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MongoDB 4.0 erweitert Einsatzoptionen und Flexibilität

Im Interview spricht Roman Gruhn von MongoDB über die Neuerungen des Release 4.0 und darüber, was die Datenbank zur Einhaltung der DSGVO-Compliance bietet.

MongoDB hat im Rahmen seiner Hausmesse MongoDB World 2018 Ende Juni Version 4.0 seiner gleichnamigen NoSQL-Datenbank präsentiert. Neben den Neuerungen und einem Update für das DaaS-Angebot MongoDB Atlas hat der Datenbankspezialist weitere Ankündigungen gemacht, unter anderem ist die Serverless-Plattform MongoDB Stitch nun allgemein verfügbar. Neu sind darüber hinaus MongoDB Mobile sowie der MongoDB Kubernetes Operator, beide als Beta-Versionen.

Im Interview spricht Roman Gruhn, Director of Information Strategy EMEA bei MongoDB, über diese und weitere Updates. Gruhn erläutert außerdem, wie sich die IT seit dem letzten Release vor drei Jahren verändert hat und wie MongoDB Unternehmen bei der Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO/GDPR) unterstützt.

MongoDB 3.0 wurde vor über drei Jahren veröffentlicht. Wie hat sich in diesen drei Jahren die IT verändert?

Roman Gruhn: In den letzten drei Jahren hat sich der Druck verstärkt, den umfassenden Wechsel auf Digital first zu vollziehen. Dies ist vor allem auf die Notwendigkeit zurückzuführen, die Kundenzufriedenheit zu verbessern, aber auch durch andere Faktoren wie noch schnellere Lieferzeiten, Kostensenkung und Verringerung der Risiken.

Um diese Ziele zu erreichen, wenden sich die meisten Unternehmen neuen Strategien zu, wie zum Beispiel die verstärkte Ausrichtung ihrer IT-Modelle und -Prozesse am Kunden und Anwendung von Agile- und DevOps-Methoden, das Einführen von neuen Architekturen und Plattformen wie Mobile First, Microservices und Cloud-Infrastrukturen sowie die zunehmende Nutzung neuer Technologien wie künstliche Intelligenz, Machine Learning, IoT und Blockchain.

Viele Unternehmen scheinen zu wissen, dass sich ihr Geschäft verändern muss. Wir sehen viele digitale Transformationsprojekte, die auf den Weg gebracht werden, doch der Erfolg bleibt häufig noch aus. 2017 haben 88 Prozent der CIOs in einer Umfrage von Harvey Nash und KPMG angeben, dass sie die Früchte ihrer Digitalisierungsstrategie noch nicht ernten.

Wie reagiert MongoDB mit dem Release von 4.0 auf diese Entwicklung?

Gruhn: Um diese organisatorischen Herausforderungen zu bewältigen, erweitert MongoDB 4.0 die Einsatzmöglichkeiten und macht es Entwicklern einfacher, auf eine flexible und skalierbare Datenbank zurückzugreifen. Mit der allgemeinen Verfügbarkeit von Multi-Document ACID-Transactions und der Serverless-Plattform MongoDB Stitch machen wir die Arbeit mit Daten noch einfacher.

Neben dieser Flexibilität geben wir Unternehmen eine weitaus größere Kontrolle darüber, wo sich die Daten befinden und wie auf sie mit Global Clusters zugegriffen wird. Und schließlich geben wir Unternehmen mit MongoDB Mobile die Freiheit, MongoDB überall dort einzusetzen, wo sie es brauchen, vom eigenen Laptop über die Public Cloud bis hin zu IoT und Mobilgeräten am Rande des Netzwerks.

MongoDB wirbt damit, dass die neue Version anwenderfreundlicher ist. Was hat sich seit dem letzten Release, MongoDB 3.6, in diesem Bereich getan?

Gruhn: Wir haben die Datenhandhabung verbessert. Wir führen zum Beispiel die angesprochenen Multi-Document ACID-Transactions ein. MongoDB bietet seit jeher Transaktionsgarantien auf der Dokumentenebene, die den Anforderungen von 80 bis 90 Prozent aller Anwendungsfälle entsprechen. Jetzt erweitern wir diese ACID-Garantien auf mehr Dokumente.

