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Workday HCM versus Oracle HCM Cloud: Welches ist besser?

Oracle und Workday konkurrieren um die Marktführerschaft bei Human-Capital-Management-Software. Ein Vergleich der beiden Cloud-HCM-Anwendungspakete.

Der Markt für Geschäftsanwendungen ist voll von Anbietern, die Cloud-basierte Human-Capital-Management-Software anpreisen, mit der sich die von Personalverantwortlichen ausgeführten Aufgaben rationalisieren und automatisieren lassen. Als Hauptakteure haben sich unter anderem zwei Produkte herauskristallisiert: Workday Human Capital Management und Oracle HCM Cloud.

Seit einigen Jahren liefern sich Workday und Oracle einen Kampf um den HCM-Markt, doch ein Gewinner steht noch aus. Beide Cloud-Services stellen umfangreiche Funktionen zur Verfügung, die sich ständig weiterentwickeln und erweitern. Die Unterschiede zwischen den beiden Suiten sind mittlerweile nur im Detail sichtbar.

Um sie zu unterscheiden, werfen wir einen genaueren Blick auf Oracle HCM Cloud versus Workday HCM.

Workday HCM

Workday wurde 2005 von Dave Duffield und Aneel Bhusri gegründet. Beide sind ehemalige Führungskräfte des HR-Anbieters PeopleSoft, den Oracle im selben Jahr kaufte. Workday HCM, ein Software as a Service (SaaS), kam 2006 auf den Markt. Workday war ein Pionier im SaaS-Bereich und Workday HCM entwickelte sich schnell zu einer führenden Cloud-HR-Anwendung.

Im Gegensatz zu Produkten wie Oracle HCM Cloud hat Workday HCM seine Wurzeln im SaaS-Modell und bietet eine nativ entwickelte Suite von HCM-Diensten, die grundsätzlich auf Cloud-Funktionen ausgelegt sind.

Workday musste sich nicht auf bestehende On-Premises-Produkte oder -Systeme einstellen, sondern konzentrierte sich auf die Bereitstellung einer Reihe einheitlicher Services auf Basis von Technologien, die regelmäßig aktualisiert und nach einem einzigen Architekturmodell optimiert werden. Darüber hinaus ist das Unternehmen führend bei der Bereitstellung von Mobile-HCM-Funktionen in Verbindung mit seinen Cloud-Angeboten.

Die Workday HCM-Suite umfasst HR-Management, Leistungsverwaltung, Talent-Management, Rekrutierung, Big Data Analytics und viele weitere Dienstleistungen. In den ersten beiden Magic-Quadrant-Berichten zu Cloud HCM, die im Juni 2016 und August 2017 veröffentlicht wurden, bewertete Gartner Workday zusammen mit Oracle und SAP als führend in dieser Kategorie. Ultimate Software erreicht ebenfalls die Liste der führenden Unternehmen im Gartner Report 2017.

Oracle HCM Cloud

Oracle HCM Cloud entwickelte sich anders als Workday HCM. Ein Großteil der HCM-Cloud-Suite basiert auf dem vorhandenen Fusion Application Stack von Oracle, einer serviceorientierten Plattform, die On-Premises und Cloud-Anwendungen für HCM-, ERP- und CRM-Funktionen bereitstellt.

Darüber hinaus basieren einige Teile der Oracle HCM Cloud auf Technologien von Taleo, einem Anbieter von Talent-Management-Software, der 2012 von Oracle übernommen wurde. Die Taleo-Komponenten stellten die Mitarbeiterrekrutierungs-, Eingliederungs- und Trainingsmöglichkeiten in der HCM-Cloud bereit, obwohl letztere tatsächlich von Learn.com stammen, die Taleo 2010 akquirierte.

Gemeinsam wurden diese unterschiedlichen Technologien mit ihren unterschiedlichen Wurzeln zu Oracle HCM Cloud zusammengeführt, die neben dem Personal- und Talent-Management auch HCM-Analyse und Tools für das Management von Dingen wie Entlohnung und Work-Life-Balance-Programmen bietet. Kunden erhalten außerdem integrierte soziale Dienste und mobilen Zugriff.

