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Anleitung für SAP PCoE-Zertifizierung und -Rezertifizierung

Die Zertifizierung zum SAP Partner Center of Expertise (PCoE) ist eine Voraussetzung für den SAP-Vertrieb. Eine Anleitung für die SAP PCoE-Zertifizierung.

Die Zertifizierung zum Partner Center of Expertise (PCoE) ist ein Muss für jedes Unternehmen, das SAP Value Added Reseller werden möchte. Ohne Zertifizierung kann ein Unternehmen keine SAP-Produkte verkaufen oder -Dienstleistungen anbieten. Die PCoE-Zertifizierung bescheinigt einem Unternehmen, dass es über die erforderliche SAP-Expertise verfügt und die höchste Stufe an Enterprise Support Services anbietet.

Die Voraussetzungen für die SAP PCoE-Zertifizierung zu schaffen, ist zwar zeitaufwendig, aber der Aufwand lohnt sich. Die Zertifizierung sichert einem Unternehmen SAP-Lizenzrabatte, die es an die Kunden weitergeben kann. Die Zertifizierung als Partner Center of Expertise ermöglicht es auch, Kundenunternehmen Enterprise Support Services anzubieten, was einen höheren Umsatz generiert.

Unabhängig davon, ob ein Unternehmen eine SAP PCoE-Zertifizierung oder -Rezertifizierung anstrebt, ist es wichtig, über die notwendige Infrastruktur, Prozesse und Mitarbeiter zu verfügen. Alle zwei Jahre ist eine Rezertifizierung der Value Added Reseller (VAR) erforderlich, um sicherzustellen, dass der Partner den von SAP vorgegebenen Benchmark für Enterprise Support Services weiterhin erfüllt.

Die meisten Zertifizierungsstandards sind gleich, mit Ausnahme von vier zusätzlichen Anforderungen für die Rezertifizierung. Die Zertifizierung zum Verkauf neuer Produkte hat zwei Anforderungen – zusätzlich zur PCoE-Zertifizierung.

Hier sind die Voraussetzungen, die ein Unternehmen benötigt, um eine PCoE-Zertifizierung oder -Rezertifizierung zu erreichen.

Infrastrukturvoraussetzungen

  1. Ihr Unternehmen benötigt Hardware und Server On-Premises oder ein Cloud-basiertes Abonnement, das die Installation von SAP Solution Manager und Testsystemen, zum Beispiel SAP ECC, Business Warehouse und andere Anwendungen, ermöglicht. Der Solution Manager ist das zentrale SAP-System, in dem die komplette Support-Ticket-Protokollierung und -Verfolgung stattfindet. Außerdem benötigt ein Unternehmen die passenden Test- oder Simulationssysteme für SAP ECC und Business Warehouse, damit die SAP-Support-Berater Ihres Unternehmens dieselben Probleme, die ein Kunde hat, testen und simulieren können, um eine passende Lösung zu finden.
  2. Wenn Sie über ein On-Premises Setup verfügen, benötigen Sie eine Internetverbindung, über die Sie Ihr Solution-Manager-System mit dem Solution Manager eines beliebigen Kunden und dem SAP Support Center, dem sogenannten Active Global Support, verbinden können.
  3. Ihr Unternehmen benötigt einen SAP NetWeaver-Berater, der Sie über die Hardwaregröße und die Geschwindigkeit der Internetverbindung berät, die für die Verwaltung der PCoE-Einrichtung erforderlich sind.
  4. Verbinden Sie Ihren Solution Manager mit dem Solution Manager des Kunden oder, bei Erst-Zertifizierung, mit dem Dummy-Kunden. In jedem Fall sollten der Kunde oder die Kunden in der Lage sein, ein Ticket für ihren Solution Manager zu erstellen, das zur Lösung an den Solution Manager Ihres Unternehmens weitergeleitet wird. Andernfalls sollte das Ticket an das Solution-Manager-Portal von SAP, Active Global Support, weitergeleitet werden.
  5. Vergewissern Sie sich, dass Sie einen dedizierten Support Helpdesk haben, der sowohl im Büro als auch außerhalb der Bürozeiten am Standort Ihres Unternehmens erreichbar ist.
  6. Darüber hinaus können Sie eine dedizierte E-Mail-Adresse für Enterprise Support Services einrichten, die jedoch nicht zwingend erforderlich ist.

