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Fünf kritische Faktoren zur Integration von SuccessFactors in SAP HCM

Bei der Integrations von SuccessFactors in SAP HCM müssen Sie einige Punkte beachten. Wir nennen fünf Faktoren für den erfolgreichen Einsatz.

In jüngster Zeit wird der Begriff Integration ziemlich austauschbar verwendet. Neben der echten Integration im ursprünglichen Sinn – also der Bezeichnung für Anwendungen oder Systeme, die mit der gleichen Architektur und den gleichen Standards entwickelt wurden – wird der Begriff heute auch benutzt, um nur die lose Koppelung oder Vereinheitlichung von Systemen zu bezeichnen.

Unabhängig von dieser Begriffsentwertung ist Integration ein kritischer Aspekt bei der Verknüpfung von Human Ressources (HR) mit anderen IT-Systemen. Dies gilt insbesondere wenn es darum geht, Geschäftsprozesse außerhalb von HR zu unterstützen, wie zum Beispiel Gehaltsabrechnung, Zeiterfassung oder Arbeitssicherheit.

Wenn Sie auf die Human-Capital-Management (HCM) -Lösung SAP SuccessFactors migrieren, ist es sicherlich notwendig, entweder mit dem bestehenden SAP ERP HCM-System, anderen Teile von SAP ERP oder mit einem oder mehreren Drittsysteme zu integrieren. Dabei gibt es mehrere Faktoren, die Sie beachten müssen. In diesem Artikel werden fünf Schlüsselbereiche vorgestellt.

1. Ihre Geschäftsprozesse

Das erste, was noch vor der eigentlichen Integration benötigt wird, ist, sowohl die funktionalen als auch technischen Prozesse Ihres Unternehmens zu verstehen. Bei der Umstellung auf ein Integrationszenario aus SAP SuccessFactors Talent Hybrid mit SAP HCM als Kern-HR-System und SuccessFactores für ein oder mehrere Talent-Management-Prozesse ist es wichtig zu verstehen, wie kritisch es ist, alle zwischen den Systemen verwendeten oder erzeugten Daten zu übertragen.

In einigen Talent-Management-Prozessen ist es notwendig, bestimmte Daten zu übertragen. Zum Beispiel sollte eine Gehaltserhöhung von SuccessFactors Compensation nach SAP HCM für Zwecke der Personalabrechnung transferiert werden. Sind die Mitarbeiterdaten geladen, gibt es keine Notwendigkeit, Daten zwischen SuccessFactors und SAP HCM zu kopieren. Damit ist die Talent-Hybrid-Integration weit weniger komplex und nur im Fall eines Cloud-HCM-Modells nötig.

2. Das Aufzeichnungsystem

Gelegentlich fungiert SuccessFactors als Talent-System-of-Record im Talent-Hybrid-Modell. In diesem Fall ist es ist wichtig zu entscheiden, welche Daten wo gespeichert werden. Dies ist von entscheidender Bedeutung, wenn Sie eine HR- und Talent-Analytics-Lösung wie SAP SuccessFactors Workforce Analytics verwenden. Wenn Sie SuccessFactors Employee Central implementieren das HR-Administrations-Tool für die Cloud - muss die Entscheidung getroffen werden, ob SAP HCM durch Employee Central als Aufzeichnungssystem ersetzt wird oder SAP HCM das zentrale System bleibt. Die Entscheidungen wird Auswirkungen auf die Integration haben.

3. Gestaltung einer langfristigen SuccessFactors-Strategie und Architektur

Das Design einer langfristigen Strategie und Architektur für SuccessFactors erleichtert die Entscheidung, welches Integrationslevel das Ziel ist. Es macht keinen Sinn, kurzfristig massiv in eine komplexe Integrationen zu investieren oder teure Integrations-Middleware-Lizenzen für die billigste Technologie zu kaufen, wenn eine andere Option langfristig kostengünstiger ist. Eine sanfte Migration in die Cloud ist eine erfolgsversprechende Strategie für SuccessFactors. Es kann sich aber auch zeigen, dass ein abrupter Ansatz die Komplexität und Kosten für Ihre Integration reduzieren.

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Wichtig zu verstehen ist auch, welche Teile aktiviert werden, und wann und an welcher Stelle Sie Ihr HR-System von SAP ERP HCM auf Employee Central umstellen. Das Verständnis, welches Ihrer Systeme in Employee Central integriert werden muss, wird die Auswahl Ihrer Middleware-Plattform beeinflussen.

