Nutzen Sie Hypervisor-Funktionen um Exchange bestmöglich zu virtualisieren

Für die Virtualisierung von Exchange kommen Hyper-V, vSphere oder XenServer in Frage. Der richtige Hypervisor hängt von den Ansprüchen Ihrer Firma ab.

Dieser Artikel behandelt

Exchange-Management

Dieser Artikel ist der zweite einer Serie zum Thema, den idealen Hypervisor für Exchange-Virtualisierung zu finden....

Den ersten Teil „Hypervisor-Möglichkeiten für die Exchange-Virtualisierung im Vergleich“ finden Sie hinter diesem Link.

Exchange zu virtualisieren kann sich für Unternehmen auszahlen. Sie sind weniger von Hardware abhängig, senken die laufenden Kosten des Data Centers und es gibt noch einige andere Vorteile. Der Bonus hängt allerdings sehr von der Größe einer Firma und dem eingesetzten Hypervisor ab. Sehen wir uns deswegen einige der Funktionen der drei Hauptanbieter in diesem Segment an. Wir sprechen hier von VMware vSphere, Citrix XenServer und Microsoft Hyper-V. Weiterhin betrachten wir, wie sich jeder dieser Hypervisoren in Ihr Unternehmen einbringen lässt.

In kleineren oder mittelgroßen Umgebungen gibt es bezüglich der Funktionalität wenige Unterschiede bei den Top-Angeboten. Bei großen hochverfügbaren und hochverfügbaren virtuellen Infrastrukturen sind die besonderen Merkmale schon entscheidender. Wegen der Funktionen im Hinblick auf Skalierbarkeit, sind für solche Szenarien vSphere und Hyper-V geeigneter.

Neben Kosten und Installations-Größe, gibt es auch noch andere zu beachtende Kriterien bei der richtigen Plattform-Wahl.

  • Reputation: Denken Sie darüber nach, ob Sie lieber das Produkt eines Marktführers kaufen oder eines von Ihrem favorisierten Hersteller.
  • Unterstützung: Schätzen Sie ein, wie gut ein Hersteller seine Produkte unterstützt. Sie wollen irgendwann nicht auf sich selbst gestellt sein.
  • Internes Fachwissen: Finden Sie heraus, wie viel Wissen Sie zu bestimmten Virtualisierungs-Plattformen bereits im eigenen Haus haben.
  • Typische Anwendungsfälle: Sollte Ihr Unternehmen nicht alle von VMware und Microsoft angebotenen High-End-Funktionalitäten brauchen, wäre XenServer nicht eine attraktive Alternative?

Aus Sicht der Spezifikationen gibt es spezielle Werte, die bei der Wahl eines Hypervisors einen genaueren Blick wert sind (Tabelle 1). Sehen Sie sich die Virtualisierungs-Funktionen an, die Ihre Exchange-Version unterstützt. Evaluieren Sie auch, in welchem Umfang Ihre Umgebung in den nächsten fünf Jahren wachsen soll. Das verfügbare Budget spielt natürlich eine weitere große Rolle.

Tabelle 1: Ein Vergleich der in Frage kommenden Produkte

Wollen Sie Exchange virtualisieren, ist der Gedanke an die Verwendung von Microsoft Hyper-V verlockend. Der Microsoft-Hypervisor wird die Aufgabe schon gut genug erledigen. Das muss aber nicht zwingend der Fall sein. Exchange lässt sich auf fast jedem Hypervisor vernünftig virtualisieren. Voraussetzung ist, dass die darunterliegende Plattform ausgeklügelt geplant ist. Der Hypervisor selbst ist nämlich nur der eine Teil, den Sie auf der Rechnung haben müssen. Allerdings brauchen Sie auch den nötigen Weitblick für die gesamte Umgebung. Wir sprechen hier von einem guten Zusammenspiel von Host-Systemen, Storage, Netzwerk und dem Hypervisor.

Im Hinblick auf Lizenzen und einheitliche Plattform hat der Weg mit Hyper-V zum Virtualisieren von Exchange den geringsten Widerstand. Aus rein technischer Sicht funktioniert eine Exchange-Virtualisierung genauso gut mit vSphere und XenServer.

Bezüglich Performance, spielen Hardware, Storage-Infrastruktur, Netzwerk-Verbindungen und andere virtuelle Workloads in derselben virtualisierten Umgebung eine entscheidende Rolle. Machen Sie sich deswegen Gedanken, welche Plattform den Ansprüchen Ihres Unternehmens am ehesten entgegenkommt. Diese können sich mit der Zeit ändern.

