Von Netzwerk bis Storage: Die besten Analyse-Tools für Exchange Server-Admins

Für die Administration von Exchange Server gibt es viele nützliche Tools. Wir stellen Admins von Netzwerk- bis Storage-Analyse die wichtigsten vor.

Dieser Artikel behandelt

Exchange-Management

Ähnlich wie Handwerker nicht ohne Werkzeug zur Arbeit gehen, brauchen auch Exchange Server-Administratoren spezielle...

Tools und Werkzeuge, um Exchange zu verwalten und  Fehler zu beheben.

Dabei hängt es von der Umgebung ab, mit der Sie arbeiten, welche und wie viele Tools sie tatsächlich brauchen. Conultants werden andere Tools verwenden als jemand, der Vollzeit eine einzelne Messaging-Umgebung verwaltet. Administratoren großer Enterprise-Umgebungen wiederum nutzen andere Werkzeuge als Administratoren in einem mittelständischen Unternehmen. Jede Art von Administrator braucht also seine eigenen Tools und sollte diese auch kennen. Wir zeigen Ihnen, in welche wirklich wichtigen Tools Sie sich am besten schon vor dem Auftreten von Problemen einarbeiten, damit Sie im Problemfall das Tool auch effizient bedienen können.

Es ist unmöglich, hier alle Werkzeuge, die ein Exchange-Administrator verwenden könnte, zu behandeln. Aber es gibt einige, die von den meisten Administratoren genutzt werden. Administratoren, die diese Tools nicht kennen, sollten sich diese auf jeden Fall ansehen. Nachfolgend werfen wir einen Blick auf diese Werkzeuge und zeigen deren Verwendung.  

Powershell Integrated Script Editor (ISE)

Es überrascht vielleicht viele Administratoren, aber der in Windows integrierte Script Editor für die PowerShell ist auch für Exchange-Administratoren eines der wichtigsten Werkzeuge. Der integrierte Script Editor hebt Befehle grafisch hervor und bietet eine effiziente Oberfläche für die Eingabe von CMDlets. PowerShell ISE starten Sie entweder über die Startseite in Windows, oder Sie geben in einer normalen PowerShell-Sitzung „ise“ ein.

Mit dem PowerShell ISE verwalten Administratoren CMDlets in der normalen PowerShell aber auch in der Exchange-Verwaltungsshell wesentlich effizienter als in der normalen PowerShell-Oberfläche.

PowerShell ISE hilft auch dabei Skripte zu erstellen, der integrierte Assistent hilft sogar beim Zusammenbau der Skripte. Durch die farbige Formatierung von CMDlets und Skripten können Sie große Teile des Codes wesentlich einfacher lesen als in der herkömmlichen Oberfläche der PowerShell. Mit der Skriptausschnitt-Funktion über die Tastenkombination Strg+ J können Sie ganz einfach eine vordefinierte Funktion zum Bearbeiten wählen.

Dank Assistent arbeiten Sie in der PowerShell ISE wesentlich effizienter.

Für hochkomplexe Skripte ist aber natürlich auch die PowerShell ISE nicht geeignet. Hier gibt es weitere Zusatzwerkzeuge wie PowerShell Studio von Sapien Technologies. Mit diesem Tool lassen sich ebensolche hochkomplexen PowerShell-Skripte entwickeln, und zwar nicht nur für Exchange. Für die meisten Belange reicht die PowerShell ISE aber vollkommen aus.

Hilfreiche PowerShell-Reporting-Skripte

Es gibt viele tolle Skripte, die Ihnen dabei helfen, Informationen über die Exchange-Umgebung zu erhalten. Diese Skripte sind wertvoll, wenn Sie zum Beispiel einen schnellen Überblick über die Exchange-Umgebung erhalten wollen. Ich verwende zum Beispiel häufig die folgenden Skripte:

Log Parser Studio for Connections

Log Parser Studio ist eines meiner wichtigsten Exchange-Server-Tools, um Verbindungsprobleme in Exchange zu beheben. Durch das Laden einer Reihe von Log-Protokollen in das Tool können Sie einen der vordefinierten Berichte verwenden, um schnell die Informationen zu finden, die Sie brauchen. Natürlich ist es aber auch möglich eigene Abfragen zu erstellen, so dass Sie Informationen filtern können.