Prozessvoraussetzungen

  1. Ihr Unternehmen benötigt Dokumente, die End-to-End-Geschäftsprozessabläufe abdecken, wie der Kunde das Support-Ticket in seinem Solution Manager protokolliert, wie Tickets zu Ihrem Solution Manager gelangen, wie das Ticket einem technischen oder funktionalen Support-Berater zugewiesen wird und wie der Benchmark für das Schließen eines Tickets aussieht. Darüber hinaus sollten je nach Schwere des Problems, mit dem ein Kunde konfrontiert ist, bestimmte Leistungsindikatoren festgelegt werden, um die Qualität der von Ihnen erbrachten Support-Leistungen zu beurteilen.
  2. Die Unternehmenspräsentation Ihres Unternehmens für neue oder potenzielle SAP-Kunden sollte auch einige Folien enthalten, die die Enterprise Support Services hervorheben, die SAP in Abstimmung mit dem Partner bereitstellt.
  3. Außerdem sollten Sie für jeden Kunden eine Standardvorlage für jährliche Wartungsverträge erstellen, um den Umfang der Enterprise Support Services zu klären. Das Template liefert ein klares Verständnis der Enterprise Support Services sowie des Rollen- und Verantwortungsbereichs des Kundenunternehmens, des VAR und von SAP.

Personalvoraussetzungen

  1. Mindestens zwei SAP-Berater Ihres Unternehmens sollten eine kostenlose und online PCoE-Support-Zertifizierung mit dem Kurscode Q_SUPP_1 erhalten.
  2. Ihr Unternehmen benötigt außerdem zwei SAP-Berater, die für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Technologie, für die Sie eine Zertifizierung anstreben, zertifiziert sind. Wenn Ihr Unternehmen beispielsweise plant, SAP Business All in One (BAiO) oder SAP ECC zu verkaufen, sind zwei zertifizierte BAiO-Berater erforderlich. Die Zertifizierung von Beratern kann in allen SAP ECC-Komponenten erfolgen. Gleiches gilt für Analytics oder die HANA-Zertifizierung. Mit anderen Worten: Unabhängig davon, für welches SAP-Produkt Sie Lizenzen verkaufen möchten, sollte Ihr Unternehmen zwei zertifizierte SAP-Berater für dieses spezielle Produkt haben.
  3. Erkundigen Sie sich bei SAP nach dem genauen SAP-Zertifizierungscode, der die Voraussetzungen für die PCoE-Zertifizierung erfüllt.

Schritte zur PCoE-Zertifizierung oder -Rezertifizierung

Nachdem die Voraussetzungen für die PCoE-Zertifizierung geschaffen sind, folgen einige wichtige Schritte, um die PCoE-Zertifizierung erfolgreich zu absolvieren:

