wenn die Serverhardware Probleme macht. Das intendiert natürlich nicht, dass man sich keine Gedanken machen soll, wenn ein Server abstürzt. Doch der Ausfall eines Server sollte keinen Einfluss auf Exchange haben. Das lässt sich nur erreichen, wenn die Anwendungsschicht letztlich komplett von der Infrastruktur abstrahiert ist.

Über den Autor: Michael van Horenbeeck ist IT-Berater, zertifizierte Microsoft Trainer und Exchange MVP. Seine Arbeit dreht sich vor allem um Exchange Server, Office 365, Active Directory und Lync. Van Horenbeeck ist seit zwölf Jahren in der Branche und ein aktiver Blogger. Zudem ist er Mitglied der Belgian Unified Communications User Group Pro-Exchange und wirkt regelmäßig am The UC Architects Podcast mit.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert

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