SQL Server 2014 und Microsoft Azure: Hochverfügbare Datenbanken in der Cloud

SQL Server 2014 arbeitet enger mit Microsoft Azure zusammen als jeder Vorgänger. Wir zeigen die neuen Funktionen von Hochverfügbarkeit bis SQL Azure.

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SQL Server 2014 ist Anfang April in verschiedenen Versionen erschienen und bringt neben Verbesserungen in Sachen...

Hochverfügbarkeit und Cloud-Integration, denen wir uns im Folgenden eingehender widmen, vor allem auch die neue In-Memory-Technologie mich sich.

SQL Server 2014 ist Teil von Microsofts so genanntem Cloud OS und wird von Microsoft selbst durch die enge Integration des Datenbank-Servers mit Microsoft Azure daher auch als Hybrid-Cloud-Plattform bezeichnet. So ist es mit SQL Server 2014 zum Beispiel möglich, Protokoll- und andere Datenbank-Dateien in Microsoft Azure Storage zu speichern, zudem gibt es in SQL Server 2014 neue Tools zur Verwaltung von Datenbank-Backups in Microsoft Azure und für den Einsatz von Datenbanken auf Azure Virtual Machines (Azure SQL-Datenbank). Darüber hinaus können Sie nun Microsoft Azure-VMs als sekundäre Replikation für Ihre AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppen nutzen.

Speichern von Datenbank-Dateien mit SQL Server 2014 in Microsoft Azure

SQL Server 2014 enthält die neue Funktion „Data Files in Microsoft Azure“, mit der Sie MDF-, LDF- und NDF-Dateien Ihrer SQL-Datenbank direkt in Microsoft Azure Storage speichern können. Ihre Log-Files und andere Dateien können Sie dabei je nach Belieben sowohl für lokale Datenbanken als auch für über Azure gehostete Datenbanken abspeichern.

Diese neue Funktion speichert Ihre Dateien in einem Container, der mit Ihrem Storage-Account für Microsoft Azure verknüpft ist. Jede Datei wird als Binary Large Object (BLOB) mit einer maximalen Größe von 1 Terabyte gespeichert, während ein Storage-Account eine unbegrenzte Anzahl von Containern enthalten kann und jeder Container eine unbegrenzte Anzahl von BLOBs. Insgesamt darf der Account aber 100 Terabyte nicht überschreiten. Zudem können Sie hier keine Filestream- oder gar In-Memory-OLTP-Daten abspeichern. Als weitere Beschränkung können auch nicht mehrere SQL-Server-Instanzen gleichzeitig auf die gleichen Datenbank-Dateien zugreifen.

Wenn Sie diese verschiedenen Einschränkungen allerdings berücksichtigen, dann können Sie von der flexiblen Skalierbarkeit, der vereinfachten Anwendungsentwicklung sowie den Geo-redundanten Speicherorten profitieren, die Ihnen die tiefere Integration von SQL Server 2014 in Microsoft Azure bietet. Microsofts Cloud-Plattform kann Ihnen zudem dabei helfen, Migrationsprozesse zu vereinfachen und bessere Hochverfügbarkeits- sowie Disaster-Recovery-Strategien zu entwickeln.

SQL-Server-Backups in Microsoft Azure verwalten

Schon seit SQL Server 2012 SP1 CU2 haben Sie die Möglichkeit, Datenbank-Backups in Microsoft Azure Storage zu speichern. Die Technik funktioniert dabei unabhängig davon, ob Sie mit lokalen Datenbanken oder mit einer Azure-VM arbeiten. SQL Server 2014 geht in Sachen Cloud-Backup allerdings einen Schritt weiter, da sich mit der Einführung von  SQL Server Managed Backup in Microsoft Azure ganze Datensicherungen lokaler Server automatisieren lassen.

Mit der Managed-Backup-Funktion müssen Sie nur die Aufbewahrungsdauer und  den Speicherort für Ihr Backup angeben, und SQL Server 2014 erledigt alles andere. Die Aufbewahrungsfrist bestimmt dabei, wie lange Backup-Dateien im Speicher erhalten bleiben. Sie können zwischen einem und 30 Tagen Aufbewahrungsdauer wählen. Der Speicherort ist eine URL, die auf einen bestimmten Container und BLOB-Speicher in Microsoft Azure Storage verweist.

Managed Backups können auf Basis einer SQL-Server-Instanz oder auf Datenbank-Ebene konfiguriert werden. Wenn Sie die Instanz-Ebene verwenden, dann gelten die Einstellungen entsprechend für alle Datenbanken in dieser Instanz, und zwar sowohl für alle bestehenden Datenbanken als auch für alle, die später hinzugefügt werden. Wenn Sie dagegen auf der Datenbank-Ebene konfigurieren, dann gelten die Einstellungen auch nur für die spezielle Datenbank und überschreiben etwaige andere Einstellungen auf Instanz-Ebene. Sobald Sie die Backup-Einstellungen konfiguriert haben, führt SQL Server zukünftig automatisch alle Backup-Operationen ohne manuelles Eingreifen aus. Damit müssen Sie sich nicht immer wieder um Backup-Art, Häufigkeit oder andere Details kümmern.

