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Microsoft PowerApps: Business-Apps ohne Vorkenntnisse entwickeln

Mit den Microsoft PowerApps können Benutzer ohne Entwicklungserfahrung eine individuelle, mobil einsetzbare Business-App entwerfen und verwalten.

Im Laufe der Jahre hat Microsoft SharePoint vielen Unternehmen geholfen, einen großen Teil ihrer Daten zu zentralisieren. SharePoint ist deshalb inzwischen zu einem der beliebtesten Enterprise-Content-Management-Systeme (ECM) geworden. Egal ob Organisationen es zum Speichern und Abrufen von Dokumenten nutzen oder InfoPath-Formulare zur Erfassung bestimmter Geschäftsdaten verwenden – die Plattform wurde auf breiter Basis angenommen.

Weil Microsoft aber das Ende der InfoPath-Produktentwicklung bekannt gegeben hat, haben viele SharePoint-Administratoren gerätselt, warum der Softwarekonzern das Tool abschaffen will, welches so vielen half, die Lücke bei der Erfassung von wichtigen Geschäftsdaten zu schließen. Des Rätels Lösung sind die Microsoft PowerApps. Die Veröffentlichung von Microsoft PowerApps macht die Fähigkeiten von InfoPath weitgehend überflüssig.

Was hat es mit PowerApps auf sich? Angekündigt im April 2016 bieten Microsoft PowerApps die Möglichkeit, interaktive Formulare zu erstellen, die Daten erfassen können und so flexibel sind, dass sie auf jedem Gerät eingesetzt werden können – unabhängig von der Größe oder Plattform und ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben.

PowerApps ermöglichen es jedem Benutzer, eine individuelle, mobil einsetzbare Business-App zu entwerfen und zu verwalten. Gearbeitet wird dabei in einer für Office-Anwender vertrauten Umgebung, welche kaum Programmierkenntnisse erfordert. Die erzeugten Apps können auf bereits im Unternehmen vorhandene Daten zurückgreifen und damit sowohl neue Anwendungsfälle abdecken, als auch existierende Systeme um eine mobile Komponente ergänzen. Firmen ohne Entwicklungs-Know-how können damit zum Beispiel leicht Apps erstellen, die Mitarbeitern und Partnern Zugriff auf Unternehmensdaten geben.

Betrachten wir einige dieser Features aus technischer und nicht-technischer Sicht näher.

Apps bauen ohne Code

Mit einem leicht nutzbaren Designer kann der Anwender neue Apps innerhalb von Minuten entwerfen. Benutzer können die Designer-Anwendung mit bereits bestehenden App-Vorlagen wie Asset-Tracking, Apps für Serviceanfragen und Inspektions-Apps verwenden.

Darüber hinaus erlaubt es die Anwendung, Geschäftsdaten aus verschiedenen Datenquellen auszuwählen, und den Ort festzulegen, wo die neu erfassten Daten gespeichert werden sollen. Letzteres geschieht über die bereits vorhandenen Anschlüsse, SaaS-basierte Lösungen (Software as a Service) oder andere häufig verwendete Datenspeicher.

Integration Out-of-the-Box

Die Integration mehrerer Plattformen und Anwendungen ist schon immer eine große Herausforderung gewesen. Manche Projekte sind sogar mangels Integrationsfähigkeit gescheitert oder wegen der hohen Kosten für den Aufbau von Schnittstellen für die von der Firma verwendeten Systeme.

Microsoft hat dieses Problem erkannt und entschieden, entsprechende Features in PowerApps einzubauen. Die Microsoft PowerApps werden deshalb mit bereits bestehenden Integrationsadaptern ausgeliefert: Von Office 365 über Dropbox bis zu Twitter, SQL, Salesforce, MailChimp, SharePoint, Slack, CRM Online und Azure Service Bus. Alle verfügbaren Verbindungen können in den FAQs zu PowerApps nachgelesen werden.

Einmal bauen und an mehreren Plattformen ausliefern

In Anbetracht der Tatsache, dass es im mobilen Bereich viele unterschiedliche Plattformen gibt, war es Microsoft ein Anliegen, dass PowerApps von Android-, iOS- und Windows-Geräten verwendet werden können. Diese Flexibilität gewährleistet, dass Unternehmen ihre Apps nicht auf eine bestimmte Plattform beschränken müssen.

Historisch gesehen, erfordert die Entwicklung von Anwendungen Entwickler (für die technische Architekturplanung und Codierung) und Business-Anwender (für das Vorgeben der Ziele). Das führt in vielen Fällen zu einem permanenten hin und her, wenn man sicherstellen möchte, dass alle Anforderungen erfüllt und das Team sich darauf einigen kann, was ausgeliefert werden soll.

Die Folge sind oft Verzögerungen und zusätzliche Kosten. Mit den PowerApps soll das anders werden: Die Leichtigkeit der PowerApps-Nutzung und das Code-freie designen ermöglicht es dem Business-Anwender, selbst als Entwickler zu agieren und die Software ohne viel Aufwand nach seinem Wunsch zu gestalten.

Das versteckte Juwel

Wie viele SharePoint-Benutzer wissen, verhalf InfoPath den Workflow-Funktionen, die SharePoint integriert hat, zum Durchbruch. Trotz der Einschränkungen bei Standard-Workflows, sind sie bei den Anwendern sehr beliebt. Aber mit den PowerApps, die Microsoft Flow verwenden (den neuesten Cloud-basierten Workflows), können Unternehmen nun echte Business-Automatisierung und Integration erreichen – und dazu voll integriert mit den Anwendungen, die über PowerApps erstellt wurden.

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Mit einigen nützlichen Out-of-the-Box Workflows sowie anpassbaren Workflows können Business-Anwender im Rahmen von Flow Prozesse wie nie zuvor automatisieren. Beispielsweise lässt sich damit ein Auftrag über eine benutzerdefinierten PowerApps Anwendung erfassen. Anschließend können die Daten nahtlos und direkt in Microsoft CRM geschoben oder es kann eine E-Mail-Benachrichtigung versendet werden. Ein weiteres Beispiel ist das Entdecken spezifischer Muster – etwa von Unternehmens- oder Produktnamen – in Social-Media-Diensten wie Twitter, um dann eine entsprechende E-Mail zu verschicken oder eine Datei hochzuladen.

Vergessen Sie die Tastatur

Während InfoPath Formularfelder erstellt, um Daten zu erfassen, macht PowerApps das effektiver. Die Plattform ermöglicht es Endnutzern, die gewünschten Web- und Tablet-Anwendungen zu erstellen, und dabei alle Funktionen der Hardware auszunutzen, auf der die App läuft. Beispielsweise kann nativ auf GPS, die Stiftsteuerung und die Kamera aus der App heraus mit wenig Aufwand und ohne Entwicklung zugegriffen werden.

In Anbetracht der Tatsache, wie heute gearbeitet wird – mit mehreren Geräten und Plattformen und mit der scheinbar unüberwindbaren Lücke zwischen den Fähigkeiten von Business-Anwendungen und den Bedürfnissen der Unternehmen – könnte Microsoft PowerApps viele dieser Probleme auflösen oder zumindest abmildern.

Während der aktuellen Preview-Phase steht die PowerApps Plattform als kostenloser Service zur Verfügung. Microsoft plant zwar eine kostenpflichtige Version, die Preise stehen aber noch nicht fest. Angesichts der Fähigkeiten, die die Plattform bietet, ist es wahrscheinlich, dass viele Business-Anwender und Entwickler PowerApps bewerten – und sie für ihre Zwecke nutzen werden.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2016 aktualisiert

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