Slack versus Microsoft Teams: Welches eignet sich besser für die Zusammenarbeit?

Slack und Microsoft Teams sollen die Zusammenarbeit der Mitarbeiter in Unternehmen erleichtern. Doch welches Tool eignet sich besser? Ein Vergleich.

Das Produktivitäts-Tool Slack hat die IT-Welt im Sturm erobert. Die webbasierte Collaboration-Plattform ermöglicht...

es, Nachrichten auszutauschen, mit Einzelpersonen oder in einer Gruppe zu chatten sowie gemeinsam Dokumente zu bearbeiten und auszutauschen. Slack hat inzwischen seinen Weg in die unterschiedlichsten Organisationen gefunden und letztendlich dazu beigetragen, dass Ad-hoc-Zusammenarbeit und -Kommunikation inzwischen zum Standard geworden sind.

Slack entstand vor ein paar Jahren als Reaktion auf einen riesigen, aber völlig ineffizienten Enterprise-Collaboration-Markt. Während dieser Markt zum Zeitpunkt der Einführung von Slack im Jahr 2013 von vielen Tools – von Jive bis SharePoint – hoffnungslos überflutet wurde, blieben die Nutzer ratlos zurück. Mangelnde Benutzerfreundlichkeit und fehlende Integration zwischen Collaboration-Anwendungen und den anderen Apps, die Unternehmensmitarbeiter für die Arbeit benutzten, machten die Zusammenarbeit eher aufwendiger als leichter.

Infolgedessen verwendeten viele User häufig nicht genehmigte Collaboration-Tools oder setzten sogar ihre eigenen Systeme ein. Als Slack die Bühne betrat, konnte man ein Ende dieser häufigen Applikationswechsel und Unzufriedenheit beobachten. Slack nahm sich der Usability-Probleme an – und seine Benutzer dankten es: Sie fanden Slack intuitiv, einfach zu bedienen, und sie konnten in ihren nativen Anwendungsumgebungen problemlos damit arbeiten und simpel handhabbare Funktionen leicht aufbauen.

Allerdings ist Slack auch kaum mehr als eine Chat-Anwendung für die Zusammenarbeit. Es hält sich bis heute weitgehend an seine Wurzeln, die in der Zusammenarbeit und im Chat liegen, anstatt sich breiter zu positionieren und etwa Content-Management-Features hinzuzufügen. Diese fehlenden Funktionen in Slack werden deshalb von Drittanbietern bereitgestellt. Aber auch wenn Slack die Zusammenarbeit mit anderen Anbietern ausbaut, so bleiben andere Geschäftsfunktionen weiterhin außen vor. Dazu gehören etwa Videochat, Dokumentenverwaltung oder Integration mit Back-Office-Tools wie Microsoft Excel, OneDrive for Business oder Social Media.

Diese Lücke soll Microsoft Teams schließen. Microsoft Teams würde gerne die Rolle von Slack im B2B-Markt übernehmen und bietet ein breiteres Spektrum an Funktionen an. Kritiker werfen Microsoft vor, Slack kopiert zu haben. So reagierte Slack auf die Einführung von Teams mit den Worten, man sei erfreut über die Konkurrenz, dennoch reiche es nicht, einfach die Funktionen zu übernehmen. Doch das ist nicht ganz richtig, denn Teams ist keine reine Kopie von Slack.

Für uns stellt sich die Frage: Welches Tool macht für Unternehmen mehr Sinn? Im Folgenden vergleichen wir die beiden Werkzeuge anhand mehrerer Kriterien.

Kommunikation und Enterprise-Collaboration-Funktionen

Slack und Teams verfolgen beide das gleiche Ziel: Sie möchten die Zusammenarbeit in Unternehmen erleichtern, indem sie die technische Grundlage für eine spontane Kommunikation innerhalb von Ad-hoc-Gruppen oder zwischen Einzelpersonen schaffen und fördern.

Slack und Teams befreien den klassischen Chat von den früheren, sehr eingeschränkten Möglichkeiten und erweitern ihn um innovative Funktionen. Beide Tools erlauben es, Dokumente, Bilder, Tabellenkalkulationen und andere Produkte an die Gespräche anzuhängen, die Mitarbeiter miteinander führen. Auf diese Weise wird ein teambasierter Dateispeicher bereitgestellt, der hilft, die Projektarbeit enorm zu erleichtern.