Bereitstellen von On-Premise-Datenbanken auf Microsoft Azure

SQL Server 2014 enthält die Möglichkeit zum Bereitstellen von Datenbanken  auf einer Azure-VM, Hilfestellung erhalten Sie dabei von einem kleinen Assistenten. Sie können mit diesem Assistenten auch problemlos die Datenbank einer SQL-Server-Instanz auf eine Azure-VM verschieben. Der Assistent bietet eine einfache Benutzeroberfläche, mit der sich die nötigen Schritte zur Bereitstellung der Datenbank leichter ausführen lassen.

Bevor Sie den Assistenten starten können, sollten Sie allerdings alle notwendigen Informationen zur Verfügung haben, um SQL Server 2014 mit Azure zu verbinden. Das beinhaltet zum Beispiel die Anmeldedaten für Ihr Microsoft-Konto, mit dem Ihr Azure-Account verknüpft ist, sowie die Zertifikate für die Authentifizierung. Wenn Sie die Datenbank einer bereits bestehenden Azure-VM hinzufügen, dann benötigen Sie zusätzlich die entsprechenden administrativen Anmeldeinformationen der virtuellen Maschine, also den DNS-Namen und weitere Verbindungsdaten. Nur wenn der Assistent problemlos eine Verbindung zur Azure-VM aufbauen kann, lassen sich Datenbanken in der Cloud anlegen.

Auch wenn dieser Bereitstellungs-Assistent in SQL Server 2014 neu ist, können Sie ihn trotzdem auch für ältere Versionen Ihrer  Datenbanken verwenden.  Auch Datenbanken zum Beispiel aus SQL Server 2008 können Sie auf diesem Weg in der Cloud bereitstellen, solange sie vorher auf einer lokalen Instanz von SQL Server 2014 gehostet werden. Bei Azure-basierten SQL-Server-Instanzen können Sie den Assistenten allerdings nur für Datenbanken aus SQL Server 2012 und 2014 nutzen.

Unabhängig vom Speicher-Ort Ihrer Datenbanken können Sie Filestream-fähige Datenbanken allerdings nicht in eine neue VM einsetzen. Die Filestream-Funktion muss bereits im Vorfeld auf der Azure-basierten SQL-Server-Instanz und vor der Bereitstellung der Datenbank aktiviert werden. Speicheroptimierte Datenbanken, die die neue In-Memory-Technologie nutzen, können Sie aber ohne zusätzliche Schritte über Microsoft Azure bereitstellen.

AlwaysOn und Hochverfügbarkeit von SQL Server 2014 mit Microsoft Azure

Eines der wohl am stärksten Cloud-bezogenen Features in SQL Server 2014 ist die Möglichkeit, eine Instanz von SQL Server auf einer Azure-VM als sekundäre Replikation einer AlwaysOn-Hochverfügbarkeits-Gruppe zu betreiben. Die zweite Replik dient dabei als Ersatz für die primäre, wenn diese nicht mehr funktionieren sollte, und unterstützt laufende Leseoperationen somit auch dann, wenn die primäre Datenbank ausfällt. Die Einrichtung dieser Azure-basierten Sekundär-Replikation ist in SQL Server 2014 zudem in den Konfigurationsprozess von Verfügbarkeitsgruppen integriert und sollte daher problemlos vonstatten gehen.

Wenn Ihre primäre Datenbank auf einem lokalen Server betrieben wird müssen Sie neben der Konfiguration der sekundären Replikation zusätzlich noch ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) zwischen Ihrer primären Instanz und Ihrer Azure-VM einrichten. In solchen Fällen unterstützt die Azure-basierte Sekundärreplikation nur asynchrone Replikation und manuelles Failover. Wenn Ihre primäre Datenbank allerdings eine Azure-basierte Instanz ist, dann können Sie auch die synchrone Replikation und automatisches Failover verwenden. In diesem Fall sind schließlich alle Daten in der Cloud gespeichert.

SQL Server 2014 als Microsofts Hybrid-Cloud-Datenbankplattform

SQL Server 2014 bringt also eine starke Cloud-Integration mit, allerdings können Sie die beschriebenen Funktionen nicht einfach mit irgendeiner Cloud verwenden, sondern nur mit Microsofts Cloud-Plattform Azure. Wie jedes Unternehmen will auch Microsoft Geld verdienen. Bevor Sie also überlegen, der starken Cloud-Integration wegen auf SQL Server 2014 zu setzen, sollten Sie sorgfältig die tatsächlichen Kosten abwägen. Die Anbindung an die Cloud kann eine gute, kurzfristige Strategie sein, aber Sie sollten auch die langfristigen Kosten berücksichtigen.

Microsoft bietet zwei Internetseiten, auf denen Sie Ihre Kosten planen können: Windows Azure Storage Pricing Details und Windows Azure VM Pricing Details. Zudem stellt Microsoft auch einen automatischen Kosten-Rechner zur Verfügung. Diese Informationen alleine sind jedoch keine umfassende Kostenanalyse. Die Daten, die Ihnen Microsoft hier bietet, erfassen sicherlich nicht alle potenziellen Kosten der Anbindung an Windows Azure, zumal Microsoft Azure wie andere Cloud-Plattformen viele Funktionen nach dem tatsächlichen Verbrauch abrechnet – und der kann variieren und ist schwer im Voraus zu planen. Sie können aber nach einer Analyse dieser Seiten bestimmen, ob Windows Azure in etwa Ihrem Budget entspricht, die Datenbankanforderungen ebenfalls passen und eine Migration möglich wäre. Für viele Unternehmen kann die Azure-Integration in SQL Server 2014 ein echter Pluspunkt sein, für andere wird sie eher nicht in Frage kommen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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