ERP: Was ist SAP Business One?

Auch kleine Firmen schätzen eine durchgängige Prozessabwicklung. Dafür gibt es das ERP-Komplettpaket SAP Business One.

Dieser Beitrag ist der vierte einer Artikelreihe zu den Mittelstandlösungen von SAP. Der erste Teil bietet einen Überblick zu ERP im Mittelstand, der zweite Artikel beschäftigt sich mit SAP Business All-in-One und der dritte Beitrag mit SAP Business ByDesign.

Seit Kurzem lässt sich auch die integrierte Kompaktlösung SAP Business One im On-Demand-Modell beziehen. Die meisten Kunden – inzwischen sind es mehr als 40.000 – nutzen das ERP-Paket jedoch als On-Premise-Installation. Der Softwarehersteller vertreibt die ERP-Kompaktlösung weltweit ausschließlich über ein Netzwerk von mehr als 600 Partnern, die mit den lokalen Bedürfnissen der Anwenderfirmen vertraut sind. Sie wird laut SAP derzeit in mehr als 150 Ländern eingesetzt und ist in 41 länderspezifischen Versionen und 27 Sprachen erhältlich.

SAP Business One: mehr als 550 Funktionserweiterungen

Mit SAP Business One adressiert der Walldorfer Softwarekonzern insbesondere kleine und mittlere Unternehmen mit zehn bis 100 Mitarbeitern, deren Geschäftsprozesse weniger komplex sind und die daher geringere Anforderungen an eine Geschäftssoftware stellen. Das können vertriebsorientierte Handels- und Dienstleistungsfirmen sein, kleine Fertigungsbetriebe oder auch die Bäckerei um die Ecke. Darüber hinaus eignet sich die Lösung für internationale Unternehmen, wenn es darum geht, auch kleine Vertriebs- und Serviceeinheiten mit wenigen Mitarbeitern in ein zentrales SAP-ERP-Mandanten zu integrieren. So lassen sich Betriebsabläufe standortübergreifend standardisieren.

Das ERP-Paket deckt die standardmäßigen Anforderungen bei der Geschäftsabwicklung ab. Es beinhaltet Module für die Buchhaltungs- und Finanzprozesse, den Einkauf, den Vertrieb, das Kundenbeziehungsmanagement sowie für die Lagerverwaltung und zur Produktionssteuerung. Ebenso können Geschäftsführer oder Außendienstmitarbeiter von unterwegs per Smartphone oder Tablet-PC ihre Aufgaben, Aktivitäten oder Kundendaten aus SAP Business One verwalten. Hinzu kommt ein Berichtswesen, das auf SAP-Crystal-Lösungen basiert. Darüber hinaus bietet SAP Business One auch Cockpits, in denen tägliche Arbeitsaufgaben und die dazugehörigen Aufgaben personalisiert gebündelt werden. Sie lassen sich in einem Work Center anzeigen, durchsuchen, organisieren und ausführen. Ein weiteres Cockpit-Element sind vordefinierte Dashboards zur übersichtlichen Visualisierung von Kennzahlen aus den Finanz-, Verkaufs- und Servicemodulen, etwa in Form von Balken- oder Tortendiagrammen.

Da SAP Business One ausschließlich Standardfunktionen beinhaltet, werden zusätzliche generische oder branchenspezifische Prozesse als integrierte Zusatzlösungen von SAP-Partnern entwickelt und bereitgestellt. Beispiele dafür sind das Projektmanagement oder die Materialbedarfs- und Feinplanung in der Fertigungsindustrie. Derzeit gibt es mehr als 550 solcher Funktionserweiterungen für SAP Business One.

SAP Business One 9.0 mit zahlreichen Verbesserungen

Die Version 9.0 der „kleinen“ ERP-Software hat SAP im Vergleich zum Vorgänger 8.82 mit diversen neuen Funktionen und Prozessen aufgerüstet. Diese sind unter anderem für die Preisbildung gedacht, für die Stornierung von Belegen und die Erstellung von Lieferantenanfragen oder Bestellungen direkt aus der internen Bestellanforderung heraus. Darüber hinaus lassen sich Inventargüter nun mit einer „integrierten Anlagenbuchhaltung“ verwalten, die bisher als Add-On zugebucht werden musste. Damit können Abschreibungen degressiv, mehrstufig oder in Form einer “Sonderabschreibung” vorgenommen werden. Ebenso gibt es eine Abschreibungsvorschau, einen Abschreibungslauf und Anlagengitter. Der Status sowie detaillierte Transaktionen der Anlagen werden in Berichten angezeigt. Bei der Abschreibungsberechnung werden lokale Anforderungen an die Buchhaltung wie auch internationale Rechnungslegungsstandards erfüllt.

