Mit SharePoint 2013 rücken Upgrade-Probleme wieder in den Mittelpunkt

Auf Unternehmen kommen mit einem Upgrade auf SharePoint 2013 gravierende Umstellungen zu. Schon im Vorfeld gilt es, mögliche Probleme zu vermeiden.

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Sharepoint-Management

Entsprechend seiner gängigen Praxis, Upgrades der Teamwork-Plattform SharePoint ungefähr alle drei Jahre auf den...

Markt zu bringen, hat Microsoft Ende 2012 eine neue Version vorgestellt. Mit der Auslieferung von SharePoint 2013, das anfangs nur für Kunden mit Volumenlizenzverträgen sowie TechNet- und MSDN-Abonnenten verfügbar war, müssen sich IT-Leiter und SharePoint-Administratoren erneut Gedanken machen, was ein Upgrade für ihr Unternehmen - und die Mitarbeiter - bedeutet.

Aus technischer Sicht stellt der Upgrade-Vorgang auf SharePoint 2013 eine Vielzahl von Herausforderungen und Problemen dar, die es zu vermeiden oder zu entschärfen gilt, damit der Weg zu einer erfolgreichen Bereitstellung geebnet ist. Das beginnt ganz elementar mit der Prüfung, ob die IT-Infrastruktur aufgerüstet werden muss.

Es ist nicht unüblich, dass neue Versionen von Microsofts Unternehmens-Software, zum Beispiel SharePoint, Exchange und SQL Server, neue und leistungsfähigere Hardware erfordern. Die langen Pausen zwischen den Releases bedeuten auch, dass Updates zusätzliche Server-Funktionalität und Verbesserungen nutzen können, die Hardware-Anbieter in der Zwischenzeit implementiert haben. Der Umstieg von der 32- auf die 64-Bit-Architektur ist ein Beispiel aus der Vergangenheit von SharePoint.

Es ist davon auszugehen, dass viele der Systeme mit bestehenden SharePoint-Installationen die Anforderungen der 2013er Version an die Rechenleistung nicht erfüllen. So liegen Microsofts RAM-Mindestanforderungen für Standalone-Systeme sowie Web- und Anwendungsserver mit SharePoint 2013 zwischen 8 GB und 24 GB. Für SharePoint 2010 lagen die Mindestanforderungen zwischen 4 GB und 8 GB.

Fließende Speichergrenzen

Unternehmen erfassen und speichern außerdem immer mehr Daten in strukturierter und unstrukturierter Form. Aufgrund der anfallenden Menge an Dokumenten, E-Mails, Multimedia-Assets, Transaktions- und Stammdaten sowie verschiedenen anderen Inhaltstypen benötigen Firmen Speicherkapazitäten, die alles Dagewesene in den Schatten stellen. In vielen Fällen dient SharePoint dazu, die Speicherung von Inhalten zu verwalten. Zudem haben sich die von Microsoft empfohlenen oberen Grenzwerte für die Anzahl der Elemente in Dokumentbibliotheken und Tasklisten in SharePoint 2013auf mehrere Millionen erhöht. Das heißt, dass SharePoint in der Lage ist, mehr Daten als jemals zuvor zu speichern. Daher sollte eine Einschätzung der Speicheranforderungen für die nächsten drei bis fünf Jahre in die Überlegungen für Upgrades einfließen.

Eine der Stärken von SharePoint ist die breite Basis unabhängiger Software-Anbieter und Systemintegratoren, die die Teamwork-Plattform unterstützen. SharePoint-Kunden können unter tausenden von Add-on-Tools auswählen. In SharePoint 2013 hat Microsoft einige bedeutende Architekturänderungen vorgenommen, die beeinflussen, wie die Software Add-ons unterstützt. Grundsätzlich wurden die von Entwicklern verwendeten Programmierschnittstellen aktualisiert. Dies ist Teil von Microsofts laufendem Vorhaben, die programmgesteuerte Interaktion von Server-seitigen auf Client-seitige Prozesse umzustellen (siehe jQuery) und die Unterstützung für REST-basierte Web-Dienste zu erweitern.

Darüber hinaus verzichtet Microsoft auf die mit SharePoint 2010 eingeführte Sandbox-Funktionalität von Add-ons. Der Konzern unterstützt den Ansatz offiziell nicht mehr und ersetzt ihn durch ein neues App-Modell für Add-ons, das denen ähnelt, die Firmen wie Facebook und Salesforce.com entwickelt haben. Der Einsatz von Software- Sandboxen ermöglichte es mehreren "Mandanten" einer einzelnen SharePoint-Farm, benutzerdefinierten Code oder Code von Drittanbietern hinzuzufügen, ohne dass dadurch andere Nutzer in derselben Umgebung betroffen waren. Aber abgesehen von Kunden, die benutzerdefinierte Add-ons entwickeln, wurde das Konzept kaum akzeptiert.

