vege - Fotolia

Partnerschaft von IBM und Salesforce verschmilzt Watson mit Einstein

Die Kombination von IBM Watson mit der KI-Plattform Salesforce Einstein soll Firmen tiefere Einblicke in ihre Geschäfts- und Kundendaten erlauben.

Zwei der bekanntesten Markennamen mit KI-Fähigkeiten arbeiten künftig zusammen: Die IBM-Salesforce-Partnerschaft soll es Anwendern einfacher machen, Erkenntnisse aus den beiden Plattformen Watson und Einstein zu erhalten. Durch die Suche innerhalb der strukturierten und unstrukturierten Datenmassen in IBM Watson – einschließlich Daten zu Wetterverhältnissen, Finanzdienstleistungen, Einzelhändlern und Gesundheitsinformationen – in Kombination mit den kundenorientierten Daten in Salesforce Einstein, können Unternehmen spezifischere Erkenntnisse für die Kundenausrichtung gewinnen. Darüber hinaus implementiert IBM die Salesforce Service Cloud als Teil der Partnerschaft.

„Einer der Gründe, warum diese Partnerschaft Sinn macht, ist, dass es Einstein Zugang zu den großen Datensätzen zum Beispiel von The Weather Company bietet und es Rechenleistung aus der IBM Cloud liefert“, sagt Alan Lepofsky, Vice President und Principal Analyst bei Constellation Research. „Umgekehrt bietet es IBM einen näheren Zugang zu Salesforce für die Arbeit, die sie rund um die Service Cloud machen.“

Die IBM-Saleforce-Kooperation schafft außerdem eine interessante Entwicklung für den Bereich der künstlichen Intelligenz, ist Lepofsky überzeugt. „Google, Microsoft, Amazon Web Services, Salesforce und IBM kämpfen um Entwickleraufmerksamkeit“, sagt er. „Die Partnerschaft von IBM und Salesforce hilft, ein kombiniertes Ökosystem aufzubauen.“

Salesforce und IBM teilen mehr als 5.000 Kunden. In einem öffentlichen Bericht stichelt Salesforce CEO Marc Benioff gegen den früheren Partner Microsoft – deren Beziehung sich 2016 verschlechterte – indem er sagte, dass Salesforce- nun Microsoft-Produkte bei IBM ersetzen könnten.

Auch wenn IBM Watson als datenreiche, Jeopardy-gewinnende, musikmachende KI-Maschine verkauft, konnte das Unternehmen bisher keine praktischen Anwendungsfälle aufzeigen, wo sich der Datenreichtum in gewinnbringende Erkenntnisse umwandeln lässt. Die IBM-Salesforce-Partnerschaft bietet die Chance, diese Barriere zu überwinden, und unstrukturierte Watson-Daten mit kundenorientierten Salesforce-Daten zu kombinieren.

„Damit Watson in Jeopardy gewinnen konnte, musste er große Mengen Daten und Informationen aufnehmen“, sagt John Bruno, Analyst bei Forrester. „IBM versucht Watson als Produkt zu verkaufen, und nun schauen sie, welche Rolle CRM-Daten dabei spielen können. Sie können die reichen Kontextdaten von Watson mit den Kundendaten von Salesforce verschmelzen.“

In der Theorie könnte ein Einzelhandelsunternehmen durch die Kombination der Kundendaten von Salesforce und den Datentrends, die IBM bietet, Muster beim Einkaufsverhalten von Kunden, Wetterverhältnisse und Einzelhandelsdaten analysieren, um stark personalisierte Kampagnen zu starten. Diese Kombination ist aus Sicht von IBM CEO Virginia (Ginni) Rometty der Hauptvorteil der IBM-Salesforce-Partnerschaft.

„Daten verändern jede Industrie und jeden Beruf auf dieser Welt. KI ist der einzige Weg, um all diese Daten in Wissen und umsetzbare Erkenntnisse zu verwandeln“, sagt Rometty in einem Video-Statement während eines Salesforce Webinars. „Zusammen mit Salesforce bringen wir KI weiter in die Unternehmen und übergeben kognitive Lösungen in die Hände von Millionen von Fachleuten und Entwickler.“

Es gibt mehrere Fähigkeiten, die Watson für die Salesforce CRM-Plattform mitbringt, einschließlich IBM Weather Insights for Salesforce. Das Tool kann von Salesforce-Kunden eingesetzt werden, um eigene Kunden über Wettermuster zu informieren, die Produkte beeinflussen. IBM Weather Insights for Salesforce steht künftig auf Salesforce AppExchange zur Verfügung. Ein weiteres IBM-Produkt, das für Salesforce zur Verfügung steht, ist die IBM Application Integration Suite, welche die Integration von On-Premise- mit Cloud-Daten erlaubt.

Mehr zum Thema IBM Watson:

Sicherheitsratgeber: IBM Watson for Cyber Security ist verfügbar.

IBM Watson Cognitive Computing: Warum BMW und IBM künftig kooperieren.

IBM Watson: Mit kognitiver Technologie Cybergefahren begegnen.

IBM Watson: IT-Revolution oder ganz normale Technologie?

Zwischen Hype und Realität: Was IBM Watson für Analytics bietet.

Nach Ansicht von Bruno sind die möglichen Anwendungsszenarien von The Weather Company ein gutes Beispiel dafür, welche Art von Integration die IBM-Salesforce-Partnerschaft hervorbringen kann. Doch potenzielle Erkenntnisse, die Kunden aus dem industrieweiten Datenschatz von IBM Watson und den CRM-spezifischen Salesforce-Daten erhalten, sind das, was den Analysten bei der Partnerschaft am meisten begeistern.

„Ich sehe den Geschäftswert nicht beim Thema Wetter enden, zumindest was den Verkauf angeht“, sagt Bruno. „Es gibt einige Folgen auf der Serviceseite, doch Watson und The Weather Company sind bekannt, und es erscheint so, als wenn IBM die Muskeln spielen lässt. Es gibt Anwendungsfälle rund um das Thema Wetter, doch es ist eigentlich nur die Spitze des Eisbergs.“

Die ersten Anzeichen für eine mögliche IBM-Salesforce-Partnerschaft konnten Marktbeobachter bereits im Mai 2016 sehen, als IBM Bluewolf, einen langjährigen Salesforce-Partner, für rund 200 Millionen Dollar erwarb. Bluewolf ist aktuell dabei, eine neue Praxis zu etablieren, die Kunden hilft, die kombinierten IBM-Watson- und Salesforce-Einstein-Fähigkeiten zu implementieren, heißt es dazu in einer Bluewolf Pressemitteilung.

Die Mehrheit der integrierten Produkte aus der IBM-Salesforce-Kooperation werden in der zweiten Hälft 2017 verfügbar sein. Preisinformationen wird es erst zum Zeitpunkt der generellen Verfügbarkeit geben. IBM Application Integration Suite for Salesforce wird voraussichtlich Ende März erscheinen, wobei noch keine Preisinformationen verfügbar sind.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im März 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Big Data

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close