Zudem ist jetzt eine dynamische Lagerhaltung möglich, denn eine Bestandsübersicht zeigt an, welche Menge eines bestimmten Produktes noch am Lager ist und wo genau die einzelnen Waren zu finden sind. Über das Berichtsmanagement ist jede einzelne Bestandsbewegung in den Lagerplätzen sofort ersichtlich, und das Lager kann besser ausgelastet werden. Darüber hinaus unterstützt das aktuelle Release auch den EDI-gestützten Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten durch ein EDI-Package, in dem bereits Inhalte für Kundenaufträge, Lieferungen und Ausgangsrechnungen enthalten sind. Die Verbindung zu Geschäftspartnern wird über den Cloud-Service SAP Information Interchange OnDemand hergestellt. Alternativ zum Betrieb auf einer SQL-Datenbank kann SAP Business One auch auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA laufen. Das ERP-Paket wurde von SAP als erste transaktionale Anwendung auf die HANA-Datenbank portiert (siehe dazu auch den Artikel: Die Zukunft der SAP Business Suite on HANA).

Einstiegspaket ab 990 Euro pro User

Unternehmen können SAP Business One in zwei Lizenzarten erwerben. Eine „Professional-User-Lizenz“ zum einmaligen Grundpreis von 2.500 Euro pro Anwender gewährt den uneingeschränkten Zugriff auf alle Funktionen und Bereiche. Mit einer „Limited-User-Lizenz“, die pro Anwender einmalig 1.250 Euro kostet, ist der Zugriff auf einen bestimmten Geschäftsbereich beschränkt, etwa die Finanzbuchhaltung oder das Kundenbeziehungsmanagement.

Die Lizenzpreise für Business One (On-Premise-Installation) gelten für die gesamte Nutzungsdauer. Die Wartungskosten werden abhängig von der Anzahl der Nutzer beziehungsweise Lizenzen monatlich berechnet. Wird die IT-Lösung auf einem Microsoft-SQL-Server betrieben, muss für jede Softwarelizenz zusätzlich noch eine „MS-SQL-User-Lizenz“ in Höhe von 240 Euro erworben werden.

Bei einer Standard-Implementierung für acht Endanwender, die zwischen drei und vier Wochen dauert, müssen Unternehmen mit Kosten zwischen 30.000 und 40.000 Euro für die Einführung und die Lizenzen rechnen. Eine einfache Einführung mit vier Anwenderlizenzen, die in der Regel zwischen drei und sieben Tagen dauert, kostet rund 15.000 Euro.

Darüber hinaus gibt es auch ein Einstiegspaket für SAP Business One für fünf Endanwender. Eine Anwenderlizenz kostet hier einmalig 990 Euro. Allerdings hat diese Basisversion einen stark eingeschränkten Funktionsumfang, der lediglich grundlegende Prozesse in Finanzwesen, Verkauf, Beschaffung, Kundenmanagement und Bestandsführung umfasst.

Um die Unterschiede von SAP Business One, SAP Business ByDesign oder SAP Business All-in-One zu zeigen, bietet SAP einen Lösungsvergleich an. Dieser soll Mittelständlern helfen, die passende Software für ihre Anforderungen zu finden.

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2013 aktualisiert

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2 Kommentare

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Hallo Herr Dr. Schaffry,

wie wäre es mit einem Update zu diesem tollen Artikel? SAP Business One gibt es ja mittlerweile schon in der Version 9.2 (z.B. hier zu lesen: http://versino.de/sap-business-one/sap-business-one-9-2/). :-)

Gruß
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Hallo JohnRAMO, vielen Dank für das Interesse und die lobenden Worte. Wir planen für die nächsten Wochen ein Update der Artikelreihe. Freundliche Grüße ihr TechTarget Team
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