Virtualisierung von Exchange Server 2010 unter VMware vSphere

Die Virtualisierung des Microsoft Exchange Server 2012 erfordert eine genaue Planung. Nur so kann ein sicherer Betrieb des unternehmenskritischen Servers gewährleistet werden.

Dieser Artikel behandelt

Exchange-Management

Wenn Sie gerade den Prozess einer Virtualisierung von Exchange Server 2010 durchlaufen, dann denken Sie daran,...

dass Exchange eine geschäftskritische Unternehmensanwendung ist. Eine umsichtige, systematische Herangehensweise verspricht hier den besten Erfolg. Wenn Sie die unten aufgeführten Schritte beachten, können Sie Probleme minimieren und Ihr Exchange 2010 Virtualisierungsprojekt optimieren.

Schritt 1: Identifizieren Sie die fünf Server-Rollen von Exchange 2010

Das allerwichtigste Ziel besteht an dieser Stelle darin, jede der Rollen des Exchange-Servers 2010 von einem physischen Server in eine virtuelle Maschine (VM) zu verschieben. Denken Sie daran: Nicht alle Rollen werden unbedingt benötigt, und einige Rollen können auch kombiniert werden.

Dies sind die einzelnen Rollen von Exchange 2010:

  • Mailbox Server
  • Client Access Server
  • Unified Messaging Server
  • Hub Transport Server
  • Edge Transport Server

Hinweis: In der Originalversion von Exchange 2010 hat Microsoft die Virtualisierung der Unified Messaging-Serverrolle nicht unterstützt. Grund dafür war deren Komplexität und Ressourcen-Bedarf. Dies hat sich mit Exchange-Server 2010 SP1 geändert.

Bevor wir weitermachen, denken Sie bitte darüber nach, welche Rollen Sie verwenden werden, wie viele Exchange-VMs Sie erstellen müssen und welche Rollen Sie in einer einzelnen VM kombinieren könnten.

Schritt 2: Das Sizing der Exchange-VMs

Das Sizing der physischen Server, die Sie für Ihre Virtualisierung von Exchange 2010 verwenden wollen, ist nicht sonderlich schwer. Es ist übliche Praxis, dass die meisten Administratoren den größtmöglichen Server einkaufen und diesen dann zu ihrem High Availability (HA)/Distributed Resource Scheduler (DRS)-Cluster hinzufügen. Auf diese Weise werden CPU- und Memory-Ressourcen für alle VMs – inklusive der Exchange-VMs – bereitgestellt. Entsprechend sollte die Hardware Ihres virtuellen Hosts 196 GB RAM und zwei 10-Core CPUs pro Server aufbieten. Die Größe Ihrer VMs wird jedoch deutlich anders ausfallen.

Wie können Sie also die Größe der virtuellen Maschinen bestimmen, die demnächst Ihre Exchange-Infrastruktur beherbergen sollen? Microsofts Exchange Server Profile Analyzer (EPA) kann Sie bei der Vorhersage Ihrer Exchange-Ressourcennutzung unterstützen. Um diese Informationen reicher, wissen Sie nun genau, wie Sie die Größe Ihrer Exchange-VMs im Hypervisor festlegen müssen. Dies vereinfacht den Virtualisierungsprozess von Exchange 2010 weiter.

Falls Sie eine neue virtualisierte Exchange 2010-Umgebung aufsetzen und nicht wissen, wie die Exchange-Ressourcennutzung aussehen wird, dann können Sie auf vordefinierte Formeln für das Sizing Ihrer Postfach-VMs zurückgreifen. Um diese Formeln und weitere Tipps zum Sizing der VM zu erhalten, lesen Sie auf VMware.com Microsoft Exchange 2010 auf VMware: Entwurfs- und Sizing-Beispiele.

Abbildung 1: VMware gibt Empfehlungen, die Exchange-Administratoren bei der Provisionierung virtueller Maschinen unterstützen.

Der Leitfaden auf VMware.com erläutert, wie Sie Ihre virtuelle Exchange-Infrastruktur unter Verwendung von Bausteinen skalieren können. Die Idee besteht darin, viele kleinere Exchange-Server anstelle einer einzelnen (bzw. einigen wenigen) großen Exchange Server-VM zu installieren.

Abbildung 1 zeigt beispielsweise, wie die Ressourcen-Anforderungen für 16.000 Postfächer in etwa aussehen könnten. Sobald Sie sich eine Vorstellung zur physischen Größe verschafft haben, können Sie den virtuellen Maschinen Server-Ressourcen zuordnen, um die empfohlenen Anforderungen zu erfüllen.