Anwender, die mit relationalen Datenbanken arbeiten, wird dies vertraut vorkommen. Falls sie gebraucht werden sollten, haben Entwickler und Datenbank-Administratoren nun diese Option. Das Hinzufügen von Transaktionen mit mehreren Dokumenten macht es für Unternehmen einfacher, eine ganze Reihe von Anwendungsfällen mit MongoDB zu adressieren. MongoDB 4.0 ist die einzige Open-Source-Datenbank, die die ACID-Garantien der herkömmlichen relationalen Datenbanken und die Schnelligkeit, Flexibilität und Leistung des Dokumentenmodells mit dem intelligenten Design verteilter Systeme kombiniert, um zu skalieren und Daten dort zu platzieren, wo sie benötigt werden.

Ein zentraler Baustein bei MongoDB ist der Cloud-Service Atlas sowie die Anbindung an Business-Intelligence-Systeme über den BI Connector for Atlas. Welche Neuerungen gibt es hier?

Gruhn: Die wichtigste Ergänzung für Atlas ist MongoDB Global Clusters. Da der Umgang mit Daten für Unternehmen in jeder Branche zu einem entscheidenden Faktor wird, müssen diese aufmerksamer darüber nachdenken, wo ihre Daten liegen, sei es, um strenge gesetzliche Anforderungen wie die EU-Datenschutz-Grundverordnung zu erfüllen oder um eine Benutzerfreundlichkeit mit geringer Latenz zu gewährleisten. Darüber hinaus müssen sich Unternehmen bei sich ändernden gesetzlichen Bestimmungen und Geschäftsanforderungen schnell und ohne Ausfallzeiten an neue Anforderungen anpassen können.

MongoDB Global Clusters in Atlas ermöglicht es Kunden, anspruchsvolle Richtlinien zur Bereitstellung von Daten für weltweite Anwendungen zu erstellen. Durch die dynamische Konfiguration dieser Richtlinien können Kunden sicherstellen, dass Daten innerhalb spezifischer geografischer Grenzen verteilt und isoliert werden. Ebenso können durch den Einsatz von Global Clusters relevante Daten auf Knopfdruck in die Nähe der Endnutzer verschoben werden, um eine weltweite Performance mit geringer Latenz zu erreichen. Früher war es für die meisten Unternehmen eine große Herausforderung, diese Art von anspruchsvollen Datenrichtlinien mit einer herkömmlichen Datenbank zu koordinieren. Diese bahnbrechende Funktion ermöglicht es Unternehmen jeder Größe, Kunden auf der ganzen Welt problemlos zu bedienen und gleichzeitig ihre weltweiten Daten umfassend und sicher zu verwalten.

Neben Global Clusters kündigen wir mit diesem Update auch eine Reihe neuer Sicherheits- und Regulierungsfunktionen für Atlas an. Dazu gehören unter anderem die Verwaltung des Kodierungsschlüssels, LDAP-Integration, Auditing auf Datenbankebene und HIPAA-Compliance.

MongoDB Atlas ist auch mit dem MongoDB Connector for Business Intelligence verbunden, so dass Unternehmen leicht Visualisierungen und Dashboards erstellen können, die dabei helfen, Erkenntnisse und Mehrwert aus multistrukturierten Datensätzen zu ziehen. Eine Neuerung auf der Visualisierungsseite ist MongoDB Charts. Charts bietet eine Möglichkeit, Daten in Echtzeit mit verschiedenen Ansichten zu visualisieren. Anwender können die Daten aus jeder beliebigen Live-Instanz schnell, komfortabel und interaktiv darstellen lassen.

Wie hat sich das Cloud-Geschäft von MongoDB in den letzten Monaten insgesamt entwickelt?

