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SAP Cloud Platform: Vor- und Nachteile der Integrations-Tools

SAP-Angebote sind für Cloud-to-Cloud und Cloud-to-Ground-Integration geeignet. Manchmal ist es aber besser, auf Angebote von Drittanbietern zurückzugreifen.

Die SAP Cloud Platform unterstützt eine Vielzahl von Integrationsszenarien. Und genau wie das SAP-App-Ökosystem enthält die Plattform Tools, die eine hohe Flexibilität bieten. Die Integrationsmöglichkeiten der SAP Cloud Platform sind jedoch komplex, und es gibt einige Überschneidungen, die zu Verwirrung bei der Wahl des richtigen Tools führen können.

Die Komplexität ergibt sich zum Teil aus der Notwendigkeit von SAP, viele Anforderungen an Governance, Risk und Compliance (GRC) zu erfüllen, wenn die SAP Cloud Platform zur Erweiterung von Unternehmensanwendungen eingesetzt wird.

Die Integrationsservices der SAP Cloud Platform konzentrieren sich auf die Unterstützung von Cloud-Szenarien wie B2B-Transaktionen oder die Integration zwischen verschiedenen SaaS-Anwendungen und SAP-Anwendungen, die in der Cloud laufen. Auf einem hohen Niveau gibt es nur zwei Kategorien der Integration: eine für die Prozessintegration, wie zum Beispiel für B2B-Transaktionen. Und eine für die Datenintegration von Anwendungen, wie Analytics und Machine Learning.

Viele Tool-Angebote

Enterprise-Architekten müssen mehrere Punkte beachten, wenn sie die Tools für die Integration der SAP Cloud Platform gegen Alternativen von Drittanbietern abwägen. „Die generellen Hauptvorteile dieser Tools liegen darin, dass sie vorgefertigte Integrationsinhalte (Adapter, Konnektoren und so weiter) für SAP SaaS-Anwendungen (S/4HANA Cloud, Ariba, SuccessFactors, Hybris und so weiter) enthalten, was die Integration einfacher und schneller macht“, schreibt Massimo Pezzini, Research Director bei Gartner, in einer E-Mail-Anfrage. „SAP stellt KI-gestützte Werkzeuge zur Verfügung, um schnell das geeignetste dieser Assets zu finden.“

Die Haupteinschränkung bei der Integration der SAP Cloud Platform ist, dass sie zwar die Cloud-to-Cloud- und Cloud-to-Ground-Integration unterstützt, aber nicht Ground-to-Ground. Dies macht die Werkzeuge weniger nützlich für die Integration von SAP- und Fremdanwendungen, die beide On-Premises sind. Um auch diese Szenarien abzudecken, stellt SAP weitere Werkzeuge wie SAP Process Orchestration und SAP Data Services zur Verfügung. Allerdings sind diese nur teilweise mit der SAP Cloud Platform kompatibel, was eine gewisse Dupplizierung der Technologien und Fähigkeiten impliziert.

Die Hauptangebote von SAP, S/4HANA und ERP Central Component, beinhalten mehrere APIs. Dazu gehören APIs, die auf offenen Standards basieren wie REST, OData und Web Services, sowie mehrere proprietäre APIs, darunter Business Application Programming Interface (BAPI), Application Link Enabling (ALE), Intermediate Document (IDoc) und Remote Function Call (RFC). Pezzini sagt, dass die SAP-Integration einer der häufigsten Anwendungsfälle ist, die von Integrationsplattformen unterstützt werden. Tools wie webMethods der Software AG, Tibco BusinessWorks, Dell Boomi, MuleSoft, Informatica, IBM Integration Bus, Jitterbit und viele andere haben sich bei der SAP-Integration bewährt.

Generell empfiehlt Pezzini Unternehmen, eine dieser Drittanbieter-Plattformen in Betracht zu ziehen, wenn sie heterogene Anwendungsportfolios integrieren müssen. Die Integrationswerkzeuge von SAP sind hingegen die bessere Wahl für SAP-zentrierte Portfolios, da sie Zeitvorteile bieten.

Integrationskomponenten der SAP Cloud Platform

„Einer der wichtigsten Vorteile der SAP Tools ist das reichhaltige Ökosystem an Komponenten für die Integration der Geschäftsprozesse“, sagt Vinzenz Kremer, Geschäftsführer von Accenture. Die SAP Cloud Platform bietet klar definierte technische Architekturen – zusammen mit Standards, Governance und wiederverwendbarem Code sowie Technologieservices. „Weil eine Bibliothek von vorgefertigten Komponenten und Ökosystemlösungen verwendet wird, kann die Generierung, Zusammenstellung und Integration von flexiblen Anwendungen vereinfacht werden“, sagt er.

