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Facebook-Datenskandal macht ethisches Data Mining notwendig

Ethische Datenerfassung wird immer wichtiger, denn Fälle wie der Facebook-Datenmissbrauch durch Cambridge Analytica gefährden das Vertrauen der Verbraucher.

Als die Nachricht über die heimliche Sammlung von Facebook-Daten durch Cambridge Analytica herauskam, wurde etwas aufgedeckt, was die Datenerfassungs- und Analysepraktiken von Unternehmen erschüttern kann.

Heute sammelt praktisch jedes Unternehmen mit einer öffentlich zugänglichen Website Daten über aktuelle oder potentielle Kunden. Viele reichern ihre Datensätze durch den Erwerb zusätzlicher Datenquellen über Drittkanäle an. Aber wenn die breite Öffentlichkeit das Gefühl hat, dass Unternehmen keine ethischen Data-Mining-Praktiken befolgen, könnte dies alle Datenerhebungs- und Analysetätigkeiten untergraben.

„Wenn man einmal das Vertrauen verloren hat, bekommt man es nicht wieder zurück“, sagt Lowell McAdam, Chairman und CEO von Verizon Communications. Bei einem Vortrag auf der IBM Think-Konferenz im März sagte McAdam, dass das Telekommunikationsunternehmen große Mengen an Kundendaten verarbeitet. Allerdings hat es versucht, dem Kunden klar zu machen, welche Informationen es sammelt und wie die Daten verwendet werden. Verizon vermeidet es laut McAdam, Daten zu sammeln, für die es keine klare Verwendung gibt.

Der Grund sei Vertrauen. „Wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Daten missbraucht werden, und dass ein Unternehmen kein ethisches Data Mining betreibt, fangen sie an, dem Unternehmen zu misstrauen“, so McAdam. „Dies geht über die Datenerhebung und -analyse eines Unternehmens hinaus und kann die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens als Ganzes vergiften.“

„Wir haben gesehen, was mit den Unternehmen im Silicon Valley los ist“, sagt McAdam und verweist darauf, wie der aktuelle Cambridge-Analytica-Skandal Facebook schädigt. „Wir wollen niemals in diese Situation kommen.“

Ein ‚massiver Vertrauensbruch‘

Die New York Times berichtete als erstes über den Missbrauch der Daten von Facebook-Nutzern durch Cambridge Analytica, ein in London ansässiges Analytics- und Beratungsunternehmen, das für die Präsidentschaftskampagne von Donald Trump im Jahr 2016 beauftragt wurde. Das Unternehmen sammelte private Daten von mehr als 87 Millionen Facebook-Nutzern, von denen nur ein Bruchteil ausdrücklich zugestimmt hat, ihre Daten durch die Teilnahme an einer Umfrage erheben zu lassen.

Wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Daten missbraucht werden, und dass ein Unternehmen kein ethisches Data Mining betreibt, fangen sie an, dem Unternehmen zu misstrauen.

Wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Daten missbraucht werden, und dass ein Unternehmen kein ethisches Data Mining betreibt, fangen sie an, dem Unternehmen zu misstrauen.
Lowell McAdamVerizon Communications

Auf der IBM Think beschrieb KPMG-Berater Cliff Justice die Situation als „massiven Vertrauensbruch“. Er sagte, dass diese Art von Datenverarbeitung, vor allem angesichts der zunehmenden Fähigkeiten von künstlicher Intelligenz, gegen Einzelpersonen und Unternehmen eingesetzt werden kann, was ethisches Data Mining und einen robusten Datenschutz unabdingbar macht.

Er nannte als Beispiel einen hypothetischen Akteur, der diese Art von persönlichen Daten verwenden kann, die von Cambridge Analytica erfasst wurden, um Menschen zu identifizieren, die sich über die Handlungen eines bestimmten Unternehmens empören. Diese Menschen können mit Fehlinformationskampagnen angesprochen werden, die sie animieren, gegen das Unternehmen vorzugehen.

„Sie können eine Twitter-Armee organisieren, indem Sie Desinformationen an Leute weitergeben, die geneigt sind, es zu glauben und den Marktwert eines Unternehmens abstürzen lassen“, erklärt Justice. „KI kann Menschen manipulieren, indem sie ihr tiefes Persönlichkeitsprofil versteht und genau weiß, wie man zu diesen Menschen vordringt.“

Vertrauen in Data Governance aufbauen

„Früher gingen Unternehmen einfach davon aus, dass ihre Daten vertrauenswürdig sind, und fühlten sich gut mit der Annahme, dass sie gut für ihre Kunden und sich selbst sind“, sagt Jason Federoff, Director of Information Governance für die Finanzberatungsgruppe bei USAA, einem Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen. Im Zeitalter von Cambridge Analytica und ‚Fake News‘ ist es schwieriger, diese Vermutung zu treffen und wichtiger, Richtlinien für ethisches Data Mining festzulegen.

„Meine Kinder erzählen mir ständig verrückte Dinge, aber Tatsache ist, dass sie vieles glauben, was da draußen passiert“, sagt er. „Das Gleiche passiert im Geschäftsumfeld. Ohne Daten zu validieren, nehmen wir sie hin und treffen geschäftliche Entscheidungen.“

Unternehmen müssen mehr tun, um zu verfolgen, woher die Daten kommen und wie sie verwendet werden. „Data Lineage, also die Idee, Metadaten an Daten anzuhängen, die beschreiben, woher die Daten stammen und wie sie möglicherweise geändert wurden, sollte eine zentrale Rolle in den Data-Governance-Richtlinien aller Unternehmen spielen“, rät er. Richtig gemacht, kann es Endbenutzern ermöglichen, zu sehen, ob die verschiedenen Personen, die die Daten berührt haben, ethische Data-Mining-Verfahren befolgt haben.

Geschäftsentscheidungen, die auf schlechten Daten basieren, können Kunden laut Federoff schädigen. Sobald ein Unternehmen das Vertrauen der Öffentlichkeit verliert, kann es fast unmöglich sein, dieses Vertrauen zurückzuerhalten. Es bleibt abzuwarten, wie Facebook das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen kann, aber eine bessere Datenverwaltung könnte ein Anfang sein.

„Wäre es nicht gut, sagt Federoff, „wenn du einen Facebook-Post gesehen hättest und er dir seinen Ursprung anzeigt und wie er entstanden ist? Ich denke, wir werden es schaffen. Irgendwann werden wir die schlechten Informationen satthaben.“

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Artikel wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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