4. Middleware-Technologie

Es gibt eine Reihe technologischer Middleware-Optionen. Diese haben alle ihre Vor- und Nachteile - je nachdem, welche SuccessFactors-Anwendungen Sie integrieren möchten und in welche Sie diese integrieren wollen. SAP selbst bietet zwei Integrationstechnologien an, die mit den Talent Hybrid iFlows verwendet werden können: SAP NetWeaver Process Integration (PI) und SAP HANA Cloud Integration (HCI).

Während PI in einer Basis-NetWeaver-Lizenz enthalten ist und nur Gebühren für die PI-Implementierung entstehen, kostet HCI 7,5% eines SuccessFactors-Abonnements. Diese Kosten können steigen, wenn mehrere Anwendungen verwendet werden. Für Employee Central ist die Boomi AtomSphere Middleware Platform (Boomi) von Dell gebündelt mit einem Employee Central Abonnement verfügbar.

Für ein Talent-Hybrid-Szenario kann dies teuer werden. SAP plant, den gleichen vordefinierten Employee Central Integration Content, den es derzeit mit Boomi anbietet, sowohl auf PI als auch HCI anzubieten, obwohl sich  PI derzeit nicht mit Cloud-Anwendungen von Drittanbietern, wie zum Beispiel Kronos Workforce oder Software EmpCenter, verwenden lässt. HCI hat diese Fähigkeit und könnte in Zukunft mit einem Employee Central Abo gebündelt werden.

5. Studieren Sie die Roadmap von SAP

SAP hat eine langfristige Roadmap ausgearbeitet, sowohl für die Talent-Hybrid- als auch Employee-Central-Integration. Diese entwickelt sich ständig weiter, um zusätzliche Inhalte aufzunehmen. Die Intergration umfasst meist Kernprozesse und spart viel Zeit beim Aufbau und der Pflege der Kundenintegration. Wenn Sie verstehen, was SAP plant, wird Ihnen dies helfen, Ihren Integrationsbedarf besser an die SAP-Angebote anzupassen. Und es kann Ihre Entscheidung, eine bestimmte Lösung zu implementieren, beeinflussen. Wenn Ihnen nicht klar ist, was Sie für Ihre Roadmap brauchen, fragen Sie am besten direkt bei SAP nach, ob das Unternehmen plant, eine betreffende Integration zu entwickeln. Seien Sie sich dabei aber bewusst, dass die meisten SAP-Integrationen ihren Zeitplan nicht einhalten.

Das Übertragen der Daten zwischen SuccessFactors  und SAP ERP HCM ist – egal ob Sie es Integration oder Schnittstelle nennen - eine komplexe Angelegenheit, die von grundlegender Bedeutung für den Betrieb von Prozessen über die HRIS- und ERP-Landschaft ist. Sie sollten ausreichend Energie in die Planung und Umsetzung der Integration machen. Sie sollten vor allem ein gutes Verständnis der Prozesse und Daten mitbringen, die das endgültige Design beeinflussen.

Eine langfristige Cloud-Roadmap kann Ihnen helfen zu planen, wie Sie die Integration erreichen. Dies kann Ihnen später viel Zeit, Aufwand und Kosten sparen. Das trifft auch zu, wenn Sie die Standardintegration von SAP einsetzen. Alles in allem sollten Sie die Integration nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie ist allerdings auch kein Hindernis für den Umzug in die Cloud.

Über den Autor:

Luke Marson ist Chief Cloud HCM Architect bei Hula Partners. Marson beschäftigt sich hauptsächlich mit SuccessFactors Employee Central sowie Erweitungs- und Integrationstechnologien. Er hält Vorträge, schreibt über SAP HCM und SuccessFactors, und ist Co-Autor des Buches SuccessFactors  with SAP ERP HCM, das bei SAP Press erschienen ist. Außerdem ist Marson Autor des SAPexperts Special Reports SAP and SuccessFactors – An Overview. Es ist ebenfallsSAP Mentor

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Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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Der Artikel ist nach wie vor inhaltlich von großer Bedeutung, wenn man sich mit der Entscheidung einer Successfactors Einführung auseinander setzt. Leider ist der deutsche Text nicht sauber übersetzt, was teilweise zu unsinnigen Aussagen führt.
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