  1. Fordern Sie einen Partnerserviceberater von SAP an. Um den Zertifizierungsprozess zu erleichtern, beauftragt SAP einen Partnerserviceberater mit der Beratung und Begleitung in allen Phasen der Zertifizierung sowie als Ansprechpartner zwischen SAP und einem Partner.
  2. Bevor Sie sich für eine SAP PCoE-Zertifizierung bewerben, stellen Sie sicher, dass Sie alle in der PCoE-Audit-Checkliste aufgeführten Anforderungen erfüllen und füllen Sie die Checkliste vollständig aus. Die Checkliste ist eine strukturierte Auflistung von Informationen über Infrastruktur, Prozesse und Personen sowie Verweise auf unterstützende Dokumente.
  3. Stellen Sie sicher, dass auf dem SAP PartnerEdge-Portal Dokumentation, Informationen und Assets zur Verfügung stehen. Das Portal wird von SAP speziell für die Verwaltung der Partnerschaften erstellt.
  4. Planen Sie den Pre-Audit Check. Ein potenzieller oder aktueller SAP-Partner kann einen kostenlosen Pre-Audit-Service in Anspruch nehmen, bei dem das SAP PCoE-Audit-Team alle Lücken und Mängel prüft, die zu einem potenziellen Scheitern der Zertifizierung führen können. SAP erstellt den Vorprüfungsbericht und gibt ihn an das Unternehmen weiter, das alle Bemerkungen vor dem eigentlichen Prüfungstermin berücksichtigen muss. Wenn es wesentliche Mängel gibt, die vor der eigentlichen Prüfung nicht behoben werden können, können Sie einen Termin für eine erneute Prüfung beantragen.
  5. Nach der eigentlichen Prüfung gibt der Prüfer zwei Arbeitstage Zeit, um alle während der Prüfung festgestellten Lücken und Mängel zu beheben, bevor er den endgültigen Prüfbericht den PCoE-Richtern zur Entscheidung vorlegt.
  6. Normalerweise dauert es zwei Wochen, um das Urteil der PCoE-Prüfer zu erfahren. Während dieser Wartezeit sollte Ihr Unternehmen vollständig zur Verfügung stehen, um alle Fragen oder Bedenken der Prüfer während der Prüfung des PCoE-Audit-Berichts zu klären.

Spezifische Anforderungen für die PCoE-Rezertifizierung

Die folgenden Voraussetzungen gelten nur für die Rezertifizierung:

  1. Die Solution-Manager-Systeme Ihrer Kunden sollten in der Lage sein, automatisch einen EarlyWatch Alert zu generieren. Ein EarlyWatch Alert ist ein Report, der den Zustand des SAP-Systems des Kunden bewertet, zum Beispiel ob das verwendete Kennwort komplex genug ist oder wann die letzte Änderung des Kennworts stattfand. Der Bericht beschreibt auch die Auslastung der Server und gibt entsprechende Empfehlungen für die Kunden ab. Dies trägt dazu bei, dass die SAP-Systeme Ihrer Kunden reibungsloser laufen, was wiederum die Anzahl der Kundenprobleme verringert.
  2. Als Teil der obligatorischen Anforderungen müssen Sie Maintenance Planner and Optimizer installieren, um Updates und Upgrades in den SAP-Systemen der Kunden zu planen und festzulegen. So wird sichergestellt, dass der Kunde im Rahmen der Wartung und Optimierung des SAP-Systems automatisch die neuesten Patches, Fixes und andere notwendige Updates herunterladen kann.
  3. Sie müssen Ihre Kunden mindestens einmal im Jahr ein Feedback-Formular für Umfragen ausfüllen lassen. Umfragen, die von jedem Kunden ausgefüllt werden, sind erforderlich, um die Zufriedenheit des Kunden mit dem Enterprise Support Service eines Partners zu messen.
  4. Erstellen Sie in Ihrem Solution Manager eine umfassende Liste der bestehenden SAP-Kunden.

PCoE-Anforderungen für den Vertrieb neuer SAP-Produkte

Wenn Ihr Unternehmen weitere SAP-Produkte vertreiben möchte, für die Sie noch nicht PCoE-zertifiziert sind, wie zum Beispiel SAP HANA, Ariba oder SuccessFactors, können Sie sich nach einer Erstzertifizierung oder zwischen zwei Rezertifizierungen zertifizieren lassen. Für eine neue SAP-Produktzertifizierung müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen mindestens zwei zertifizierte SAP-Berater in der entsprechenden Technologie haben, zum Beispiel HANA oder Ariba;
  • Sie müssen die SAP-Systeme installiert haben, um die entsprechenden Technologie testen zu können.

Wie bei jedem Projekt sind eine sorgfältige Planung, regelmäßige Folgemaßnahmen zur Beseitigung von Fehlern und eine enge Abstimmung mit dem Berater des Partnerservice wichtige Schritte, um sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen bereits beim ersten Versuch eine Zertifizierung oder Rezertifizierung erhält.

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Artikel wurde zuletzt im März 2018 aktualisiert

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