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Wie Firmen ein effektives Supply-Chain-Analysesystem wählen

Supply Chain Analytics verspricht umfassende Einblicke in betriebliche Abläufe und eine bessere Entscheidungsfindung. So wählt man das richtige System.

Dieser Artikel behandelt

BI-Management

Lieferketten durchlaufen eine radikale Transformation, die nicht nur von der Cloud beeinflusst wird, sondern auch von Grid-Computing, leistungsfähigeren Servern, einer elastischen Cloud und neuem Code, der Analysen intelligenter macht.

Wenn man Supply Chain Analytics erforscht, steht man vor mehreren Fragen: Was sind die Hauptkomponenten eines effektiven Supply-Chain-Analytics-Systems? Sollte ich ein spezielles Tool von einem Supply-Chain-Anbieter nehmen, oder sollte ich ein generisches Analyse- oder Business-Intelligence-Tool wählen? Was sind die Schlüsselelemente? Was sind Kaufkriterien für das eine oder andere Produkt?

Um diese Fragen zu beantworten, sollte man Supply Chain Analytics in zwei Bereiche aufteilen: operativ (täglich und möglicherweise in Echtzeit) und strategisch (Trendanalyse, -entdeckung und -berichterstattung).

Die operative Analytik kann auf nur einem Modul aufbauen, zum Beispiel Bedarfsplanung, Produktionsplanung oder Transport. Doch interessant wird es, wenn man Daten aus mehreren Knotenpunkten analysiert, zum Beispiel von den Arbeitsplätzen, Lagerorten und dem beweglichen Inventar auf einem LKW oder Schiff. Moderne Anwendungen arbeiten in Richtung einer funktions- und unternehmensübergreifenden Sichtweise, mit dem Ziel, Siloansichten zu überwinden, um ein wahrheitsgetreues Bild der Lieferkette als funktionsübergreifendes Unterfangen zu erhalten.

Operative Supply-Chain-Analysen

Wie kann operative Analytik aussehen? Hier einige Beispiele:

Bestands- und Logistikentscheidungen: Durch die Nutzung von Grid-Computing und Multinode-Daten über die gesamte Lieferkette hinweg können Anwender Bestandsentscheidungen auf Grundlage der Nachfrage bewerten und treffen, was gelegentlich auch als Demand Signal Repository (DSR) bezeichnet wird. Transport-Manager analysieren die Routen- und Bewertungsoptionen über Knoten oder Netzbetreiber hinweg und werten das Ergebnis aus. Neu ist hier die ständige Aktualisierung der Daten, wenn sich Bedingungen in den Knoten ändern, anstatt statische Daten abzurufen. Auf diese Weise sind die Daten früher operativ nutzbar. Ein führender Anbieter, der Systeme für diesen Bereich entwickelt, ist One Network, das über reichhaltige Multinode-Netzwerke für Unternehmen und komplexe Lieferketten verfügt.

High-Level-Ereignisse verstehen: Komplexe Ereignisverarbeitung (Complex Event Processing, CEP) wird in Supply-Chain-Operationen eingesetzt. Zu den Anbietern, die interessante Produkte in diesem Bereich zur Verfügung stellen, gehören Savi Technologies, TransVoyant, GT Nexus (in die TransVoyant eingebettet ist) und natürlich SAP. Zwar hat auch Oracle ein CEP-Produkt, doch es gibt bisher keine bekannten Beispiele bei denen es auf die Lieferkette angewendet wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Benachrichtigungssystemen, die nur wiedergeben, was passiert ist, aber nicht warum, wie oder was sie machen sollen, befasst sich komplexe Ereignisverarbeitung mit einer Reihe von Ereignissen sowie Einflüssen und versucht diese zu verstehen. Auf diese Weise tragen CEPs dazu bei, bessere Ergebnisse zu erzielen.

Risiko-Management: Es gibt mehrere beeindruckende Risiko-Management-Lösungen, die in Echtzeit Risiken erkennen, Ursachen analysieren und mögliche alternative Lösungen anbieten. Einige interessante Unternehmen in diesem Bereich sind Resilinc, Exostar und IDV Solutions.