Mit beiden Plattformen kann sowohl sehr breit und unternehmensweit, aber auch reduziert von Person-zu-Person kommuniziert werden. Zwischen diesen beiden Extremen können beide Plattformen je nach Bedarf Nachrichten auch auf Untergruppen innerhalb einer Gruppe einschränken. Außerdem unterstützen beide Werkzeuge konfigurierbare Benachrichtigungen, um die miteinander arbeitenden Partner auf dem neuesten Stand zu halten. Beide ermöglichen die Suche nach archivierten Meldungen.

Eines von Slacks Schlüsselfeatures – das seine Akzeptanz stark gefördert hat – ist die reibungslose Integration von Social Media: Slack ist für den Einsatz im Social Media Marketing leicht anpassbar, was das Tool in diesem Bereich zu einer herausstechenden Plattform macht.

Allerdings unterstützt Slack keine Konversationsstränge (Threads). Gemeint sind damit Diskussionen im E-Mail-Stil, die helfen, komplexe Gespräche mit mehreren beteiligten Teilnehmern zu organisieren. Trotz des Versprechens im vergangenen Jahr, dass diese Funktion in Kürze verfügbar sein wird, ist diese Lücke in Slack immer noch vorhanden. Teams hingegen bietet dieses Feature nicht nur, sondern verfügt darüber hinaus auch noch über Inline-Reply-Messaging – eine weitere Funktion, die detaillierte und komplexe Dialoge strukturiert. Auch diese fehlt in Slack.

Gewinner: Microsoft Teams

Geschäftsproduktivität

Jede effiziente Enterprise-Collaboration-Plattform sollte die Produktivität in einer Organisation erhöhen, Zeit sparen, Unordnung vermeiden und für eine optimale Teamnutzung Projektressourcen organisieren. Aber weil Slack im Wesentlichen eine Chat-Plattform ist, endet Slack genau dort, wo auch die Möglichkeiten von Chats enden. Heute erwartet man sich aber von einer solchen Plattform, dass sie eine umfangreiche Quelle für Business-Funktionalitäten ist.

Teams hingegen ist Teil von Office 365 und bietet eine tiefe Integration in die Business-Funktionalität dieser Plattform. Andere Office-365-Apps können in Teams-Prozesse eingebunden werden: So können zum Beispiel Skype Meetings innerhalb von Teams abgehalten werden, so dass man mit zwei oder mehreren Personen per Video sprechen kann. Auch OneDrive ist sofort verfügbar und integriert sowohl organisatorische als auch integrative Funktionalitäten in die kollaborative Dateinutzung.

Darüber hinaus arbeitet Teams mit Office Graph zusammen, einem Microsoft-Tool mit künstlicher Intelligenz, dem Office 365 und Services wie Delve zugrunde liegen. Dies macht aus der Zusammenarbeit in Teams einen Geschäftsprozess, der verfolgt, ausgewertet und optimiert werden kann.

Gewinner: Microsoft Teams

Integration und Betriebssystemkompatibilität

Die Funktionalität für die Zusammenarbeit mit anderen Plattformen ist für eine Anwendung immer ein Kernattribut. Bei Collaboration-Anwendungen ist dies aber der Schlüssel zum Erfolg oder Misserfolg. Slack kümmerte sich bereits sehr früh um die Anwendungsintegration, zapfte andere Plattformen an (insbesondere soziale Medien) und stellte native iOS- und Android-Apps zur Verfügung.

Darüber hinaus bietet Slack einfache Kommunikationsmöglichkeiten über das Unternehmen hinaus – zum Beispiel, wenn gewünscht wird, einen externen Lieferanten oder Berater in einen Dialog oder ein Projekt mit einzubeziehen. Das ist möglich, weil Slack unabhängig ist. Daneben arbeitet es sauber mit Google Docs und Dropbox zusammen und erweitert damit seine File-Sharing-Funktionen über verteilte Teams. So können zum Beispiel Dateien aus einem Chat in den Cloud-Speicher verschoben werden.

