SAP Crystal Reports for Enterprise bietet mehr Leistung für SAP BI-Anwender

Trotz einiger Schwächen bietet Crystal Reports for Enterprise mehr Tools und eine höhere Geschwindigkeit für SAP BI-Anwender als die Standardversion.

Die Veröffentlichung der Business Intelligence (BI) -Plattform SAP BusinessObjects 4.0 (BI4) im Jahr 2011 brachte auch eine brandneue Version von Crystal Reports heraus: Crystal Reports for Enterprise (CRE). Optisch wirkt die neue Anwendung wie eine überarbeitete Version von Web Intelligence (Webi) und unterscheidet sich damit deutlich von der Standardversion Crystal Reports. Zudem bietet es einige zusätzliche Funktionen.

Crystal Reports Historie

Vor der Veröffentlichung von BI4 war die Standardversion von SAP Crystal Reports Teil des BusinessObjects-Portfolio seit es 2003 von SAP akquiriert wurde. Allerdings war es nicht vollständig mit dem restlichen BI-Portfolio von SAP integriert. Ein Großteil der Crystal Reports Server-Architektur wurde in der BusinessObjects-Plattform umgesetzt, die Client-Tools hat SAP dagegen aber nicht integriert. Crystal Reports war für das Enterprise-Reporting zuständig, Webi ist wiederum ein Self-Service-Analyse-Tool.

Die Historie der BI4-Version von BusinessObjects drehte sich daher um die Integration: innerhalb von SAP und zwischen den Tools. Es machte für SAP Sinn, die Stärken von Crystal Reports mit dem restlichen Stack zu integrieren. Um größere Auswirkungen auf die bestehende Kunden von Crystal Reports zu vermeiden (von denen nicht alle die SAP BI-Plattform nutzen), entwickelte SAP das neue Tool Crystal Reports for Enterprise. Die Suite richtet sich an Entwickler, die alle Funktionen der semantischen Schicht auskosten möchten, eine 64-bit Laufzeitarchitektur benötigen und das Design der SAP-Suite bevorzugen.

Die aktuelle Version ist Crystal Reports for Enterprise 4.1. Mehr Informationen zu diesem Release und wie es sich von der 4.0-Version unterscheidet, findet Sie auf der SAP-Website.

Für wen ist Crystal Reports for Enterprise?

SAP Crystal Reports for Enterprise
Die Kontrollpanel in Crystal Reports for Enterprise ähneln der Oberfläche von Webi. Die Report-Struktur (Header/Body/Footer) erinnert dagegen an das klassische Crystal Reports.

Während die von Crystal Reports for Enterprise erstellten Reports von jedem beliebigen Anwender genutzt werden können, liegt der Erstellungprozess der Berichte in erste Linie in den Händen von Entwicklern. Aufgrund der engen Verzahnung mit der semantischen Schicht von SAP BusinessObjects benötigt der Anwender allerdings nicht annähernd die SQL-Expertise eines klassischen Crystal-Reports-Entwicklers. Dennoch ist das Knowhow eines Entwicklers obligatorisch.

Stärken und Schwächen von CRE

Zu den Stärken von Crystal Reports for Enterprise zählen:

  • Eine gemeinsame Oberfläche mit anderen BI-Tools: CRE verwendet die gleiche Bibliothek schematischer Darstellungen wie die meisten anderen Tools in der SAP BI-Suite. Die Oberfläche ermöglicht einen einfachen Wechseln zwischen CRE und Webi. Es umfasst zudem Funktionen, um Daten zwischen den Produkten zu bewegen (zum Beispiel Explorer und Analytics).
  • 64-Bit Serververarbeitung: Während der Client weiterhin nativ auf 32-Bit-Prozessoren arbeiten kann, bietet Crystal Reports for Enterprise eine leistungsfähigere Verarbeitung auf dem Server.
  • Integration: CRE ist von Grund auf so gebaut, dass es sich in die BI4-Welt integriert.
  • Formel Editor: Der Chrystal Reports Formel-Assistent war vorher schon leistungsstark. Die Kombination mit dem SAP BOBJ-Universum hebt es aber noch einmal auf eine neue Stufe.

Die Schwächen von CRE liegen vor allem da, wo es sich von der Standardversion unterscheidet:

  • Datenzugriff: Mit jedem Release wird es zwar besser, doch er ist nicht so robust wie beim Original.
  • Kompatibilität: CRE wurde entwickelt, um auf der BI4-Plattform zu laufen und nirgendwo sonst.
  • Software Development Kit (SDK): Es gibt ein SDK, das eine Vielzahl von Funktionen mit dem neuen Webi SDK teilt. Allerdings ist es nicht so ausgereift wie bei der klassischen Crystal Reports Version.

Ein Blick auf die Wettbewerber von CRE

Wie bei Crystal Reports auch, findet sich die größte Konkurrenz von CRE innerhalb des SAP Business-Intelligence-Portfolios.

 SAP Crystal Reports for Enterprise

Die Beibehaltung des klassischen Crystal Reports Formel-Editor war eine gute Idee, da es leistungsfähiger als Webi ist.

Crystal Reports for Enterprise hat gegenüber der klassischen Version einige stärken. Die größte Stärke ist die 64-Bit-Laufzeitumgebung, was eine leistungsfähigere Verarbeitung ermöglicht. Zudem bietet es die Fähigkeit, mit der BI4-Umgebung richtig zu arbeiten. Ebenso ähnelt es Webi, bietet aber einige zentrale Unterschiede, speziell beim Variablen-/Formelaufbau (die Crystal Reports Formeln glichen schon immer einem Skript-Editor, während Webi wie eine Excel-Funktion arbeitet) und der Tatsache, dass es zeilenbasiert und nicht blockbasiert ist.

Eine Diskussion darüber, mit wem CRE konkurriert ist letztlich aber nicht sinnvoll: das Tool richtet sich auf jeden Fall an bestehende SAP BI-Anwender.

Empfehlungen und Fazit

Da diese Tool für Unternehmen gedacht ist, die bereits die SAP Business-Intelligence-Plattform einsetzen, empfehlen wir CRE zu nutzen, um das bestehende Crystal Reports auf eine neues Level zu hieven. Finden Sie langsam laufenden Berichte und verarbeiten Sie diese in der 64-Bit Laufzeitumgebung oder lassen Sie ihre Entwickler etwas neues ausprobieren und beschleunigen Sie ihr Geschäft mit Crystal Reports for Enterprise.

Über den Autor:

Jamie Oswald ist BI- und SAP-BusinessObjects-Experte bei Mercy, einem US Gesundheitsnetzwerk mit 32 Krankenhäusern und 300 ambulanten Einrichtungen. Er ist außerdem SAP-Mentor.

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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