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Mit AWS Cost Explorer, Budgets und Forecasts die Kosten im Griff behalten

Sowohl Start-ups als auch etablierte Firmen müssen ihre AWS-Kosten im Auge behalten. AWS-und Drittanbieter-Tools stehen dabei hilfreich zur Seite.

Cloud Computing kann günstig, aber auch teuer sein, je nachdem, ob ein Unternehmen seine Cloud-Umgebung richtig optimiert oder nicht. Die Kontrolle der Kosten und die Einhaltung von Budgetvorgaben ist häufig leichter gesagt als getan. Für Führungskräfte ist die Kalkulation der Kosten ein zentrales Anliegen, wenn es um Public-Cloud-Anwendungen geht. Allerdings kämpfen sie immer wieder damit, die Kosten für ihre Umgebung richtig vorherzusagen beziehungsweise zu managen.

Vor allem Cloud-Neulinge lernen das Phänomen schnell kennen, dass sie unwissentlich für ungenutzte Instanzen zahlen.  Die Bereitstellung neuer Cloud-Ressourcen ist einfach, da sich weitere virtuelle Maschinen schnell zubuchen lassen. Ein Unternehmen kann sich dadurch in einer Situation wiederfinden, zu viele Server zu nutzen, dabei aber zu vergessen, dass es für diese eine Gebühr zahlen muss.

Um Kosten für ungenutzte Ressourcen zu vermeiden und ein optimales Umfeld zu schaffen, müssen IT-Administratoren in der Lage sein, Cloud-Kosten prognostizieren zu können. Drittanbieter- und AWS-Tools helfen dabei.

Bestimmen Sie Kapazitätsanforderungen

Zunächst sollte ein Unternehmen benötigte Kapazitäten berechnen. Da man in der Public Cloud keine Hardware im eigentlichen Sinn kauft, muss die Berechnung allerdings nicht zu genau sein. Dennoch ist es ein wichtiger Aspekt. Der Vorteil von Public-Cloud-Angeboten ist, dass eine Instanz, die nicht mehr benötigt wird, einfach abgeschaltet werden kann.

Ein Kapazitätsplan sollte auf den spezifischen Funktionen des Service basieren. Dazu gehören unter anderem Service-Level-Agreements (SLA), Nutzungsmuster, benötigte Speichergröße und speziell benötigte Konfigurationen. Der Plan sollte auf der Geschäftsentwicklung beruhen, einschließlich des erwarteten Wachstums der Nutzerbasis und neuer Services, die künftig veröffentlicht werden. Diese Punkte sind vor allem bei Budgetentscheidungen wichtig.

Prognostizieren Sie zu erwartende Kosten

Um die Nutzung von AWS-Ressourcen zu prognostizieren, sollte ein Unternehmen ein System verwenden, das die aktuelle Nutzung der Ressourcen aufzeichnet. Daneben sollten man aber auch vergangene Trend analysieren und diese in die Berechnung für die künftige Nutzung einbeziehen.

AWS bietet hierfür Cost Explorer. Das Tool stellt Analyse- und Reporting-Funktionen sowie visuelle Hilfsmittel zur Verfügung, um AWS-Ausgaben regulieren zu können. Zudem hat AWS mit Budgets und Forecasts im Juni 2015 ein Tool veröffentlicht, mit dem sich Kosten granularer tracken und prognostizieren lassen.

AWS Budgets erlaubt es Anwendern, AWS-Kosten zu verwalten, indem sie ein festes monatliches Budget festlegen und eine Warnung erhalten, wenn dieses annähernd ausgeschöpft ist. Auf diese Weise kann sich ein Nutzer zum Beispiel informieren lassen, wenn 80 oder 90 Prozent des Budgets verbraucht sind.

Forecasts arbeitet mit AWS Cost Explorer zusammen und ermöglicht es Anwendern, sich über künftige Kosten informieren zu lassen. Die Forecasts können nach verschiedenen Gebieten gefiltert werden, wie zum Beispiel Ressourcen, Ort und API-Einsatz. Mit dem Tool können Nutzer ihr Budget drei Monate im Voraus prognostizieren, so dass sie zum Beispiel AWS-Anwendungen in ihre vierteljährliche Budgetplanung einbeziehen können.

Wenn ein Unternehmen während dieses Zeitraums stärker wächst als prognostiziert, analysiert AWS Forecasts dies und bezieht es in die nächste Prognose ein. Vierteljährliche – statt jährliche – Voraussagen sind vor allem in der Welt des Cloud Computings ideal, da sich Trends besser identifizieren lassen, auf die das Unternehmen entsprechen reagieren kann.

Nutzt eine Firma allerdings mehr als einen Public-Cloud-Anbieter, sollte sie sich besser nach Drittanbietern umschauen, die Kosten-Management-Tools für die Cloud anbieten. Cloudyn, Cloudability und Cloud Cruiser stellen ähnliche Services für AWS, andere Cloud-Angebote sowie Infrastructure as a Service (IaaS) bereit.

Beurteilen Sie Spitzen

Anwender können ihre Cloud-Anwendung an die durch AWS Budgets berechneten Trends anpassen, um ihre Kosten im Blick zu behalten. Sie können dabei auch Kostenanpassungen vornehmen für den Fall, dass plötzliche Spitzen auftreten, zum Beispiel in Form eines schnelleren Nutzerwachstums. In diesem Fall war es in der Vergangenheit schwierig, Prognosen abzugeben.

Mit AWS Forecasts können Unternehmen nun bestimmen, ob ein plötzliches Wachstum einen höheren ROI schafft oder nicht. Das Originalbudget muss nicht in Stein gemeißelt sein, sondern alle Vierteljahre überprüft und bei Bedarf neu abgestimmt werden.

Über den Autor:

Ofir Nachmani ist Berater für Business-Technologien, Blogger und Dozent. Auf seinem Blog IamOnDemand.com setzt sich Nachmani kritisch mit verschiedenen Technologien auseinander. Außerdem berät er Unternehmen beim Einstieg in neue IT-Märkte und entwickelt Marktstrategien.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert

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