Mit SAP Fiori Elements und Smart Controls Fiori-Apps entwickeln

SAP Fiori Elements kann Entwicklungszeit einsparen und eine konsistente App-Nutzererfahrung bieten – wenn Entwickler die Funktionen des Tools kennen.

SAP Fiori Elements und Smart Controls sind Standard UI-Komponenten für Applikationen, die mit der SAPUI5 JavaScript...

Bibliothek geliefert werden, einschließlich SAP Fiori-Apps. Sie setzen auf lokale Annotationsdateien oder Annotationen, die über die OData-Services geliefert werden, um ein intelligentes Vorlagenverhalten zu definieren. Damit entfällt für Entwickler die Notwendigkeit, das erforderliche Verhalten in JavaScript festzulegen.

Der Ansatz hat Vor- und Nachteile im Vergleich zur Entwicklung von vollständig benutzerdefinierten Frontend-Anwendungen. Der größte Vorteil ist, dass es den Kosten- und Zeitaufwand für die Anwendungsentwicklung und Wartung reduziert. Außerdem helfen die Komponenten dabei, eine konsistente und robuste Benutzererfahrung für Business-Anwender zu bieten.

SAP Fiori Elements und Smart Controls ermöglichen es Entwicklern, sich stärker auf die Ausbildung von OData-Services und die damit verbundenen Metadatenmodelle mit SAP- und vokabularbasierten Annotationen zu konzentrieren. Dies erlaubt es Serviceentwicklern, das Verhalten der zugrundeliegenden Smart Controls zu gestalten, indem sie Schlüsselinformationen darüber bereitstellen, wie sich jeder Controller oder Teile eines Controller-Elements verhalten sollen. Vordefinierte Vorlagen und Controller, die in Fiori Elements und Smart Controls enthalten sind, erfüllen die meisten Aufgaben und befreien Entwickler davon, Client-seitigen JavaScript-Code schreiben zu müssen.

Smart Controls decken eine Vielzahl von Anwendungsfällen ab, darunter Formulare, Diagramme und Tabellen. Fiori Elements wiederum bieten Berichte mit Listen und Filtern, Objektseiten für detaillierte Informationen über ein bestimmtes Objekt, und Übersichtsseiten mit Informationen über ein bestimmtes Thema.

Um die Vorteile standardisierter Anwendungen bieten zu können, begrenzen Fiori Elements und Smart Controls den Umfang möglicher benutzerdefinierter Anpassungen.

Welche Vorteile SAP Fiori Elements bieten

Auch wenn die begrenzte Anpassungsfähigkeit zunächst wie ein Nachteil klingt, ist es einer der größten Vorteile eines intelligenten, vorlagenbasierten Ansatzes für Applikationen. Das SAP Fiori-Konzept erfordert die Erstellung mehrerer kleiner, zielgerichteter und wiederverwendbarer Anwendungen für einen Geschäftsprozess.

Die Verwendung eines vorlagenbasierten Ansatzes stellt sicher, dass diese Applikationen ein ähnliches Look and Feel haben. Außerdem gewährleistet dies die Einhaltung der Fiori Designrichtlinien und passt optisch zu jedem Thema, dass man als SAP-Kunde entwickelt hat. Anwender wissen dadurch, was sie von einer neuen Anwendung erwarten können, die auf Fiori Elements basiert, so dass weniger Schulungen erforderlich sind, auch wenn kein umfangreiches Monitoring während der Anwendungsentwicklung stattgefunden hat.

Darüber hinaus bieten Templates und Standard Smart Controls technische Vorteile. Sie reduzieren die Notwendigkeit, kundenspezifische Lösungen und JavaScript-Expertise aufrecht erhalten zu müssen (allerdings sollten weiterhin gewisse Fachkenntnisse vorhanden sein). Sie bieten daneben eine vorhersagbare Leistung im Frontend. Und der Einsatz von Smart Controls zusammen mit Templates sorgt dafür, dass sie wie beabsichtigt verwendet werden. Updates und Verbesserungen erhält man schließlich durch die Aktualisierung der SAPUI5-Bibliotheken.

Die Nachteile der Fiori-Apps

Die Befolgung der von SAP vorgesehenen Entwicklungsvorgaben hat einige Vorteile. Doch in einigen Fällen ist man gezwungen, vom vorgegebenen Weg abzuweichen. Im Rahmen von Fiori Elements arbeiten Entwickler auf Basis einer Anzahl von Abstraktionen, die eingerichtet wurden, um die Erstellung von Fiori-Apps zu beschleunigen. Somit kann das Anpassen oder Erweitern dieser Applikationen eine mühsame Aufgabe werden. SAP definiert dabei die Regeln für die Erweiterung der Anwendungen. Entwickler sollten, wann immer möglich, innerhalb der SAP-Richtlinien arbeiten, um Brüche beim Upgrade von SAPUI5 zu vermeiden.

Annotationen benötigen außerdem ein gewisses Verständnis, bevor sie verwendet werden, um das Verhalten von Fiori Elements und Smart Controls zu gestalten. Die beiden Annotationsformen (SAP-basiert und vokabularbasiert) sind häufig beide erforderlich, um ein bestimmtes Verhalten für Steuerelemente zu implementieren.

Ein Beispiel hierfür ist die Deklaration eines Festwertbereichsfilters für eine intelligente Filterleistensteuerung (Drop-down-Liste). Die SAP-Annotation kann ein bestimmtes Feld als Festwert definieren, wogegen die vokabularbasierte Annotation den OData-Serviceaufruf definieren würde, der erforderlich ist, um die Menge der festen Werte zu füllen.

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Auch wenn dies nicht allzu kompliziert ist, erfordert es ein Verständnis der möglichen Einstellungen, die das Vokabular definieren kann und wie sie zusammenarbeiten können, um das Ziel zu erreichen. Derzeit gibt es einen Annotations-Builder in der SAP Web IDE für die HANA Cloud Platform, der die Konfiguration einiger vokabularbasierter Annotationen ermöglicht. Dieses Tool befindet sich allerdings noch in Arbeit, so dass Entwickler möglicherweise manuell das XML der Annotationsdatei editieren müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Darüber hinaus befreien Fiori Elements und Smart Controls Entwickler nicht von der Notwendigkeit, ihre Fiori-Anwendungen zu lokalisieren. Benötigt man zusätzliche Sprachen, muss man immer noch die i18n-Ressourcen definieren.

Natürlich gibt es Anwendungsfälle, die vollständig angepasste Fiori-Apps erfordern. Für diese Anwendungen benötigt man weiterhin die Möglichkeit, diese auf Basis von SAPUI5 oder einer anderen Plattform zu entwerfen, zu entwickeln und zu pflegen. Dennoch sollten Fiori Elements und Smart Controls möglichst optimal genutzt werden, wo es strategisch sinnvoll ist, um komplexe Projekte zu bewältigen.

Über die Autoren:
Ethan Jewett ist unabhängiger Berater und SAP Mentor. Er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Coredatra.

Joe Rupert ist technischer Consultant bei Bowdark Consulting. Es konzentriert sich bei seiner Arbeit auf Anwendungsdesign und kundenspezifische Entwicklungen auf SAP-Plattformen.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2016 aktualisiert

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