Zum Vorteil spalten- und zeilenorientierter Datenbank-Technologien

Bei Datenbanken haben Sie die Wahl zwischen spalten- und zeilenorientierten Datenbank-Technologien. Die Entscheidung hängt von Ihrem Einsatzzweck ab.

Dieser Artikel behandelt

DBMS

Spalten- und zeilenorientierte Datenbanken spielen Ihre Vorteile in ganz unterschiedlichen Nutzungsszenarien aus. Eine spaltenorientierte Datenbank kann Ihnen bei Data-Warehouse-Szenarien eine Menge Storage-Kapazitäten sparen, wenn Sie einen Anbieter mit guter Kompressions-Technologie wählen. Zudem werden Sie in diesem Fall mit spaltenorientierten Datenbanken besseren Anwender-Support und eine wesentlich bessere Performance erhalten.

Außerdem können Sie spaltenorientierte Datenbanken ohne Probleme zusammen mit modernen relationalen, zeilenorientierten Datenbanken verwenden. Meine Untersuchungen haben ergeben, dass die Kosten für das Bereitstellen einer spaltenorientierten neben einer relationalen Datenbank mehr als kompensiert werden, da spaltenorientierte Datenbanken in der Regel weniger komplex zu administrieren sind und eine höhere Daten-Kompression erlauben. Dieser Kostenvorteil gilt selbst dann, wenn man die zusätzliche Komplexität für das Administrieren von zwei verschiedenen Datenbank-Systemen in Betracht zieht, beispielsweise durch den Einsatz von zwei parallelen Datenbank-Managementsystemen (DBMS).

Spalten- vs. zeilenorientierte Datenbanken: Das steckt dahinter

Spaltenorientierte Datenbanken speichern die Daten, wie der Namen bereits vermuten lässt, in Spalten und nicht wie herkömmliche Datenbanken in Zeilen. Spaltenorientierte  Datenbank-Technologie wird fast ausschließlich in Applikationen für Business Intelligence eingesetzt und bietet wesentliche Performance-Vorteile in Sachen Online Transaction Processing (OLTP) und gemischten Applikationen wie Enterprise-Apps.

Spaltenorientierte Datenbank-Architekturen sind dabei bereits länger im Einsatz als zeilenorientierte relationale Datenbanken. Noch bevor IBM damals seine erste zeilenorientierte relationale Datenbank vorstellte, wurde von der Computer Corporation of America bereits die nicht-relationale spaltenorientierte Datenbank Model 204 vertrieben. Ende 1990 vereinte Sybase dann schließlich das Konzept spaltenorientierter Datenbanken mit relationalen Datenbanken und Bit-Mapped Indexing in seinem Produkt Sybase IQ.

Zeilenorientierte Datenbank-Technologie zeichnet sich bei zufälligen Lese-Zugriffen (Random Reads), Single Inserts und Updates aus, bei denen auf einen einzelnen Eintrag mit mehr als zwei oder drei Feldern zugegriffen wird. Spaltenorientierte Datenbanken dagegen eignen sich hervorragend für Anfragen zu einer großen Zahl an Einträgen, dessen Spalten oder Felder einige Gemeinsamkeiten haben und sich so für effiziente Daten-Komprimierung eignen.

Vorteil spaltenorientierte Datenbank: Big Data

Auch wenn spaltenorientierte Datenbanken gewisse Vorteile bieten, dürften zeilenorientierte Datenbank-Architekturen keineswegs vor ihrer Abschaffung stehen. Auch SAP auf DB/2 oder Peoplesoft auf Oracle-Datenbanken werden also noch längere Zeit fortbestehen. Spaltenorientierte Datenbank-Technologie wird aber sicherlich immer mehr die Bereiche Data Warehousing, Big Data und Data Analytics übernehmen und existierende operative Datenbanken ergänzen. IT-Verantwortliche können dabei spezielle Lösungen auf Projekt-Basis erwerben, um zum Beispiel eine Big-Data-Initiative zu unterstützen. Data-Warehouse-Prozesse sollten sich aber entsprechend immer mehr in Richtung spaltenorientierte Datenbanken verschieben.

Ob sich spaltenorientierte Datenbanken auch als Partner für Hadoop eignen, wie das für MySQL und andere zeilenorientierte relationale Datenbanken der Fall ist, muss sich erst noch zeigen. Die für soziale Medien typischen semi- und unstrukturierten Daten allerdings könnten durchaus von der Kompression durch spaltenorientierten Datenbanken profitieren, wobei es hier noch wenige Anwendungsfälle gibt.

Sobald sich Ihre IT-Abteilung für den Einsatz einer spaltenorientierten Datenbank entschieden hat, müssen Sie nur noch die richtige Wahl bezüglich des Anbieters treffen. Die vier Hauptakteure sind derzeit Oracle, HP, SAP und IBM. Dabei hat natürlich jede Firma ihre eigene Herangehensweise an den Markt für spaltenorientierte Datenbanken.

Über den Autor: Wayne Kernocha ist Präsident von Infostructure Associates, einer Tochtergesellschaft von Valley View Ventures. Dieser Beitrag fasst das Ergebnis einer von Infostructure Associates gesponserten Untersuchung zusammen. Infostructure Associates ist der Meinung, dass die Ergebnisse objektiv sind und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die beste verfügbare Analyse darstellen.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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