Strategische Supply-Chain-Analysen

Aus strategischer Sicht und aus Sicht des Berichtswesens gibt es zwei Ansätze:

Analytics innerhalb eines umfangreichen Management-Systems: Ein Großteil der Analytik innerhalb einer Funktion, wie zum Beispiel der Supply Chain, basiert auf bekannten Datenbeständen innerhalb des Supply-Chain-Management-Systems. Wenn man also an das Supply-Chain-Analytics-System denkt, ist es oft sinnvoll, mit dem Anbieter zu arbeiten, von dem auch das Supply-Chain-Management-System ist. Solche Produkte haben Use-Case-Bibliotheken und häufig ein kommerzielles BI-Produkt in die Suite eingebettet. Supply Chain Management ist ein großer Markt. Dabei gibt es eine Reihe von Optionen, darunter JDA, Logility oder Cloud-Anbieter wie One Network, GT Nexus/Infor. Es gibt aber auch funktionalere Ansätze, zum Beispiel Verkehrs-Management-Systeme wie Descartes oder Mercury Gate oder fertigungsorientierte Systeme von PTC, Siemens, GE, Dassault und Autodesk. SAP ist ebenfalls eine Überlegung wert. Allerdings passt SAP unter Umständen besser in die Kategorie der BI-Anbieter, denn das Ziel des Unternehmens ist es, HANA zusätzlich zu verschiedenen Modulen von ERP- oder Supply-Chain-Anwendungen zu verkaufen.

Eine interessante Entwicklung ist in diesem Bereich die Partnerschaft von JDA mit Google, die auf eine reichhaltigere Suche und Analyse abzielt, die wiederum Verhaltensweisen und Trends untersuchen soll, um neue Wege zur Marktanalyse zu finden.

Ein auf Business Intelligence ausgerichtetes Produkt: Ein BI-Anbieter könnte in Umgebungen mit einer Vielzahl von Management-Systemen sinnvoll sein, was ein Best-of-Breed-Ansatz ist. Mit dieser Entscheidung müssen Benutzer allerdings die Verantwortung für den Aufbau des Data Warehouses und die Integration übernehmen, obwohl Analytik-Anbieter Tools entwickelt haben, um die Integration zwischen den Systemen zu verwalten. Viele Unternehmen greifen auf ein BI-Produkt zurück, das in der Lieferkette präsent ist, zum Beispiel von SAS, Tableau, IBM und SAP sowie auf elastische Optionen wie Microsoft Azure für Big Data Analytics.

Analytics erlaubt vorausschauende Reaktion

Supply Chain Analytics ist ein Bereich, der sich schnell verändert. Ältere Analysen drehten sich bisher vor allem um die Akkumulation von Daten in Data Warehouses und sind benutzerabhängig. Das heißt, Benutzer starren auf Berge von Daten und erstellen ihre eigenen Abfragen und Berichte. Heute verfügen wir über Bibliotheken mit erweiterten Abfragen für strategische und operative Anwendungen.

Ich bin optimistisch, was die neue Analytik im operativen Bereich mit ihrem Fokus auf Echtzeitdaten und intelligentere Optimierung und Analytics angeht. Benutzer sollten sich Zeit nehmen, um die Leistungsfähigkeit und die Art und Weise zu verstehen, wie sie diese nutzen können.

Die neuen Supply-Chain-Analytics-Tools wurden entwickelt, um Unternehmen eine vorausschauende und schnelle Reaktion in Echtzeit zu ermöglichen, so dass der Betrieb schneller Probleme lösen kann. Noch wichtiger ist, dass die Analytik heute nicht nur auf Schnelligkeit ausgerichtet ist, sondern auch reichhaltige Einblicke liefert und im Laufe der Zeit lernt, was die besten Optionen sind.

Diese greifen auf neue Datentypen zu, die in Supply-Chain-Anwendungen eingespeist werden - von Wetter- über Verkehrs- bis zu Sensordaten - und vermischen diese mit traditionellen Datenquellen. Diese Art von komplexen und unmittelbaren Analysen sind es, bei denen moderne Systeme zum Einsatz kommen. Oft beschaffen sich Unternehmen diese Systeme selbstständig und ohne IT-Beteiligung. Die IT-Abteilung sollte daher mit dem Fachanwender zusammenarbeiten und verstehen, wie sie in das Gesamtportfolio der Tools passt.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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