Ein großer Vorteil der Cloud ist die Möglichkeit, schnell mit neuen Anwendungsfunktionen zu experimentieren, um herauszufinden, welche einen Mehrwert bieten. Allerdings sollte dieser Prozess den GRC-Anforderungen entsprechen. Ein beliebter Ansatz ist es, ältere SAP-Anwendungen in die Cloud zu verlagern, wo sie weiterhin die GRC-Anforderungen unterstützen, es dem Unternehmen aber gleichzeitig ermöglichen, mit neuen Anwendungen einen Mehrwert zu liefern.

„Es gibt zwar keinen One-Size-Fit-All-Ansatz. Aber Unternehmen, die der Zeit voraus sein möchten, können mit der Verbindung verschiedener Plattformen und dem Re-Platforming beginnen. Damit sind sie bereit, Innovationen zu integrieren, sobald sie verfügbar sind“, sagt Kremer.

ERP in die Cloud expandieren

Einer der Vorteile der SAP Cloud Platform ist, dass Unternehmen ihre internen Geschäftsprozesse flexibel mit Kunden und Lieferanten verbinden können. Zum Beispiel integriert die c-Com GmbH, die einen Cloud-basierten Beschaffungsservice für Kleinteile wie Schrauben und Muttern betreibt, ihre Cloud-Plattform über den HANA Cloud Connector in SAP ERP-Systeme. Sie nutzt die SAP Cloud Platform, um den Zugriff auf Materialdaten für Standard- und kundenspezifische Materialien sowie Beleg-, Lieferzeit- und Preisinformationen zu verbessern. Darüber hinaus verwendet das Unternehmen iDoc- und CSV-basierte Schnittstellen zum Austausch von Lieferscheinen, Bestellungen und anderen Beschaffungsdokumenten.

„Uns gefällt der SAP Cloud Foundry Service gut, weil wir damit kleine Komponenten und Anwendungen entwickeln können, die sich in alle Arten von Software integrieren lassen“, sagt Matti Maier, IT-Leiter von c-Com. „Das bedeutet eine Menge benutzerdefinierter Programmierung. Wir sind mit dem Service jedoch nicht in der Anzahl der Benutzer, Verbindungen oder Nachrichten eingeschränkt, sondern nur durch die Rechenressourcen. So können wir die Rechenleistung einfach dorthin verteilen, wo sie gebraucht wird.“

Obwohl der Cloud-Foundry-Service gut funktioniert, stecken laut Maier andere Dienste noch in den Kinderschuhen. Zum Beispiel möchte c-Com mit dem Service SAP Cloud Platform Workflow verschiedene Systeme an die Prozesse des Unternehmens anbinden, die Authentifizierungsmöglichkeiten sind jedoch begrenzt. Maier hat grundlegende Funktionen der Workflow Engine, wie das Versenden einer E-Mail-Benachrichtigung, das Weiterleiten einer Aufgabe an einen anderen Benutzer oder das Setzen eines Stellvertreters, noch nicht gefunden. „Insgesamt scheint die SAP Cloud Platform noch stark in der Entwicklung zu sein“, sagt er.

Die SAP-Cloud lässt sich gut in die ERP- und Business-Workflow-Systeme des Anbieters integrieren, was für Unternehmen, die SAP-Backends einsetzen, ein großer Vorteil ist. „Wenn Sie jedoch eine Integration mit neueren Technologien wünschen – REST-basierte Dienste, OAuth2-basierte Systeme oder andere UI-Technologien als SAPUI5, sind Sie mit einem anderen Werkzeug besser dran.

Machine Learning kann der Schlüssel für Einfachheit sein

Künstliche Intelligenz (KI) dringt ebenfalls in den Integrationsbereich vor. „SAP hat einen starken Fokus darauf gelegt, die Komplexität der Integration durch ein neues KI-Tool, den Integration Content Advisor, anzugehen“, sagt Michael Hill, Senior Director of SAP Cloud Platform Product Marketing.

Die Software nutzt maschinelles Lernen, um ein Integrationsszenario zu evaluieren und kann, so Hill, „on the fly“ Korrekturen vornehmen. Dadurch wird es einfacher, die Erfahrung von Experten zu nutzen, die Integrationsmuster für verschiedene Branchen oder Geschäftsszenarien entwickelt haben.

„Es ist fast so, als würde der Integration Content Advisor zu einer Best Practice für die Integration in SAP“, sagt er. „Wir denken, das nächste Schlachtfeld ist die Einführung von Machine Learning bei der Integration.“

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Artikel wurde zuletzt im September 2018 aktualisiert

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