Sergey Nivens - Fotolia

Wie Oracle On-Premise- und Cloud-Lizenzen anpasst

Cloud-Tools beeinflussen die Oracle-Softwarelizenzen nachhaltig. Vor allem das neue Angebot Cloud at Customer bringt massive Veränderungen mit sich.

Bevor wir Oracle-Lizenzen genauer betrachten, werfen wir einen Blick darauf, wie die Cloud die Lizenzpolitik bei Oracle beeinflusst. Neben der intensiven Entwicklung einer eigenen Public Cloud, hat das Unternehmen auch enge Beziehungen zu ausgewiesenen Cloud-Partnern aufgebaut. Dazu gehören Amazon Web Services (AWS) mit Amazon Relational Database Service und Elastic Compute Cloud (EC2) sowie Microsoft mit seiner Azure-Cloud-Plattform.

Oracle hat zusätzlich spezielle Lizenzbedingungen für Nutzer seiner Anwendungen auf Basis von AWS beziehungsweise Azure eingeführt. In beiden Fällen basieren die Oracle-Cloud-Lizenzkosten auf einem virtuellen Äquivalent physischer Prozessorkerne.

Allerdings decken die standardmäßigen Oracle-Lizenzbedingungen kein Software-Hosting ab – eines der grundlegenden Elemente des Cloud Computings. Bis Oktober 2012 erlaubte Oracle ein generisches Hosting, was es Unternehmen gestattete, Oracle-basierte Server über Drittanbieter bereitzustellen.

Damit bot Oracle die Basis für den Aufbau einer Cloud-Architektur. Als Oracle dieses Recht abschaffte, übernahm das Unternehmen wieder die Kontrolle über das Hosting, um seine Anwendungen selbst in der Cloud anzubieten. Oracle erreichte dies, indem es nicht-autorisierte Anbieter daran hinderte, ein Cloud-Angebot einzurichten, dass in Konkurrenz zu Oracle steht.

Die einzige Form des Hostings, die Oracle heute unter seinen Lizenzbedinungen gestattet, ist das Hosting von proprietären Applikationen für unabhängige Softwareanbieter, die der Oracle-Software einen Mehrwert verschaffen. Das bedeutet, dass Unternehmen SaaS-Anwendungen auf Basis von Oracle-Technologie nutzen müssen.

Eine der Optionen, die Oracle versucht, um Nutzer in seine Cloud zu locken, ist eine Bewertung seiner Lizenz-Management-Service-Unit. Oracle bietet danach Cloud Credits an, statt Kunden dazu zu bringen, On-Premise-Lizenzen zu kaufen, die sie in Zukunft unter Umständen nicht mehr brauchen.

Mehr zum Thema Oracle-Software:

Microsoft, Oracle und Salesforce: CRM-Systeme aus der Cloud im Überblick.

Oracle Enterprise Manager 13c bietet für Administratoren neue Cloud-Tools.

Herausforderungen beim Einsatz von Oracle-Anwendungen in der AWS-Cloud.

Diese Plattformen und Tools sind innerhalb der Oracle CX Cloud verfügbar.

So lange konventionelle On-Premise Serverumgebungen bei den Kunden funktionieren, gab es keine signifikanten Änderungen in der Lizenzpolitik von Oracle. Die Technologie wird hierbei in erster Linie auf Basis der Prozessoren beziehungsweise CPU-Kerne lizenziert.

Cloud at Customer beeinflusst Lizenzierung

Allerdings finden aktuell Veränderungen statt, die auf den Produkt-Launch des Oracle-Services Cloud at Customer zurückzuführen sind, der auf der CloudWorld im März 2016 vorgestellt wurde. Der Service umfasst Oracle IaaS- und PaaS-Lösungen für den On-Premise-Einsatz. Hierfür nutzt Oracle identischen Programmcode, eine identische Konfiguration und ein identisches Management wie für sein Standard-Cloud-Angebot.

Basierend auf einer Standard-Oracle-Hardwarekonfiguration und unter Einbeziehung der Funktionen des Enterprise Manager Hybrid Cloud Managements, ist Cloud at Customer dafür gedacht, die Konsistenz zwischen Cloud- und On-Premise-Umgebungen zu gewährleisten. Diese Transparenz hilft auch bei der Bereitstellung und ermöglicht zum Beispiel die Übertragung von Workloads in die Cloud, wenn das On-Premise-System ausgelastet ist.

Detaillierte Preisinformationen sind derzeit schwer zu finden. In der Serviceankündigung werden drei Jahre Mindestlaufzeit und ein elastisches Preissystem genannt. Dabei deckt das Drei-Jahres-Abonnement wohl die Hardwaremiete ab, wogegen die elastischen Preise wohl die Softwarekosten betreffen. Innerhalb der Oracle-Cloud-Lizenzvereinbarung ist es möglich, die Softwareinstanzen hoch und runter zu skalieren, was erwartungsgemäß auch für den On-Premise-Einsatz gelten wird.

Dies wäre ein Schritt in die richtige Richtung – weg von ständigen Anpassungen der Softwarekosten, wie sie heute stattfinden. Es ist jedoch noch zu früh für endgültige Aussagen, doch die Anpassungen sind Anzeichen für eine benutzerfreundlichere Oracle-Lizenzierung.

Über den Autor:
Keith Dobbs ist Mitbegründer und Direktor der britischen Beratungsfirma Madora Consulting, die Unternehmen bei der Navigation durch die komplexe Oracle-Lizenzlandschaft hilft.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Cloud-Anwendungen

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close