Gruhn: MongoDB Atlas, unser Managed Database-as-a-Service-Angebot, wird mit der zunehmenden Cloud-Nutzung von großen und kleinen Unternehmen verstärkt angenommen. Es gibt eine Reihe an Dingen, die Atlas auszeichnen. Ein für Kunden besonders interessanter Aspekt ist die Freiheit, nicht an einen einzigen Cloud-Provider gebunden zu sein. Atlas läuft auf allen großen Public-Cloud-Anbietern, mit einer kostenlosen Version auf AWS. Außerdem haben wir gerade eine neue kostenlose Version auf der Google Cloud Platform angekündigt. Zu den Nutzern zählen Start-ups und große Unternehmen wie SEGA, 7-11 und KPMG. Das erklärt das Wachstum von über 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wir haben im letzten Quartal rund 1.000 neue Atlas-Kunden hinzugewonnen.

Roman Gruhn, MongoDB

„GDPR-Compliance ist eine komplexe Aufgabe, an der Menschen, Prozesse und Technologien beteiligt sind. Auf Infrastrukturebene unterstützen wir Unternehmen bei der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen.“

Roman Gruhn, MongoDB

MongoDB hat ebenfalls Stitch veröffentlicht, eine Entwicklungsumgebung für Mobile Apps. Welche Features bietet MongoDB Stitch?

Gruhn: MongoDB Stitch ist eine Serverless-Entwicklungsumgebung, die mit vier Schlüsselfunktionen die Entwicklung von Anwendungen vereinfacht. Da ist zum einen Stitch QueryAnywhere für Abfragen in der MongoDB Query Language in Mobile, Web- und IoT-Anwendungen. Es können Sicherheitsregeln und Zugriffsebenen festgelegt werden, um den Datenzugriff zu kontrollieren.

Zweitens bieten Stitch Functions eine sichere Programmierschnittstelle (APIs), um JavaScript-Funktionen in der serverlosen Umgebung ausführen. Auch gängige Cloud-Services wie Slack oder Twilio können genutzt werden.

Drittens liefern Stitch Triggers Echtzeit-Benachrichtigungen bei Datenbankänderungen. Die vierte Schlüsselfunktion Stitch Mobile Sync wird in Kürze eingeführt. Damit werden Datendokumente in MongoDB Mobile Apps automatisch mit der Backend-Datenbank synchronisiert. So sind alle Daten, sei es auf Handy-, Web- und IoT-Anwendungen oder beim Kunden, immer automatisch up to date.   

Seit Ende 25. Mai 2018 müssen Unternehmen die EU-Datenschutz-Grundverordnung einhalten. Datenbanken bilden einen kritischen Faktor bei der Einhaltung. Wie hat MongoDB hierauf reagiert?

Gruhn: GDPR-Compliance ist eine große und komplexe Aufgabe, an der Menschen, Prozesse und Technologien beteiligt sind. Auf der Infrastrukturebene unterstützen wir Unternehmen bei der Einhaltung der Datenschutzbestimmungen. Es gibt drei Hauptbereiche, auf die sich Unternehmen unserer Meinung nach konzentrieren müssen: Der erste Schritt ist die Entdeckung und das Verständnis der unter die Verordnung fallenden Daten. Schritt zwei ist die Verteidigung dieser Daten durch Maßnahmen zum Datenschutz. Schritt drei ist die Erkennung und die Identifizierung von möglichen Verstößen gegen diese Schutzmaßnahmen und die Behebung von Sicherheits- und Prozesslücken.

Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass MongoDB die technologischen Grundlagen liefern kann, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihren Weg zur Einhaltung dieser drei Kernschritte voranzutreiben. Beispielsweise müssen personenbezogene Daten besonders geschützt werden. Dazu gehen wir in drei Phasen entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vor. Im ersten Schritt identifizieren wir die persönlichen Daten. Im zweiten Schritt schützen wir sie durch Authentifizierung, Autorisierung, Pseudonymisierung, Verschlüsselung, Ausfallsicherheit und Disaster Recovery. Im letzten Schritt überwachen und kontrollieren wir die Datenzugriffe. Mit diesem Verfahren stellen wir sicher, dass Unternehmen weiterhin unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen arbeiten können.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2018 aktualisiert

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