Um eine bessere Intergration und neue Funktionalitäten anzubieten, ging Slack im Dezember mit Google eine Partnerschaft ein. Zu den neuen Funktionalitäten gehören Features wie Bots für Benachrichtigungen, Unterstützung für das kürzlich von Google gestartete Team Drives, Dokumentvorschau, Genehmigung und vieles andere mehr.

Teams ist ebenfalls Mobile-fähig, kann unter Mac OS genutzt werden und bietet über die nativen, recht beträchtlichen Integrationsfeatures von Office 365 einen einfachen Zugriff auf externe Datenschnittstellen. Die nahtlose Integration in die Office Suite ermöglicht es Nutzern Word- oder Excel-Dateien anzuhängen sowie zu teilen und bietet die Möglichkeit, den Kollegen ganze OneNote-Notizbücher zugänglich zu machen. Auch der Zugriff auf SharePoint kann direkt integriert werden. Dabei lassen sich alle Dateien direkt in Teams bearbeiten, ohne den Workspace verlassen zu müssen.

Aber plattformübergreifende Benutzeroberflächen sind grundsätzlich begrenzt – auch unter Microsoft-Benutzern: Um Teil eines Mitarbeiterstabs zu sein, der das Collaboration-Werkzeug Teams nutzt, müssen Anwender nicht nur Microsoft Office 365, sondern auch eine der recht teuren Business-Versionen der Plattform verwenden.

Jenseits dieser Einschränkung punktet Teams mit der Integration von Zendesk, Asena und Hootsuite. Zum offiziellen Start sollen weitere Drittanbieter-Apps wie GitHub oder Twitter mit dem Dienst verbunden werden. Trotzdem hat Teams bei der Integration immer noch Nachholbedarf.

Gewinner: Slack

Benutzerfreundlichkeit

Ein weiteres kritisches Merkmal von Slack ist seine Benutzerfreundlichkeit. Es ist außergewöhnlich fehlerfrei und einfach und klar strukturiert, und dies hat seine enthusiastische Annahme auch gefördert.

Teams sieht sehr nach Slack aus und funktioniert auch so, ist aber parallel mit der Herausforderung konfrontiert, das Look & Feel von Microsoft-Office-Produkten zu unterstützen. Obwohl es Slack ähnlich und auch klar ist, wirkt es im Vergleich zu Slack etwas überladen.

Einige kritisieren deshalb Teams wegen seiner plump und klobig wirkenden Oberfläche, aber dies ist nicht ganz fair. Unterm Strich geht es um die Integration von sehr vielen Partnerwerkzeugen. Und das macht Teams so gut, dass es in puncto Produktivität in seiner Klasse der Beste ist. Allerdings führt dies auch zwangsläufig dazu, dass es etwas klobiger zu bedienen ist und dem Nutzer eine weniger nahtlose Interaktion ermöglicht.

Gewinner: Slack

Preis

Die Preismodelle für Slack und Teams unterscheiden sich gravierend, was den Vergleich erschwert.

Slack kommt in drei Varianten: Lite, Standard und Plus. Lite ist kostenlos und unterstützt unbegrenzt Kontakte, Zwei-Personen-Anrufe, aber keine Gruppengespräche. Hinzu kommen fünf GB Dateispeicher für ein Team und begrenzte Such- und App-Integration.

Die Standard-Version kostet acht US-Dollar pro Benutzer und Monat und unterstützt unbegrenzte Nachrichten und App-Integrationen. Dazu gibt es zehn GB File Storage pro Person, Unterstützung für Gruppenanrufe, Gastnutzung sowie Nutzungsstatistiken.

Die Plus-Version schließlich ist für 15 US-Dollar pro Benutzer und Monat zu haben und enthält 20 GB File Storage pro Person und 24/7-Support.

Teams bietet keine solche skalierbare Nutzung und ist für Benutzer von Office 365 Business Essentials, Office 365 Business Premium und den Enterprise E1-, E3- und E5-Plänen ohne zusätzliche Kosten integriert. (Es wird auch den Kunden des E4-Plans zur Verfügung gestellt, bevor dieser Plan auslaufen wird.). Die weltweite Verfügbarkeit von Microsoft Teams startete am 14. März 2017.

Gewinner: Unentschieden, abhängig von verschiedenen Faktoren.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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