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Microsoft SQL Server 2016: Sechs Szenarien für die Lizenzierung des DBMS

Die Lizenzverwaltung von Microsoft-Produkten kann unübersichtlich sein. Sechs häufige Szenarien für die Lizenzierung von Microsoft SQL Server 2016.

Die Lizenzanforderungen für Microsoft SQL Server 2016 können sehr unterschiedlich sein – abhängig davon, welche SQL Server Edition man verwendet und wie die Software implementiert wird. Dies macht es schwierig, herauszufinden, was genau zu beachten ist, um SQL Server entsprechend zu lizenzieren. In der Tat kann die Lizenzierung von Microsoft SQL Server 2016 komplexer erscheinen als die Technologie selbst.

Um Anwendern durch diese Komplexität zu geleiten, werden im Folgenden sechs Lizenzierungsszenarien für SQL Server 2016 skizziert und Anforderungen aufgezählt.

Server- und Client-Lizenzierung

Setzt man die Standard Edition von SQL Server 2016 ein, kann man das Lizenzierungsmodell pro Kern oder das Modell Server + CAL verwenden. Beim zweiten Ansatz benötigt jede SQL-Server-Instanz eine Serverlizenz und eine Client-Zugriffslizenz (Client Access License, CAL) für jedes Gerät, das eine Verbindung zum Server herstellt – egal wie viele Prozessorkerne im Server sind, bis zur maximalen Konfiguration von 24 Kernen in der Standard Edition.

Das Lizenzierungsmodell Server + CAL wird in der Regel in On-Premise-Implementierungen mit einer bekannten Anzahl von Benutzern und Geräten eingesetzt, die auf SQL Server zugreifen. Das Modell ist nur für die Standard Edition verfügbar.

Pro-Kern-Lizenzierung

Die Lizenzierung pro Kern ist für die SQL Server 2016 Enterprise und Standard Edition verfügbar. Damit lizenziert Microsoft der Anzahl der physischen oder virtuellen Prozessorkerne in einem SQL-Server-System. Es ist mindestens eine Lizenz für vier Kerne erforderlich, auch wenn der Server weniger als vier Kerne hat. Zusätzliche Lizenzen werden in Paketen für zwei Kerne erworben.

Um SQL Server in einem Acht-Kern-System auszuführen, benötigt man die Lizenz für vier Kerne plus zwei Pakete mit zusätzlichen Lizenzen. In virtualisierten Systemen entspricht ein virtueller Kern einem Hardware-Thread.

Man benötigt keine CAL in einem Pro-Kern-Lizenzierungsmodell, das für Web- und Cloud-Szenarien sowie große On-Premises-Anwendungen gedacht ist, in denen man die Anzahl der verbundenen Benutzer und Geräte nicht zuverlässig kennt. Dies erlaubt eine unbegrenzte Anzahl von Verbindungen zu SQL-Serverinstanzen.

SQL-Server-Kernlizenzen upgraden

Bei einer Pro-Kern-Lizenzierung für SQL Server 2016 Enterprise oder Standard Edition sollte man beachten, dass, wenn man mehrere Kerne zu einem System hinzufügen muss, der Kauf von Lizenzpaketen mit zwei Kernen erforderlich ist.

Um bei dem Beispiel von oben zu bleiben: Wenn man sich entscheidet, die SQL-Server-Instanz von acht Kerne auf zehn Kerne zu aktualisieren, muss man ein Lizenzpaket mit zwei Kernen kaufen.

Lizenzierung für maximale Virtualisierung

Nehmen wir an, man hat einen Host-Server mit 64 physischen Kernen und möchte 20 verschiedene SQL-Server-Instanzen virtualisieren. Die Lizenzierung auf einer Pro-Server-Basis würde es erforderlich machen, alle 20 virtuelle Maschinen (VM) für SQL Server einzeln zu lizenzieren – und das ist natürlich nur eine Option bei der Standard Edition. Verwendet man regulär eine Lizenzierung pro Kern, müsste man alle virtuellen Kerne in allen VMs lizenzieren. Wenn jede VM vier Kerne hat, würde dies 80 Kernlizenzen erfordern.

Die Lizenzierung für maximale Virtualisierung in der SQL Server 2016 Enterprise Edition ermöglicht es, alle physischen Kerne im Virtualisierungs-Host zu lizenzieren und so viele virtuelle SQL-Server-Instanzen auszuführen wie man möchte, bis zur Anzahl der Kernlizenzen, die man gekauft hat – unabhängig davon, wie viele virtuelle Kerne verwendet werden.

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Deckt man darüber hinaus die Lizenzierung mit dem Microsoft Wartungs- und Update-Programm Software Assurance (SA) ab, fällt die Beschränkung bei der Anzahl der Instanzen komplett weg und man kann eine unbegrenzte Anzahl von virtuellen Maschinen verwenden.

Maximale Virtualisierung ist für eine Private-Cloud-Implementierung mit einer großen Anzahl von virtuellen Maschinen konzipiert und für Umgebungen, in denen virtuelle Maschinen regelmäßig bereitgestellt und offline genommen werden. Die SQL-Server-2016-Lizenzierung für maximale Virtualisierung funktioniert auf die gleiche Weise mit einem VMware-vSphere-Host wie mit dem Virtualisierungs-Hypervisor Microsoft Hyper-V.

AlwaysOn Failover-Cluster-Instanzen (FCI)

Bei der Lizenzierung von SQL Server 2016 gibt es auch das Problem aktiver versus passiver Datenbankserver in Implementierungen, die Hochverfügbarkeitstechnologien enthalten, wie zum Beispiel AlwaysOn Failover-Cluster-Instanzen (FCI) und AlwaysOn Verfügbarkeitsgruppen. Beide beinhalten sekundäre Server, die entweder aktiv oder passiv sein können.

Im Falle eines Zwei-Knoten-FCI-Setups mit der SQL Server 2016 Standard Edition, bei dem beide Knoten zwölf Kerne haben und man das Lizenzierungsmodell Server + CAL verwendet, muss man die sekundären Knoten nicht lizenzieren, wenn diese wirklich passiv sind – also zum Beispiel keine Workloads ausführen. In diesem Szenario benötigt man nur eine Serverlizenz, die mit Software Assurance (SA) abgedeckt ist plus CALs für die verbundenen Benutzer und Geräte.

AlwaysOn Verfügbarkeitgruppen

Nehmen wir an, man hat eine Zwei-Knoten-Konfiguration mit AlwaysOn Verfügbarkeitsgruppen, bei der jeder Server SQL Server 2016 Enterprise Edition mit acht Kernen ausführt – der sekundäre Server wird dabei jedoch für Backups verwendet. Setzt man AlwaysOn Verfügbarkeitsgruppen auf diese Weise ein, wird der sekundäre Server nicht als passiv betrachtet und muss lizenziert werden. In diesem Fall muss man acht Kernlizenzen für das primäre SQL-Server-2016-System kaufen sowie acht weitere Lizenzen für das sekundäre System.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2017 aktualisiert

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