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SAP HANA, Express Edition erleichtert den HANA-Einsatz

Vereinfachte Lizenzanforderungen und die Fähigkeit, HANA auf lokalen Maschinen auszuführen, könnten die Popularität bei Nicht-SAP-Entwicklern erhöhen.

Eine der größten Ankündigungen auf der SAP TechEd 2016 vergangenen September war die Veröffentlichung von SAP HANA, Express Edition für Entwickler. Im Dezember wurde bereits Version 2.0 herausgebracht, nicht lange nach der Ankündigung von SAP HANA 2.0.

Die neue Express Edition erscheint zwar nur wie eine neue Version von SAP HANA, doch der Ansatz, den es repräsentiert, und die Software selbst sind sowohl für Entwickler als auch Entwicklungsfirmen wichtiger als es auf den ersten Blick erscheint. Denn dies ist der erste Versuch von SAP, die In-Memory-Plattform HANA für den modernen Entwicklungsbedarf bereitzustellen.

Was ist SAP HANA, Express Edition?

SAP HANA, Express Edition (HANA Express) ist eine abgespeckte Version von HANA, die auf einem Workstation-Computer mit 16 GB RAM ausgeführt werden kann (24 GB RAM sind empfohlen). Es kann entweder als virtuelle Maschine ausgeführt oder direkt auf einem System installiert werden, auf dem SUSE Linux Enterprise Server oder Red Hat Enterprise Linux läuft.

Die Installation – zumindest als virtuelle Maschine – ist schnell und einfach. SAP bietet hierfür eine Dokumentation mit Tutorials an, die Entwickler durch den Installationsprozess begleitet. Verschiedene Informationen findet man auf einer entsprechenden SAP-Website.

Als Teil des Verschlankungsprozesses wurden einige Features von HANA in der Express Edition entfernt. SAP bietet eine Übersicht (Feature Scope Description), in der dokumentiert ist, was enthalten ist und was nicht. Mehrere SAP-Entscheidungen, bestimmte Funktionen herauszulassen, sind sinnvoll, darunter zum Beispiel fortschrittliche, Data-Warehousing-orientierte Funktionen (einschließlich dynamisches Tiering und Smart Data Integration).

Aus Entwicklerperspektive ist allerdings das Weglassen der Fuzzy-Suchfunktionen weniger nachvollziehbar, da die Suche eine Schlüsselkomponente vieler Anwendungen ist. Aber insgesamt ist eine überraschend hohe Anzahl von Features für Entwickler in SAP HANA, Express Edition verfügbar.

Bemerkenswert ist, dass SAP HANA, Express Edition auf 32 GB komprimierte Daten begrenzt ist. Wenn man höher gehen möchte, muss eine andere HANA-Lizenzierung gewählt werden. Für die Anwendungsentwicklung sollte diese Größe allerdings ausreichend sein. Oberflächlich betrachtet sollten 32 GB für den normalen Gebrauch genügen.

SAP für Nicht-SAP-Entwickler

SAP redet bereits eine längere Zeit über sein Engagement für Entwickler, doch die SAP-HANA- und ABAP-Strategie sind unattraktiv für Nicht-SAP-Entwickler. Die Strategie von SAP enthält Entwicklern außerdem bestimmte Entwicklungspraktiken vor, zum Beispiel agile Software- und Test-getriebene Entwicklung, Continuous Integration und DevOps sowie Versionskontrollsysteme.

Einer der wichtigsten Grundsätze, der den meisten dieser Praktiken zugrunde liegt, besteht darin, dass jeder Entwickler ein lokales Entwicklungssystem haben kann, welches sich ähnlich wie Test- und Produktionsumgebungen verhält. Ein solches System muss für jeden Entwickler privat sein, damit sie ohne gegenseitige Störung arbeiten können.

Die Logistik, wie dies gehandhabt wird, ist kompliziert zu erklären. Es genügt aber zu sagen, dass es historisch gesehen in SAP-Umgebungen fast unmöglich ist, Fragen der Lizenzierung und technischen Architektur herauszulassen. Das Design von HANA verdoppelt diese Prämisse noch, da es ein System liefert, das riesige Mengen Arbeitsspeicher benötigt, um optimal zu laufen – mehr als 16 GB RAM, der auf vielen Entwickler-Laptops zur Verfügung steht.

Ein Resultat ist, dass SAP Entwickler für HANA gewinnen möchte, indem das Softwareunternehmen Cloud-basierte Instanzen anbietet. Auch wenn Cloud cool klingt, denken viele Entwickler bei der Cloud an ein Einsatzziel oder eine Test-Plattform, aber nicht an eine Plattform für die tägliche Entwicklung. Das ist der Grund, warum es lokale Installationen gibt. Der Ansatz von SAP für die HANA-Entwicklung erscheint für Nicht-SAP-Entwickler fremd.

Lokaler Einsatz von SAP HANA gut für Entwickler

Mit der Einführung von SAP HANA, Express Edition hat SAP mittlerweile erkannt, dass eine lokale Softwareinstallation ein Feature für Entwickler ist, das es wert ist, angeboten zu werden. Sie haben einige Mühe investiert, HANA schlank und modular genug zu machen, damit es auf einer lokalen Maschine läuft. Das ist gut für Entwickler, doch es ist auch gut für HANA, SAP und seine Kunden. Es gibt keinen Grund, dass eine Datenbank- und App-Plattform 20 oder 30 GB RAM zum Ausführen benötigt. Ein geringerer Speicherbedarf bedeutet mehr Speicher für Daten und schnellere, preisgünstigere HANA-Systeme.

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Die Lizenzierung von SAP HANA, Express Edition ist ebenfalls eine positive Veränderung für Entwickler. Frühere Versionen von HANA in der Cloud und der ABAP-Plattform (sowohl in der Cloud als auch als installierbare Version) wiesen problematische Lizenzbedingungen für geistiges Eigentum auf und wurden häufig als zeitlich befristete Probeversionen lizenziert, statt für den Einsatz als Entwicklungssoftware. Man sollte bei der Prüfung der Lizenzierung immer noch einen Anwalt konsultieren, allerdings scheint die Lizenzierung von SAP HANA, Express Edition deutlich einfacher zu sein.

Schließlich ist dieser Schritt ein Hinweis darauf, dass die On-Premises-Softwaresparte von SAP oder zumindest die HANA-Sparte endlich die Bedürfnisse von Nicht-SAP-Entwicklern ernst nimmt. SAP ist zwar groß, aber nichts im Vergleich zu den Legionen von Java-, JavaScript- und .NET-Entwicklern. Die Ökosysteme um diese Programmiersprachen und Laufzeitumgebungen herum, wurden nicht gebaut, damit sich die Entwickler an die Bedürfnisse der Anbieter anpassen.

Ebenso wird es SAP nicht gelingen, dass Entwickler ein unbekanntes, zentralisiertes Entwicklungsparadigma übernehmen, das eine SAP-Mainframe-basierte Herkunft hat. Wenn SAP die In-Memory-Bewegung anführen möchte, muss es Entwickler dort treffen, wo diese sind. Nachdem SAP bereits seit Jahren darauf wartet, dass Entwickler auf das Unternehmen zukommen, sieht es nun so aus, als würde SAP einige Schritte auf Entwickler zugehen.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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