Das neue Modell ändert die Weise, wie Add-ons in SharePoint funktionieren, erheblich. Kurz gesagt sind alle Add-ons, die den Sandbox-Ansatz verwenden, mit SharePoint 2013 inkompatibel. Unternehmen, die ein Upgrade erwägen und betroffene Add-ons einsetzen, die sie intern entwickelt haben, sollten einkalkulieren, sie neu zu programmieren. SharePoint-Administratoren sollten prüfen, ob Anbieter von lizenzierten Add-ons planen, ihre zugrunde liegende Technologie anzupassen.

Flexible Bereitstellungen von SharePoint 2013

Eine der wesentlichsten Änderungen in SharePoint 2013 betrifft dessen Cloud-Eigenschaften. Microsoft hat die Architektur der neuen Version so gestaltet, dass eine größere Flexibilität bei der Bereitstellung möglich wird. Dazu zählen vollständig Cloud-basierte Systeme und hybride Architekturen, die lokale und Cloud-Technologien kombinieren. Zum Beispiel lassen sich Add-ons für interne SharePoint 2013-Systeme über Microsofts Cloud-Plattform Windows Azure ausführen. Alternativ dazu können Firmen, die über die entsprechenden Ressourcen verfügen, private Clouds erstellen und alle oder Teile ihrer SharePoint-Farmen dort ausführen. Kleine und mittelständische Unternehmen hingegen können mit dem neu aktualisierten Office-365-Dienst ihre Systeme komplett in der Cloud laufen lassen.

Microsoft hat ebenfalls seinen Dienst SkyDrive ausgebaut, der eine Cloud-basierte Speicherung von Dokumenten und Dateien bietet und Daten zwischen verschiedenen Computern und Geräten synchronisiert. Zusammen mit SharePoint 2013 hat Microsoft das zusätzliche Tool SkyDrive Pro vorgestellt, das die Dokumentenspeicherung in SharePoint ergänzt und so Geschäftskunden die Möglichkeit bietet, Dateien direkt in SharePoint-Bibliotheken oder in ihren SkyDrive-Pro-Konten zu speichern.

Die durch die neuen Cloud-Optionen gewonnene größere Flexibilität eröffnet SharePoint-Nutzern sicher neue Möglichkeiten. Gleichzeitig wachsen die Sorgen in Bezug auf den Datenschutz, den gesamten Lebenszyklus der Inhaltsverwaltung und die Steuerung der Benutzerzugriffe (etwa neue Firewall-Regeln und Zugriffsschemas).

Kein Upgrade von einer Version auf eine andere ist einfach, wenn Unternehmens-Software betroffen ist. Aber ein Upgrade auf SharePoint 2013 verspricht angesichts der Menge der Architekturänderungen in der Software eine besondere Herausforderung. Hinzu kommen noch eine Vielzahl neuer Frontend-Funktionen, beispielsweise eine umgestaltete Benutzeroberfläche und erweiterte Social-Networking-Fähigkeiten für Unternehmen.

Um einen reibungslosen Übergang von älteren SharePoint-Versionen sicherzustellen, ist ein interdisziplinäres Team notwendig, in dem neben Anwendungsentwicklern, Infrastrukturmanagern und Designern für Benutzeroberflächen auch Mitarbeiter vertreten sind, die sich mit der Benutzerfreundlichkeit beschäftigen. Außerdem lassen sich Entscheidungen über den Einsatz von Upgrades wohl kaum darauf begrenzen, lediglich die neue Software zu prüfen. Vielmehr könnten die erweiterten Cloud-Funktionen von SharePoint 2013 zum Wendepunkt für Unternehmen werden, die darüber nachdenken, wie sie ihre Systeme und Strategien für Teamwork-Plattformen neu definieren sollen.

Shawn Shell ist der Gründer von Consejo Inc., einem im Bereich Beratung und IT-Dienstleistungen tätigen Unternehmen, das sich auf SharePoint, Web-Anwendungsentwicklung, Informationsarchitektur-Design und Verwaltungssysteme für Web-Inhalte spezialisiert hat. Er ist unter der E-Mail-Adresse shawn_shell@consejoinc.comerreichbar.

Sie können uns unter editor@searchcontentmanagement.com eine Mail schreiben und uns auf Twitter unter @sContentMgmt folgen.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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