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SAP Cloud for Analytics bringt Business Intelligence in die Cloud

Cloud for Analytics ist die neueste BI-Plattform von SAP. Wie aber passt die Anwendung neben Lumira, BI OnDemand und Crystal Reports ins Portfolio?

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BI-Systeme

Wie vielleicht bekannt ist, hat SAP mit Cloud for Analytics (Project Orca) eine neue Business-Intelligence-Plattform im Portfolio. Es gibt einige gute Gründe, dass SAP die BI-Plattform auf den Markt gebracht hat, doch sind diese wirklich für potentielle Kunden interessant? Warum fühlte sich SAP überhaupt gezwungen, Cloud for Analytics zu entwickeln, wo das Unternehmen doch bereits drei alternative Cloud-BI-Plattformen anbietet?

Vorherige Iterationen von SAP Cloud-BI-Plattformen – SAP Lumira Cloud, BI OnDemand, CrystalReports.com und nicht zu vergessen, die gehostete Cloud-Version von SAP BusinessObjects BI – wurden auf Basis bestehender Inhalte und Erfahrungen in die Cloud bewegt. Dabei werden Berichte und Inhalte Client-seitig oder mit anderen On-Premise-Tools erstellt. Anwender kreieren dabei etwas in ihrer lokalen Umgebung – zum Beispiel einen Crystal- oder Web-Intelligence-Bericht, ein SAP BusinessObjects Dashboard (vorher Xcelsius) oder Lumira-Inhalte – und veröffentlichen diese in der Cloud. In all diesen Szenarien ist das Management der Datenverbindungen und die Nutzererfahrung bestenfalls schwerfällig.

Mit Cloud for Analytics versucht SAP nun einen anderen Weg zu gehen. Grundsätzlich als Cloud-Anwendung gedacht, ist die Migration existierender Berichte und Dashboards zu Cloud for Analytics nicht vorgesehen. Von Beginn an werden alle Inhalte direkt im Browser generiert. Da alle Inhalte in der Cloud erstellt werden, sind auch die Datenquellen, die man verwenden kann, in der Cloud. Viele Unternehmen verwenden bereits Cloud-Datenquellen (zum Beispiel S/4HANA, HANA Cloud Platform oder HANA Enterprise Cloud, SuccessFactors, Ariba oder Concur) und Cloud for Analytics bietet gute Argumente, um als Grundlage für deren Datenanalysen zu dienen.

Zwar werden mit der neuen Anwendung vorhandene analytische Inhalte nicht in die Cloud migriert, allerdings sieht SAP vor, existierende Datenquellen dort anzubieten. SAP BusinessObjects war zum Beispiel bisher mit praktisch jeder Datenquelle kompatibel. SAP wird daher wohl in Zukunft daran arbeiten, vorhandene Daten in On-Premise-Umgebungen für Cloud for Analytics verfügbar zu machen. Möchte man nicht darauf warten, gibt es zum Beispiel alternativ die Möglichkeit, alle Daten auf die SAP HANA Cloud Platform zu bewegen.

Planung und Collaboration in Cloud for Analytics

Ein großes Unterscheidungsmerkmal von SAP Cloud for Analytics ist, dass es nicht allein für das Reporting gedacht ist. Man kann zwar lediglich die BI-Funktionen nutzen. Doch seine wahren Fähigkeiten zeigt das Tool, wenn auch die Planungsfunktionen verwendet werden (SAP ist derzeit das einzige Unternehmen, das sowohl Planung als auch BI in einem integrierten System anbietet). Somit ist es möglich, Planungsaufgaben mit den in der Cloud vorhandenen oder komplett neu erstellten Daten auszuführen.

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Ein weiteres Feature sind die integrierten Collaboration-Funktionen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um überdimensionierte Diskussions- oder planlos angelegte SAP-Jam-Foren. In Cloud for Analytics sind nur die nötigsten Collabation-Tools integriert. Das sollte vor allem Unternehmen mit geografisch verteilten Abteilungen ansprechen.

Der Preis für SAP Cloud for Analytics hängt immer von eingesetzten Funktionen und Nutzeranzahl ab. Für weitere Informationen zu individuellen Subscriptions-Gebühren empfiehlt SAP die Kontaktaufnahme.

Echtzeit-Analysen im Digital Boardroom

Während der Demo von Cloud for Analytics auf der TechEd im Oktober 2015 stachen vor allem die Boardroom-Funktionalitäten heraus. Das SAP Digital Boardroom ist dafür gedacht, das strategische Management einer Organisation durch unterschiedliche Metriken zu führen.

Der wahre Wert liegt hier nicht in den gut gestalteten Graphen, die auch auf einen übergroßen Touchscreen gut hochskaliert werden können. SAP möchte damit ein genaues Informationsportal bieten, dass nicht nur darstellt, wie viel man heute verkauft hat und welches Inventar noch vorhanden ist, sondern auch, wie sich dies mit der etablierten Strategie abstimmen lässt. Es sollte zudem vorhersagen, was als nächstes passiert und einem Manager Vorschlägen machen, welches der ideale Kurs ist.

Die wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit mit dem Digital Boardroom ist allerdings die Implementierung von SAP HANA als Anwendungsdatenbank. Der Versuch, die Anwendung auf Basis einer älteren Technologie zu installieren, kann zwar Vorteile bieten, birgt aber das Risiko, fehlerhafte oder veraltete Daten zu erhalten, wenn sie Predictive- oder Prescriptive-Analytics-Funktionen einsetzen.

SAP Cloud for Analytics bietet die Chance, eine solide Business-Intelligence- und Planungs-Anwendung zu sein. Es macht daher Sinn, sich mit dem Tool und vorhandenen Cloud-Datenquellen zu beschäftigen. Allerdings sollte man Cloud for Analytics vorerst nur als Ergänzung zur vorhandenen Enterprise-Plattform sehen und diese nicht durch das Tool ersetzen.

Über den Autor:
Jamie Oswald ist BI- und SAP-BusinessObjects-Experte bei Mercy, einem US-Gesundheitsnetzwerk mit 32 Krankenhäusern und 300 ambulanten Einrichtungen. Er ist außerdem SAP-Mentor.

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Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

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