Tipps für die Implementierung der SAP Business Suite auf HANA

Die Migration der SAP Business Suite auf HANA erfordert eine gute Planung, damit die notwendige Infrastruktur nicht unter- oder überschätzt wird.

Ein strategischer Ansatz für die Infrastrukturplanung ist ein Muss für jeden CIO, der die SAP Business Suite auf...

SAP HANA migrieren möchte. Um den Migrationserfolg zu gewährleisten ist es zum Glück möglich, mehrere Aufgaben der Implementierung der SAP Business Suite on HANA vor dem eigentlichen Migrationsprojekt zu erledigen.

Abhängig vom aktuellen Stand ihrer SAP-Systeme können Unternehmen vor der Migration zunächst zusätzliche Upgrade-Maßnahmen ergreifen. SAP-Systeme mit SAP NetWeaver 7.31 oder höher erfordern nur minimale Upgrades, während für SAP ERP 6.0 auf SAP NetWeaver 7.0 umfangreichere Vorarbeiten notwendig sind, um die aktuellen SAP-Systeme auf das Level der SAP-HANA-Migrationsanforderungen zu bringen. Das erforderliche Upgrade der SAP-Systeme auf den Primary Application Server (PAS) ist wichtig, da SAP bereits klare Infrastruktur-Leitlinien für PAS definiert hat.

CIOs und SAP NetWeaver-Teams sollten sich auf folgende fünf Bereiche konzentrieren:

Enqueue-Server: Der Enqueue-Server (auch Sperrserver genannt) ist die Komponente im SAP-System, die die Sperrtabelle im Systemspeicher verwaltet und Geschäftsunterbrechungen minimiert. Wenn beispielsweise ein Benutzer eine Bestellung bearbeitet und ein anderer versucht, auf dieselbe Bestellung zuzugreifen, zeigt das System dem zweiten Benutzer eine Fehlermeldung an, um inkonsistente Daten zu vermeiden.

Für große SAP-Systeme empfiehlt SAP dringend die Verwendung eines eigenständigen Enqueue-Servers. Damit verbessert sich die Leistung und Skalierbarkeit. In zukünftigen Releases ist ein eigenständiger Enqueue-Server eine zwingende Voraussetzung für die Migration der SAP Business Suite auf HANA. Mit dem SAP Software Provisioning Manager (SWPM) ist es möglich, den Enqueue-Server von der Hauptinstanz zu trennen. Dies kann bereits Wochen oder sogar Monate vor der Migration der SAP Business Suite auf HANA erledigt werden.

Dual-Stack Split: Um Probleme mit der Systemleistung zu vermeiden und den Aufwand für die Systemwartung zu reduzieren, unterstützt SAP keine Dual-Stack-Systeme mehr. Ein Dual-Stack-System ist eine einzelne SAP-Instanz mit einem ABAP Application Server und einem Application Server für Java, die gemeinsam eine einzelne System-ID und Datenbank nutzt.

Mit SWPM ist es möglich, den Enqueue-Server von der Hauptinstanz zu trennen – dies ist eine Voraussetzung für das Starten der Migration der SAP Business Suite auf HANA. Wie die Enqueue-Serverprozedur kann diese Aufgabe Wochen oder gar Monate vor dem eigentlichen Migrationsprojekt erledigt werden.

Sizing: Für das Sizing der SAP Business Suite on HANA empfiehlt es sich, einen von SAP bereitgestellten ABAP-Bericht zu verwenden. Dieser hilft, den Hauptspeicherbedarf für die SAP-HANA-Datenbank abzuschätzen, es wird jedoch keine Schätzung des SAP Application Performance Standards – also der Rechenleistung für den Anwendungsserver - ausgeführt. Wenn möglich, sollten Sie für die Schätzung Ihre SAP-Hardwarehersteller einbeziehen. Diese haben wahrscheinlich die notwendigen Fähigkeiten und das Know-how, um die erforderliche Hardware und den Speicher realistisch einzuschätzen.

