adam121 - Fotolia

Wie Softwarelizenzen die Portabilität auf AWS beeinflussen

AWS arbeitet mit Softwareanbietern zusammen, um Workloads portabler zu machen. Einige Anbieter haben allerdings komplizierte Lizenzbedingungen.

Public-Cloud-Anbieter haben Regeln, Vorschriften und technische Anforderungen für den Umzug auf ihre Plattform. Und Softwareanbieter haben verschiedene Lizenzbedingungen. Das Modell Bring Your Own License (BYOL) ermöglicht es IT-Teams, eigene Softwarelizenzen in der Public Cloud einzusetzen, zum Beispiel Oracle-Lizenzen auf AWS, und bietet verschiedene Vor- und Nachteile.

„Bring Your Own License hat mehrere Vorteile gegenüber der Anmietung der Software bei einem Cloud-Provider“, sagt Duncan Jones, Vice President und Principal Analyst bei Forrester Research. Viele Unternehmen besitzen bereits Lizenzen für ihre Anwendungen und Middleware, so dass sie nicht mehr zahlen wollen.

Manche Unternehmen setzten die Cloud für Entwicklungsprojekte ein und übertragen Workloads auf lokale Hardware, wenn die Anwendung in den Produktivbetrieb geht. Andere möchten Portabilität, damit sie Workloads auf eine andere Cloud-Option verschieben können, wenn AWS zu teuer wird.

„Kleine Anbieter haben sicherlich bereits Notiz davon genommen und diejenigen, die sich darauf konzentrieren, ihre Kunden in die Cloud zu bewegen, beginnen damit, BYOL zu nutzen, um die Migration ihrer Kunden zu unterstützen und Rücksicht auf bisherige Investitionen zu nehmen“, sagt Nakul Narayan, Research Analyst für SaaS und Cloud-Software bei IDC.

Doch BYOL-Bedingungen und –Konditionen können laut Narayan restriktiv sein. Eine Lizenz deckt unter Umständen nur bestimmte Versionen einer Anwendung ab oder ein IT-Team kann nur zu einem bestimmten IaaS-Anbieter migrieren.

Lizenzen in der AWS-Cloud

AWS-Kunden können Microsoft-Windows-Produkte durch den Kauf neuer EC2-Instanzen mit einem Lizenzpaket lizenzieren oder einfach bestehende Lizenzen mitbringen. Kunden von AWS können außerdem neue Lizenzen für Windows Server und SQL Server beschaffen – auf die gleiche Weise, wie sie sich eine Linux-Instanz beschaffen würden.

Microsoft und Amazon haben ein gemeinsames Set von Amazon Machine Images (AMIs) entwickelt, die basierend auf Best Practices dokumentiert, optimiert und konfiguriert sind. AWS bietet 30 AMIs für Windows-Workloads in allen AWS-Regionen an und listet mehr als 30 Windows-Softwareanbieter in seinem Marketplace.

Für Kunden, die vorhandene Lizenzen zu AWS mitbringen wollen, wird die Microsoft-Richtlinie für Lizenzmobilität zusammen mit der Microsoft Software Assurance unterstützt. Software Assurance ist ein Volumenlizenzprogramm, das Microsoft-Kunden hilft, Produkte zu implementieren, zu verwalten und zu nutzen.

Kunden, die nicht für Microsoft Software Assurance bezahlen möchten, können Amazon EC2 Dedicated Hosts und Dedicated Instances verwenden, die es ihnen ermöglichen, eigene Lizenzen für Windows Server und Microsoft-Anwendungen ohne fortlaufende Zahlung an Microsoft mitzubringen. AWS ist der einzige große Cloud-Anbieter, der Dedicated Hosts und/oder Instances für Windows Server und Microsoft-Anwendungen anbietet.

Mehr zum Thema AWS:

Welche Lizenzen für Oracle-Datenbanken in der AWS-Cloud benötigt werden.

Windows Server, SQL Server und SharePoint: Microsoft-Lizenzen mit AWS nutzen.

Welche AWS-Programmiersprache eignet sich am besten für ein Projekt?

Einstieg in die AWS-Cloud: Rollenbasierten Zugriff per AWS IAM konfigurieren.

Neue AWS-Entwickler-Tools bieten bessere Einblicke und Kontrolloptionen.

IT-Teams können Oracle-Lizenzen auf AWS ab Oracle Database 9i oder höher einsetzen, einschließlich Oracle 12c, Oracle Fusion Middleware und Oracle Enterprise Manager. Oracle-Kunden können außerdem vorhandene Oracle-Lizenzen auf AWS ohne zusätzliche Lizenzgebühren nutzen. Darüber hinaus bietet AWS ein vollständig verwaltetes Oracle Database Tool über den Amazon Relational Database Service für Oracle an, das es Anwendern erlaubt, bestehende Lizenzen auf AWS zu verwenden oder für die Lizenzen auf Stundenbasis zu bezahlen. AWS hat sechs Oracle Competency Partner, um Kunden dabei zu helfen, ihre Workloads auf AWS auszuführen.

Der Lock-in-Effekt ist eine langfristige Sorge, und es kann schwierig sein, restriktive Lizenzen abzugeben. Bevor man einen Anbieter auswählt, sollte man entscheiden, ob der Anbieter langfristig wettbewerbsfähig ist und nicht nur von der Abhängigkeit des Unternehmens profitiert.

„Der Besitz der Softwarelizenz könnte ein Teil des Problems sein, zusammen mit dem Einsatz der proprietären IP des Cloud-Providers“, sagt Jones. Ein Nachteil von BYOL ist, dass man die Flexibilität der Cloud untergräbt. „Unternehmen müssen mehrere Faktoren berücksichtigen, um zu entscheiden, welchen Ansatz sie nehmen“, fügt Jones hinzu.

Auch wenn nicht alle Lizenzen portabel sind, ist der Trend klar. Eine kürzlich verabschiedete Empfehlung des Federal Accounting Standards Advisory Boards, einem US-Ausschuss zur Verbesserung der Finanzberichterstattung, macht Portabilität eher möglich, da darin anerkannt wird, dass eine gleichwertige Fähigkeit einer On-Premise- und Cloud-Version der relevante Maßstab sein sollte, so Dan Conde, Analyst bei der Enterprise Strategy Group.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im April 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Business-Software

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close