So nutzen Sie den Patch-Assistenten der Oracle E-Business Suite (EBS)

Unternehmen sollten die aktuellsten Patches für die E-Business Suite (EBS) R12 von Oracle installieren. Dabei hilft der Oracle EBS Patch-Assistent.

Dieser Artikel behandelt

Oracle ERP

Anmerkung der Redaktion: Dies ist der zweite Teil einer zweiteiligen Artikelserie zum Patch-Assistenten in der Oracle E-Business Suite. Den ersten Teil finden Sie hier.

Die Oracle E-Business Suite (EBS) R12 umfasst Funktionen für Enterprise Resource Planning (ERP), Customer Relationship Management (CRM) und Lieferkettenplanung (Supply Chain Management, SCM).  Damit Unternehmen die Anwendung sicher einsetzen, sollten sie Patches installieren und verwalten. Dabei hilft Ihnen der Oracle ESB Patch Wizard.

Die Datei Patchsets.sh und der Patch-Assistent der ESB R12 sind die einzigen Quellen, mit denen Anwender die Empfehlungen von Oracle für ihre Umgebung (Soll-Zustand) mit dem Ist-Zustand ihres Systems vergleichen können. Allerdings listet Patchsets.sh ausschließlich Patches auf, die Verbesserungen auf Code-Ebene bringen. Der Patch-Assistent hingegen liefert eine Übersicht aller (dringend) empfohlenen Patches auch mit höchster Priorität aus allen Quellen.

Der Patch-Assistent bietet Filter und spezielle Kriterien für die Suche nach Patches. Zudem ist es möglich, nach einem bestimmten Patch oder einer Patch-Liste zu suchen. Dazu ist es notwendig, entweder die Datei InfoBundle12.zip im Staging Directory abzulegen oder bei der Anmeldung beim My Oracle Support (MOS) anzugeben, dass man mit dem Patch-Assistenten arbeiten will. Unterbleibt das, erfolgt eine Fehlermeldung.

Der Patch-Assistent funktioniert am besten, wenn der Datenbankadministrator (DBA) dem entsprechenden Rechner die Verbindung zu Oracle erlaubt, um die neueste Version der Datei InfoBundleR12.zip sowie die empfohlenen Patches herunterzuladen. Neben der empfohlenen Patch-Liste erfolgt auch der Download von anderen Dateien oder Patches, die vorausgesetzt werden und deren Bedarf bei der Analyse erkannt wurde.

Der Patch-Assistent lässt sich ebenfalls im Offline-Modus betreiben. Weitere Hinweise dazu finden sich in der MOS-Mitteilung 741.129,1: How to Use Patch Wizard Without Setting Up Internet Connection. Alternativ kann der DBA dafür sorgen, dass der Download der aktuellsten Dateien und Patches automatisch täglich erfolgt.

Die Auswahl des Patch-Filters erfolgt im Patch Wizard über die Schaltfläche Recommend/Analyze Patches in der Aufgaben-Spalte. Klicken Sie auf Analyze Aggregate Patch Impact, um die Auswirkungen beim Zusammenführen aller Patches abschätzen zu können und starten Sie die Suche (Abbildung 1). Die Ergebnisanzeige unterscheidet sich in den Versionen 12.1.3 und 12.2.3 des Patch-Assistenten.

Abbildung 1: Im Patch-Assistenten eine Vorgabe einstellen. Beachten Sie, dass ein Klick in das Suchfenster ein Popup-Fenster öffnet.

Die Version 12.1.3 erhielt mit dem letzten Patch die neue Spalte Applied Indirectly. Sie bezieht sich auf Patches, die sich nicht in der Liste ad_applied_patches oder ad_bugs befinden, aber all ihre Dateien auf der derzeitigen oder einer niedrigeren Versionsebene bereitstellen. 

Die Version Patch-Assistent 12.2.3 verfügt nicht über die Applied Indirectly-Spalte, sondern über die Spalte Pending Cutover. Hier erscheinen Patches, die zu einem bestimmten Stichtag aktualisiert werden müssen, bei denen der DBA aber noch nicht den letzten Schritt für deren Download und Installation vollzogen hat. Patches, die diesen Status besitzen, sollten nicht mit anderen Patches kombiniert werden.

Unabhängig von der Version zeigen sich nach einem Klick auf das blaue Kästchen in der Detailspalte, welche Patches empfohlen werden und welche Dateien von diesem Patch betroffen sind. Die Liste enthält den Typ des Patches, die Anwendung, die Beschreibung sowie die Voraussetzungen, die für die Installation gegeben sein müssen. 

Über den Impact-Link ist es möglich, die Auswirkungen eines bestimmten Patches festzustellen. Patches, die Teil von anderen Patches sind, finden sich zunächst nicht in der Liste. Die Liste lässt sich allerdings erweitern.

Im oberen Abschnitt der Liste werden alle Dateien des Patches angezeigt sowie die Anzahl und der Prozentsatz der Dateien, die tatsächlich installiert werden. Dieser Prozentsatz dient als erstes Indiz für den Aufwand, der mit dem Test des Patches verbunden ist. Über den Klick auf File Types Installed erhalten Sie eine Übersicht aller im Patch enthaltenen Dateitypen. Formatänderungen an den Menüs werden über die Schaltfläche Menu Navigation Trees Affected ersichtlich.

Über Breakdown by file type werden die einzelnen Dateien sichtbar. Allerdings kann der Patch-Assistent ohne die .fmb Dateien nicht feststellen, was sich geändert hat beziehungsweise er kann diese Änderungen nicht testen. Hier können die Nutzer selbst Abhilfe schaffen, indem sie Anmerkungen oder Vorschlägen im ER 9703046 machen und Oracle helfen, diesen Bereich zu verbessern.

Weitere Informationen zu den möglichen Auswirkungen von Patches und notwendigen Tests enthält auch das Whitepaper Patch Wizard for the Masses: An APEX Version of the Patch Impact Analysis Reports der OAUG (Oracle Applications User Group).

Der Patch Wizard ist schließlich nach Analyse aller Oracle-Empfehlungen in der Lage, einen kombinierten oder aggregierten Patch zu erzeugen. Dies ist aber die Aufgabe eines DBA und wird nicht in diesem Artikel behandelt.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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