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Warum die interne Ausrichtung der Lieferkette kritisch für Unternehmen ist

Die interne Supply Chain – von der Beschaffung bis zum Vertrieb – ist entscheidend für den Firmenerfolg und sollte daher genau geprüft werden.

Die Ausrichtung der internen Supply Chain – die Zusammenarbeit funktionaler Bereiche innerhalb des Unternehmens, um Lieferkettenvorgaben zu erreichen – ist genauso wichtig wie die Zusammenarbeit mit externen Partnern, um Wettbewerbsvorteile und zufriedene Kunden zu gewinnen.

Supply Chain Management (SCM) ist die Kunst der Koordinierung. Das Ziel von SCM ist es, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: die Auslieferung von Produkten, die die Kunden wünschen, wann und wo sie wollen, so effizient wie möglich und unter effektiver Nutzung aller verfügbaren Ressourcen. Alle Beteiligten, darunter Handelspartner und Dienstleister, arbeiten für das Gemeinwohl zusammen, was bedeutet, dass individuelle Bedürfnisse den Bedürfnissen der Lieferkette untergeordnet werden müssen.

Dies mag idealistisch klingen und konträr zu den freien, unternehmerischen Prinzipien stehen. Dennoch ist es auf die heutige Realität ausgerichtet, da die verteilte Organisation (zumindest teilweise) autonomer Teilnehmer nicht die Tatsache ignorieren kann, dass diese voneinander abhängig sind. Jede individuelle Handlung und Entscheidung kann den Betrieb der gesamten Lieferkette beeinflussen – zum besseren oder schlechteren.

Ausrichtung betrifft nicht nur die externe Lieferkette

Die gleichen Prinzipien gelten in der Fertigungsorganisation, wo Abteilungen und Funktionsbereiche die Beteiligten sind. Der Einkauf kann sich nicht nur auf Preis, Kaufpreisabweichungen oder die Verringerung des überschüssigen Inventars konzentrieren. Diese Ziele müssen sekundär sein, um den Bedürfnissen der Produktionsstätte gerecht zu werden. Ebenso sollte der Schwerpunkt der Produktion auf den Masterplan abgestimmt sein, der direkt über die Vertriebs- und Betriebsplanung an den Bedarfsplan, den Vertrieb und die Kunden angebunden ist.

Wie erstellt und pflegt eine Organisation die interne Ausrichtung? Im Vergleich zu Lieferanten und anderen externen Unternehmen sollte die interne Supply-Chain-Ausrichtung theoretisch leichter zu erreichen sein, da interne Ressourcen innerhalb der Kontrolle der Führungskräfte und Manager liegen.

Doch während die Ausrichtung externer Ressourcen in den Geschäfts- oder Vertragsbeziehungen festgelegt werden, kann die interne Ausrichtung durch veraltete Anreize und Messungen behindert werden, die nicht an die Lieferkettenprioritäten gebunden sind.

Dies zu ändern, kann anspruchsvoll sein. Aus diesem Grund ist die wichtigste Zutat bei der Etablierung der internen Supply-Chain-Ausrichtung, dass diese zu einem integralen Bestandteil des operativen Modells, der Strategie und Kultur gemacht wird. Und dabei spielt Technologie eine Schlüsselrolle.

Wie ERP die interne Supply-Chain-Ausrichtung unterstützt

Der Grundgedanke von Enterprise Resource Planning (ERP) ist, Informationen zu sammeln, zu speichern und zu verteilen, die ein Unternehmen beschreiben. Durch das Verteilen der Informationen hilft das ERP-System, die Aktivitäten der funktionalen Geschäftsfelder (zum Beispiel Lagerwirtschaft, Produktion und Einkauf) auf das Ziel des Unternehmens hin zu koordinieren und den Kunden effektiv und effizient zu bedienen.

Das alles beginnt beim Kunden. Der Bedarfsplan antizipiert, was der Kunde in absehbarer Zeit haben möchte und bildet die Haupteingaben für die Vertriebs- und Betriebsplanung, wobei ein Produktionsplan entwickelt wird, mit dem der Bedarf am besten erfüllt und die vorhanden Ressourcen optimal genutzt werden.

Der Produktionsplan wird zu einem detaillierten Masterplan zerlegt, der dann den kompletten Materialbedarfsplan, eine Liste spezifischer Aufgaben und Prioritäten für Fertigungs-, Einkaufs- und Support-Funktionen, steuert.

Dieser Top-down-Planungsprozess, der von den Kundenbedürfnissen getragen wird, hält alle individuellen Aufgaben und Prioritäten im Einklang mit den Hauptzielen der Lieferkette, um den Kunden über eine vernünftige Nutzung von Ressourcen zu bedienen.

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Anreize sind entscheidend für Supply-Chain-Ausrichtung

Die genannten Punkte bilden die technischen Mechanismen vollständig ausgerichteter Pläne und Anweisungen. Doch sie sind nur der erste Schritt. Die Schaffung einer internen Supply-Chain-Ausrichtung erfordert typischerweise Change-Management-Anstrengungen, vor allem, wenn sich die strategische Ausrichtung ändert.

Zum Beispiel müssen die Organisation und die einzelnen Funktionsbereiche innerhalb des Unternehmens fokussiert und richtig angeregt werden. Um das zu erreichen, müssen Senior Management, Abteilungsleiter und Supervisor:

  • sich kontinuierlich auf den Vertriebs- und Betriebsplan sowie Masterplan konzentrieren, wenn sie die Ausrichtung und Ziele an die Belegschaft kommunizieren;
  • individuelle Anreize schaffen und Metriken für Mitarbeiter entwickeln, die den Plan unterstützen, dass heißt, sie müssen angeregt werden, Prioritäten und Termine zu respektieren;
  • traditionelle Anreize beseitigen, wozu zum Beispiel Boni zählen, die sich an klassischen Leistungsmessungen, wie Effizienz oder produzierte Teile pro Tag, orientieren.

Führungskräfte und Manager werden wahrscheinlich weiterhin Dinge wie Effizienz und Produktionszahlen messen und überwachen wollen, da eingebettete Management-Strukturen und Rechnungsprozesse vorschreiben, dass sie an Ort und Stelle bleiben. Aber diese Art von intern fokussierten Messungen hängen nicht mit den Bedürfnissen einer Lieferkette zusammen und dürfen nicht über die Lieferkettenmessungen und -anreize hinausgehen.

Man sollte daran denken, dass Menschen darauf reagieren, wie sie gemessen werden. Boni, die für das Erreichen eines hocheffizienten Wertes oder für die Herstellung von mehr Teilen gezahlt werden, können bei den Prioritäten ignoriert werden, die man im Ausrichtungsplan entworfen hat. Um die interne Ausrichtung zu entwickeln und zu pflegen, müssen Mitarbeiter über Anreize an Lieferkettenprioritäten gebunden sein, die mit dem Vertriebs- und Betriebsplan sowie Masterplan in Verbindung stehen.

Der Fertigungsplanungsprozess ist darauf ausgerichtet, dass sich alle auf das gleiche Ziel konzentrieren: die richtigen Produkte an die richtigen Kunden zur richtigen Zeit und den richtigen Ort zu liefern, indem die vorhandenen Ressourcen effektiv genutzt werden. Doch Pläne führen sich nicht von selbst aus.

Es liegt bei der Unternehmensführung und den Anreizen, Mitarbeiter an Bord zu holen und sie dazu zu bringen, sich auf das Erreichen gemeinsamer Ziele, den Kundenservice, zu konzentrieren. Dies ist wichtig für den Unternehmenserfolg als Teil der Supply Chain.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2017 aktualisiert

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