Exchange-Backup-und Restore-Tools

Es gibt auch eine Reihe von Exchange Server-Tools, um Backup-und Restore-Anforderungen zu verwalten. Nicht immer können Sie zum Beispiel als Consultant die Backup-Umgebung des Kunden nutzen. Schlimmer noch, Sie könnten auch auf Datenbanken treffen, die nicht mehr richtig funktionieren, aber noch wichtige Daten enthalten.

Mit Software wie Kroll Ontrack Powercontrols oder Storagecraft Shadowprotect GRE können Sie Exchange-Datenbanken öffnen und auslesen. Diese Tools sind vor allem dann wertvoll, wenn Sie aus defekten Datenbanken noch Daten auslesen wollen. Für die Verwendung laden Sie einfach die EDB-Dateien und Transaktions-Protokolle über die grafische Benutzeroberfläche in die Programme und erkunden die Inhalte. In einer virtuellen Umgebung kann das kostenlose Backup-Tool von Veeam ebenfalls sehr praktisch sein. Die meisten dieser Tools können sogar die Daten aus der defekten Datenbank direkt in ein Postfach oder eine. PST-Datei exportieren.

Obwohl Sie in der Regel eine Wiederherstellung von Datenbanken direkt über Exchange und das entsprechend konfigurierte Backup-Produkt machen, gibt es Fälle, in denen dies nicht möglich ist, weil die Plattform nicht funktioniert. Im ersten Schritt würden Sie dann natürlich versuchen, Exchange zu reparieren und dann die Datenbanken auf dem offiziellen Weg wiederherzustellen. Die hier vorgestellten Tools sollten also so etwas wie ein letzter Ausweg sein, den Sie so weit wie möglich vermeiden sollten, da auch Microsoft diese Herangehensweise nicht unterstützt. Aber wenn die Wiederherstellung von Daten nur über diese Tools funktioniert und es sich um die einzige Möglichkeit handelt, um wichtige E-Mails zurückzubekommen, dann sollten Sie sich mit diesen Tools lieber auskennen.

MFCMAPI für einen Blick in die Postfach-Eigenschaften

Microsoft Foundation Classes MAPI (MFCMAPI) ist eines der wichtigsten Werkzeuge für Exchange Server-Administratoren. Dieser Low-Level-Editor ermöglicht Ihnen den direkten Zugriff auf das Postfach eines Benutzers und dessen Messaging Application Program Interface (MAPI)-Eigenschaften. Es erlaubt Ihnen auch, sich mit anderen Postfächern innerhalb der Umgebung zu verbinden.

Ich habe dieses Tool oft genutzt, um Regeln für den Posteingang eines Postfachs zu überprüfen und Probleme mit diesen zu beheben. Außerdem ist das Tool sinnvoll um zu prüfen, ob Aufbewahrungs-Tags erfolgreich angewendet wurden. Es gibt eine kleine Lernkurve bis Sie das Tool verstehen, aber nach etwas Übung haben Sie dann relativ schnell Einblick in die Funktionsweise von MAPI. Das Tool selbst ist eigentlich sehr selbsterklärend und hat eine tolle Dokumentation.

Mit Wireshark oder Netmon Netzwerkebenen verstehen

Mit Wireshark oder Microsofts Alternative Netmon werden Sie sicher nicht jeden Tag arbeiten. Aber es gibt Gelegenheiten, bei denen Sie auf Netzwerkebene nach Problemen suchen müssen, um selbige in Exchange zu beheben. Häufige Einsatzszenarien wären beispielsweise die Problembehandlungen bezüglich der Firewall oder Load-Balancing-Probleme. Sie verstehen mit diesen Werkzeugen schnell den Datenverkehr, der im Netzwerk bezüglich Exchange abläuft. In meinem Blog gehe ich ins Detail und zeige, wie mir Wireshark geholfen hat, Exchange-Probleme zu beheben.

Microsoft Remote Connectivity Analyzer prüft die Exchange-Anbindung

Wie der Name schon andeutet ermöglicht es Ihnen der Microsoft Remote Connectivity Analyzer, die Verbindung zu Ihrer Exchange-Umgebung zu testen. Dieses Web-basierte Tool bietet Tests für Web-Dienste, Autoermittlung und auch Active Directory Federation Services in einer hybriden Exchange-Bereitstellung.