Kritiker behaupten, dass Hyper-V keine vollwertige Option sei. Die Microsoft-Lösung könne mit der Skalierbarkeit von vSphere nicht mithalten. Die Fürsprecher halten dagegen. Microsoft bediene bereits täglich tausende von Anwendern mit Systemen, die auf Hyper-V basieren.

Spezielle Überlegungen bei der Virtualisierung von Exchange

Es gibt da noch ein paar Variablen, die Sie in Betracht ziehen müssen. Somit stellen Sie sicher, dass Microsoft auch die Umgebung unterstützt, die Sie erschaffen wollen. Das hängt unter anderem von der eingesetzten Exchange-Version ab. Einige dieser Überlegungen geben die Route bezüglich Hypervisor-Funktionen und Art der Storage-Konfiguration vor.

Exchange 2007: Exchange Server 2007 bietet produktive Unterstützung für Hardware-Virtualisierung. Das gilt aber nur, wenn Sie einen Hypervisor aus der SVVP-Liste wählen. Exchange-Gäste müssen Exchange 2007 SP1 oder höher am Laufen haben. Die Unified Messaging Serverrolle lässt sich allerdings nicht virtualisieren.

Stellen Sie sicher, dass Exchange-Gäste Storage auf Block-Ebene für die Daten (Datenbanken, Transaktions-Logs, Queues) benutzen. Exchange unterstützt diverse Technologien nicht. Dazu gehört auch Network-Attached Storage (NAS).

Exchange unterstützt keine virtuellen Festplatten, die sich dynamisch bezüglich Größe erweitern. Weiterhin sollten Sie keine Snapshots von Datenträgern oder virtuellen Maschinen innerhalb des Hypervisors durchführen. Andernfalls wird keine volle Unterstützung garantiert. Neben Antiviren-, Backup-Programmen und Management-Tools sollten Sie keine andere Software auf dem Exchange-Gast installieren. Planen Sie CCR (Cluster Continuous Replication) und SCC (Single Copy Cluster), können Sie die nativ eingebaute Hochverfügbarkeit des Hypervisors nicht verwenden.

Exchange 2010: Für Exchange 2010 gilt bezüglich Virtualisierung Ähnliches wie das auch für Exchange 2007 zutrifft. Mit der Einführung von Exchange 2010 SP1 hat Microsoft die Unterstützung allerdings erweitert. Sie können alle Serverrollen von Exchange 2010 nutzen. Das gilt auch für Unified Messaging. DAGs (Database Availability Groups) lassen sich in Verbindung mit den eingebauten Hochverfügbarkeits-Funktionen des Hypervisors nutzen. Das gilt aber nur dann, wenn die virtuellen Maschinen für ein Herunterfahren und Kaltstarten konfiguriert sind oder eine Online-Migration wie zum Beispiel VMware vMotion benutzt wird.

Exchange 2013: Die Virtualisierungs-Unterstützung von Exchange 2013 ist mit der von Exchange 2010 SP1 fast identisch. Sie finden die feinen Unterschiede im Detail im Microsoft TechNet.

Am besten ist es, wenn Sie Ihre eigenen Recherchen durchführen. Lassen Sie sich nicht zu sehr von anderen Meinungen beeinflussen. Am Wichtigsten ist, dass Sie das richtige Produkt für Ihre Ansprüche finden. Evaluieren Sie die Anforderungen, das Wissen im eigenen Haus und das verfügbare Budget.

Vergleichen Sie Ihre Ansprüche mit den Hypervisor-Kandidaten und der darunterliegenden Architektur. Nach diesen Kriterien finden Sie dann die kostengünstigste und effizienteste Variante, um Exchange zu virtualisieren.

Über den Autor: Andy Grogan hat von 2009 bis 2013 mehrmals die Auszeichnung Microsoft Exchange MVP erhalten. Er wohnt in Großbritannien und arbeitet seit 16 Jahren in der IT-Industrie. Seine Spezialgebiete sind Technologien von Microsoft, HP und IBM. Seine Leidenschaft liegt beim Exchange Server. Weitere Spezialgebiete erstrecken sich auf Active Directory, SQL Server, Storage-Lösungen, Technologie-Strategie und technische Führung in großen Unternehmen. Derzeit arbeitet er für eine große Kreisverwaltung in Surrey als technischer Leiter und unterstützt dabei zirka 15.000 Kunden, die über 240 Standorte verteilt sind. Andys Webseite erreichen Sie unter telnetpot25.com.

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2013 aktualisiert

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