Drei Sizing-Tools und Verfahren mit unterschiedlichen Genauigkeitsgraden sind verfügbar: Es handelt sich dabei um das Ballpark Sizing, SAP Sizing for SAP Business Suite on HANA und den SAP Quick Sizer. Beim Ballpark Sizing wird die vorhandene Datenbankgröße halbiert und ein 20 Prozent Puffer hinzugefügt, gefolgt von weiteren 50 GB für Repository, Stack und anderen Diensten.

Das zweite Sizing-Tool, SAP Sizing for Business Suite on SAP HANA, steht zur Verfügung, wenn das aktuelle SAP-ECC-System (ERP Central Component) bereits auf EHP 7.0 aktualisiert ist. Mit dem Quick Sizer als dritte Möglichkeit ist die Sizing-Schätzung noch genauer, da sie entweder benutzer- oder durchsatzbasiert ist. Benutzerbasierte Schätzungen werden von Usern mit geringer, mittlerer oder hoher Aktivität kategorisiert. Beim durchsatzbasierten Ansatz basiert die Größenschätzung auf der Anzahl der für einen bestimmten Zeitraum erzeugten Transaktionen und Dokumente (Durchsatz).

Vor dem Going Live sollten Sie auch Leistungstests Ihrer Ziellandschaft machen, um jedes Risiko eines schlecht geschätzten Sizing zu verringern.

Backup: Weil SAP HANA eine In-Memory-Datenbank ist, verwendet es persistenten Speicher, mit dem jederzeit eine Datenbanksicherung möglich ist. SAP unterstützt ein Scale-up-Szenario der Migration der Business Suite auf HANA, so dass man flexibel und einfach auf den Ressourcenbedarf reagieren kann, jedoch kein Scale-out-Szenario.

Die Backup-Strategie eines Unternehmens beginnt oft mit SAP-Empfehlungen, Best Practices und den eigenen Erfahrungen mit SAP ECC. Der Standard-Backup-Punkt für die Sicherung von HANA auf Festplatte ist alle fünf Minuten und kann bei Bedarf geändert werden. Die Backup-Optionen sind: ein täglicher Speicher-Snapshot, automatische Log-Backups und eine wöchentliche Sicherung der gesamten Datenbank.

Bei Verwendung mehrerer Sicherungsoptionen wird das Risiko reduziert und die Abhängigkeit von einer einzigen Komponente verringert. Unternehmen verschieben heute auch häufig eine Kopie der Sicherung in den Cloud-Speicher, für den Fall, dass eine HANA-Appliance ausfällt oder ein Speicherfehler auftritt.

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Recovery: Ein guter Recovery-Prozess sorgt für die Wiederherstellung der Datenbank im Falle eines Stromausfalls, eines Festplattenausfalls oder eines menschlichen Missgeschicks. SAP HANA bietet die neuesten Recovery-Optionen, einschließlich der Wiederherstellung zum letzten Zeitpunkt, einen bestimmten Zeitpunkt oder die Wiederherstellung eines neuen Systems, um eine Kopie der Datenbank zu erstellen.

Die Parameter für das Ziel eines Wiederherstellungspunkts für HANA werden von SAP festgelegt, der Systemadministrator kann sie jedoch an die jeweiligen Geschäftsanforderungen des Unternehmens anpassen. Eine weitere bewährte Vorgehensweise ist die Generierung einer Kopie der Produktionsumgebung auf einem Qualitätssicherungssystem (Quality Assurance System) sobald das Backup für die SAP Business Suite on HANA abgeschlossen ist. Auf diese Weise können SAP-Berater, Systemadministratoren und Programmierer alle Go-Live-Fehler im QA-System beheben, die im Produktionssystem auftreten können.

Es wird dringend empfohlen, während des SAP-HANA-Migrationsprojekts regelmäßig Leistungstests zu machen. Damit lassen sich die Risiken eines falschen Sizings minimieren, die zu einer Verlangsamung des Systems nach dem Starten führen können.

 

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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