Dies ist ein sehr wertvolles Werkzeug, wenn Sie nach der Veröffentlichung Ihrer Exchange-Umgebung im Internet die Verbindung testen wollen. Es ermöglicht Ihnen, schnell festzustellen, ob alles zwischen Ihrem Exchange-Server und dem Internet korrekt konfiguriert ist, einschließlich Firewalls und Load Balancer. Der Connectivity Analyzer wurde vor kurzem aktualisiert und unterstützt jetzt auch Tests für Microsoft Lync.

Server Role Requirements Calculator - Netzwerkbandbreite für neue Bereitstellungen

Eine der Aufgaben, die ich regelmäßig als Exchange-Consultant durchführe, ist die Erstellung von Entwürfen für neue Bereitstellungen oder Migrationen zu aktuellen Exchange-Versionen. Ein Teil dieser Arbeit verlangt von mir, die Hardware-Anforderungen für neue Server zu bestimmen. Obwohl Microsoft viele Informationen bietet, wie Sie Speicherplatz, IOPS, Storage und CPU für einen bestimmten Einsatz planen sollten, sind darüber hinaus oft noch sehr viel mehr Dinge zu berechnen. Etwa die Voraussetzungen für Server, Netzwerkbandbreite usw. Dabei helfen der Server Role Requirements Calculator und der Network Bandwidth Calculator.

Es wird zwar einige Zeit dauern, um zu verstehen, wie viel Input und Informationen Ihnen diese Exchange Server-Tools bieten können, aber der Return on Invest dieser Tools stellt sich schnell ein. Wenn Sie sich etwas eingearbeitet haben, ist das Wissen, dass diese Tools vermitteln können, immens. Die Berechnungen sind wesentlich genauer als mit anderen Mitteln und Microsoft aktualisiert den Mailbox Role Requirements Calculator ständig, um Änderungen in der Exchange-Software widerspiegeln. Vor kurzem veröffentlichte Microsoft eine Anleitung, wie Sie Eingaben bezüglich der Nutzung von Protokolldateien für beide Werkzeuge vornehmen können.

Mit Jetstress zur idealen Storage-Konfiguration für Exchange 2013

Sie können keine Exchange-Bereitstellung in die Produktivumgebung verschieben, die nicht gründlich getestet ist. Ansonsten besteht zum Beispiel die Gefahr, dass die Umgebung nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stellt und Anwender nicht performant mit der Umgebung arbeiten können. So, wie Sie mit Remote Connectivity Analyzer die Verbindungen zu Ihrer Umgebung validieren, kann Ihnen Jetstress helfen, die Storage-Konfiguration zu überprüfen. Mit diesem Tool können Sie also recht zuverlässig sicherstellen, dass die Speicherkonfiguration der Exchange-Server ausreichend ist.

Storage ist eine sehr wichtige Sache für Exchange. Microsofts Exchange Server-Produktgruppe hat im Laufe der Jahre eine Menge Arbeit in die Optimierung für Low-Cost-Speicher gesteckt, daher lässt sich Exchange inzwischen auch auf weniger leistungsstarker Storage-Hardware betreiben. Das bedeutet aber nicht, dass Sie tatsächlich jeden Speicher verwenden können. Sie müssen sicherstellen, dass Sie, unabhängig von der aktuellen Situation in Ihrem Unternehmen, die Anforderungen aus dem Server Role Requirements Calculator einhalten. Diese stellen eine wichtige Grundlage für den Exchange-Betrieb dar.

Durch die Ausführung von Jetstress simulieren Sie effektiv die Belastung auf Ihre Datenträger, genau wie ein Exchange-Server dies in der Produktion tun würde. Das Tool überwacht, wie sich der Storage verhält und führt Maßnahmen auf Basis der von Ihnen fest gelegten Optionen aus. Wenn alles gut geht, erhalten Sie ein "PASS" für den Speicher. Bekommen Sie ein "FAIL", dann müssen Sie prüfen, wo die Dinge schief gelaufen sind. Sie wollen sicher keinen Exchange-Server in Betrieb nehmen, bevor Test-Tools die Freigabe empfehlen.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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