Alternativ können Ihnen auch Performance-Tools bei der Abschätzung der Ressourcen-Nutzung des physischen Exchange-Servers behilflich sein. Sie können diese Daten auch für die Bereitstellung der Exchange-Rollen für die VMs verwenden.

Schritt 3: Konfigurieren Sie vSphere und erstellen Sie die VMs

Zu diesem Zeitpunkt können Sie Ihre vSphere-Infrastruktur für Exchange konfigurieren und Ihre Exchange-VMs erstellen. Stellen Sie sicher, dass Sie einen HA/DRS-Cluster um Ihre vSphere-Produktionsserver aufbauen. So sorgen Sie dafür, dass die Exchange-VMs bei Ausfall eines physischen Hosts automatisch auf einem anderen Host neu gestartet werden. Diese Strategie ermöglicht außerdem, dass die VMs kurzerhand auf einen anderen Host migriert werden können (mit einem Tool wie zum Beispiel vMotion), wenn diese auf dem aktuellen Host nicht mehr die benötigten Ressourcen erhalten.

Wenn es daran geht, die VMs für Exchange zu erstellen, dann sollten Sie eine größere Anzahl kleinerer VMs (anstelle weniger großer) anlegen. Überlegen Sie auch, wie viel CPU und RAM Sie jeder einzelnen zuweisen müssen.

Ein paar weitere Überlegungen sollten sich um Folgendes drehen:

  • Legen Sie das Sizing des Storage Ihrer virtuellen Maschine fest. Nutzen Sie hierfür den Exchange 2010 Mailbox Server Role Requirement Calculator.
  • Setzen Sie für jede VM die reservierten Arbeitsspeicher-Ressoucen, die mit der Größe des Speichers übereinstimmen sollten, der für diese VM konfiguriert wurde. Damit wird eine übermäßige Beanspruchung von Speicher vermieden, falls dieser später einmal erhöht werden muss. Dies ist nicht effizient und kann die Performance der VM und Ihres gesamten Exchange-2010-Virtualisierungsprojekts beeinträchtigen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie über genügend Netzwerk-Karten und Hostbus-Adapter verfügen, um den Bedarf Ihrer Exchange-VMs decken zu können. Häufig wird im Hinblick auf Exchange die Konnektivität übersehen. Ein angemessener Zugriff auf Netzwerk und SAN wird zudem dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft.
  • Erstellen Sie einen Ressourcen-Pool für Ihre Exchange-VMs. Dies hält einen Teil der Server-Ressourcen als Reserven vor und verhindert zugleich, dass Exchange-VMs mit anderen VMs in der Infrastruktur in einen Ressourcen-Konflikt geraten.

Schritt 4: Testen und schulen Sie

Damit haben Sie Ihre Exchange-VMs erstellt, und es ist an der Zeit, Ihre Konfiguration zu testen. Die Exchange-VMs sollten miteinander kommunizieren. Die Endanwender sollten in der Lage sein, auf ihre Mails zuzugreifen. Und Sie sollten möglichst alles mithilfe eines Performance-Tools überwachen.

Dokumentieren Sie die Performance und sorgen Sie dafür, dass diese regelmäßig überprüft wird. Veränderungen der Performance der Exchange-VMs können ein Hinweis darauf sein, dass Anpassungen vonnöten sind. Dies kann den Bereich der Ressourcen Ihrer Rollen-VMs betreffen. Eventuell ist auch ein Rebalancing anderer Workloads über diverse Server hinweg erforderlich.

Nehmen Sie sich außerdem genügend Zeit, um sich mit anderen IT-Administratoren abzustimmen und diese gegebenenfalls zu schulen. Änderungen an administrativen Prozessen sollten entsprechend dokumentiert und kommuniziert werden.

Über den Autor
David Davis ist Autor der Video-Schulungsreihe für VMware vSphere von Train Signal (inklusive der neuen Schulung zu vSphere 5). Davis verfügt über mehr als 18 Jahre Unternehmenserfahrung und hat hunderte von Artikeln zum Thema Virtualisierung im Web verfasst. Er ist vExpert, VMware Certified Professional, VMware Certified Advanced Professional Datacenter Administrator und Cisco Certified Internetwork Expert #9369. Sie finden seine Website unter VMwareVideos.com.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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