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Reibungslose ERP-Umstellung nach Akquisition garantieren

Die Weiterverwendung der bestehenden ERP-Systeme und Services sind nur zwei Bereiche, auf die sich CIOs nach einer Firmenübernahme konzentrieren müssen.

Eine ERP-Umstellung ist unter allen Umständen schwierig. Das gilt in doppelter Hinsicht für den CIO eines gerade akquirierten Unternehmens. Er steht vor der schwierigen Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es während und nach der Fusion nur minimale Betriebsunterbrechungen gibt. Vorarbeiten in den folgenden ERP-Bereichen können hilfreich sein, insbesondere wenn die neuen Eigentümer und ihr neu erworbenes Unternehmen unterschiedliche ERP-Systeme einsetzen.

In einer solchen Situation agiert der CIO typischerweise im Auftrag der Vorbesitzer. Es soll möglichst viele ERP-Systeme und -Lizenzen und die damit verbundenen Daten erwerben, um nach dem Verkauf unabhängig zu werden und die Geschäftskontinuität zu gewährleisten.

Die neuen Eigentümer sind wiederum daran interessiert, eine einvernehmliche und reibungslose Trennung von den bisherigen Eigentümern zu garantieren. Zu diesem Zweck lassen sie oft den CIO des gerade erworbenen Unternehmens eine zentrale Rolle bei der Bewältigung dieses Übergangs spielen, um sicherzustellen, dass er über das notwendige Wissen, die Expertise und die Erfahrung des neu erworbenen Unternehmens verfügt.

Beibehaltung bestehender ERP-Systeme

Der CIO des erworbenen Unternehmens kann mit der Muttergesellschaft verhandeln, um die bestehenden ERP-Systeme weiter nutzen zu können. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass es nur minimale Unterbrechungen für das erworbene Unternehmen gibt und keine neue ERP-Systemimplementierung sowie Schulungen für das neu implementierte System erforderlich ist.

ERP-Lizenz-Management

Eine Muttergesellschaft erhält häufig einen erheblichen Rabatt auf ERP-Lizenzen, da sie die Lizenzen vom Anbieter nach Volumen kauft. Der CIO des erworbenen Unternehmens sollte mit der ursprünglichen Muttergesellschaft zusammenarbeiten, um die Übertragung der Lizenzen vom globalen Konto auf einen lokalen oder nationalen ERP-Anbieter sicherzustellen, und zwar vorzugsweise zu dem gleichen vergünstigten Preis, den die Muttergesellschaft bezahlt hat.

Es ist wichtig sicherzustellen, dass der nationale oder lokale ERP-Anbieter berechtigt ist, ERP-Lizenzen zu verkaufen und über Zertifizierungen verfügt, wie zum Beispiel das SAP Partner Center of Expertise, das für den Verkauf von SAP-Lizenzen erforderlich ist.

Wenn das neu erworbene Unternehmen voraussieht, dass es zusätzliche ERP-Lizenzen benötigt, um seine zukünftigen Geschäftsanforderungen zu erfüllen, können CIOs die Muttergesellschaft bitten, diese zusätzlichen ERP-Lizenzen auch auf die nationale Ebene zum gleichen vergünstigten Preis zu übertragen.

Infrastruktur

Oftmals befindet sich die gesamte ERP-Infrastruktur der ursprünglichen Muttergesellschaft an einem Standort vor Ort oder bei einem Cloud-Provider. Um einen reibungslosen ERP-Übergang zu schaffen, muss der CIO des neu erworbenen Unternehmens an der Verwaltung einer unabhängigen IT-Infrastruktur arbeiten und kann On-Premises, Cloud- oder Hybrid-Optionen in Betracht ziehen, um Zeit, Kosten und Aufwand zu minimieren.

ERP-Support-Services

Genau wie bei der Infrastruktur ist es nicht ungewöhnlich, dass die Muttergesellschaft über einen zentralen Standort oder einen ERP-Dienstleister verfügt, der alle funktionalen und technischen Anforderungen übernimmt und behebt.

Der CIO des erworbenen Unternehmens verfügt über eine Reihe von Optionen. Er kann entweder den gleichen ERP-Dienstleister verwenden, aber jetzt auf lokaler oder nationaler Ebene, oder er kann einen lokalen ERP-Dienstleister beauftragen, der ein ähnliches oder höheres Service-Level anbietet. Als letzte Option kann der CIO den Aufbau eines internen Teams erfahrener ERP-Berater in Erwägung ziehen, um die Geschäftskontinuität zu gewährleisten.

Da oft nicht bekannt ist, wie viel ERP-Support nach dem Verkauf benötigt wird, kann der CIO die Historie der ERP- und anderer Support-Dienstleistungen, die in der Vergangenheit als Benchmark betrachtet wurden, überprüfen. Er sollte allerdings ein Polster von 15 bis 20 Prozent hinzufügen und entsprechend planen.

Effektives Kommunikations-Management

Nach dem Verkauf kann es sein, dass die gesamte interne und externe Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, Dienstleistern sowie Finanz- und Justizbehörden den neuen Firmennamen und das neue Logo auf allen offiziellen und geschäftlichen Korrespondenzen trägt.

Im Rahmen der Umstellung des ERP-Systems ist es häufig erforderlich, die kundenspezifischen Objekte im ERP-System zu aktualisieren, zum Beispiel Bestellungen an Lieferanten, Kundenaufträge an Kunden und Jahresberichte zur Einkommensteuerabrechnung.

Effektives Change Management implementieren

Der CIO des akquirierten Unternehmens kann eigene Change-Management-Initiativen initiieren, um alle internen Stakeholder des akquirierten Unternehmens über ihre Pläne zu informieren. Daneben kann er damit den Übergang des ERP-Systems und andere Veränderungen erleichtern und analysieren, was, wie und wo IT-Unterstützung im Allgemeinen und ERP-Unterstützung im Besonderen benötigt.

Benutzerdefinierte Entwicklungsobjekte minimieren

Nach dem Verkauf muss ein CIO Anfragen für benutzerdefinierte Berichte und andere Objekte einschränken, um Budgets und Spielräume unter Kontrolle zu halten und den Übergang zum ERP-System reibungslos zu gestalten.

Ein CIO wird wahrscheinlich dieselben Richtlinien und Verfahren anwenden müssen, die auch von der Muttergesellschaft verwendet werden, um sicherzustellen, dass genügend Geschäftskontrollen vorhanden sind.

Innovationsvorhaben verschieben

Nach einem Verkauf sollte der CIO des erworbenen Unternehmens auf Innovationsprojekte warten, bis ein besseres Verständnis der Kultur und der IT-Vision der neuen Eigentümer vorliegt, die alle fusionierten Unternehmen unter einem Dach vereint.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2018 aktualisiert

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