Nur eine kleine Kluft

Sowohl Workday HCM als auch Oracle HCM Cloud bieten umfassende Funktionen für den globalen Einsatz, so dass es schwierig ist, sich für eine Lösung zu entscheiden.

Wenn man Oracle HCM Cloud oder Workday HCM in Betracht zieht, sollte mit einem Vergleich der einzelnen Funktionen begonnen werden. Auch wenn jedes Produkt seine Stärken und Schwächen hat, wird die Präferenz für das eine gegenüber dem anderen wahrscheinlich auf die Bedürfnisse des Unternehmens und wie gut die Produkte zu diesen Bedürfnissen passt, zurückzuführen sein. Beim Vergleich der beiden Services gibt es jedoch noch andere Faktoren, die man berücksichtigen sollte.

Einer davon ist der unterschiedliche Weg, den Oracle und Workday bei der Erstellung ihrer Produktangebote beschritten haben. Workday wurde vom ersten Tag an als nativ entwickelter Cloud-Service konzipiert und implementiert. Es nutzt eine einzige Datenquelle, verwendet ein gemeinsames Sicherheitsmodell für alle Funktionen und bietet eine vollständig integrierte Umgebung.

Auf der anderen Seite wurde Oracle HCM Cloud auf mehreren Technologien aufgebaut, die separat entwickelt wurden. Keine wurden unter einem Cloud-First-Modell entwickelt, zum Teil aufgrund der anfänglichen Resistenz von Oracle gegenüber der Cloud. Dies führte zu anfänglichen Releases, die unvollständig oder inkonsistent waren und kein gutes Benutzererlebnis boten.

Doch Oracle hat schnell Boden gutgemacht und bietet mittlerweile ein konsistenteres, integriertes Produkt mit leistungsstarken mobilen, sozialen und kollaborativen Funktionen. Dennoch macht es das Workday Cloud-Erbe einfacher, Updates zu veröffentlichen, moderne Technologien zu implementieren und eine sauberere, benutzerfreundlichere Anwendung zu liefern, die Workday einen Vorteil bei der Benutzererfahrung verschafft.

Großes Portfolio oder weniger Ballast?

Ein großer Vorteil von Oracle ist sein deutlich größeres Portfolio, dass weitere Innovationen und neue Features verspricht. Auf der anderen Seite ist Workday weniger an alte Technologien gebunden, was das Unternehmen agiler macht und besser in der Lage versetzt, auf einen sich wandelnden Markt zu reagieren.

Die Preisgestaltung wird zweifellos ebenfalls ein Faktor bei der Entscheidung zwischen Oracle HCM Cloud und Workday HCM sein, aber die wirklichen Kosten eines Cloud-Services umfassen mehr als die aufgeführten Abonnementgebühren. Hierfür muss man eine gründliche Kostenanalyse für jede Suite erheben, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Die Herausforderung besteht darin, dass sich die Preise ständig ändern, da Oracle und Workday versuchen, sich gegenseitig zu überbieten. Darüber hinaus können Standort und Anzahl der Nutzer eines Unternehmens wichtige Faktoren bei der Bestimmung der Total Cost of Ownership (TCO) sein, was durch die geografische Verteilung zusätzlich erschwert wird. Und natürlich haben bestehende Oracle-Kunden bei der Migration auf ein Cloud-HCM-System eine ganz andere Perspektive als Neueinsteiger.

Selbstverständlich bietet jeder Anbieter ein glaubwürdiges Produkt an. Im Endeffekt hängt die Wahl zwischen den beiden Anbietern – oder einem Dritten – von den besonderen Anforderungen und Umständen eines Unternehmens ab. Die Herausforderung besteht darin, vorherzusagen, wohin der HCM-Markt sich entwickelt und wie die Anforderungen in Zukunft aussehen werden.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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