SAP HANA kann räumliche Algorithmen extrem beschleunigen

Der Markt für Geodatenanalysen wird immer bedeutender. Hinnerk Gildhoff, SAP HANA Spatial Lead, spricht im Interview über die SAP-Kooperation mit ESRI.

Der Markt für Geospatial Analysis erlebt einen dauerhaften Boom. Der Grund: Geodaten lassen sich in einer Vielzahl von Anwendungsfällen und Branchen, von der Landwirtschaft bis zur Analyse der Lieferkette, einsetzen.

Das US-Softwareunternehmen ESRI widmet sich bereits seit 1969 der Weiterentwicklung von Geoinformationssystemen (GIS). Seit rund fünf Jahren kooperiert der Anbieter mit SAP. Im Interview erklärt Hinnerk Gildhoff, SAP HANA Spatial Lead, welche Bedeutung die Partnerschaft mit ESRI hat und wo sich SAP HANA und das GIS-System ArcGIS ergänzen.

Der Geodatenspezialist ESRI hat SAP HANA als Geodatenbank für seine Plattform ArcGIS zertifiziert. Damit bauen beide Unternehmen ihre Partnerschaft, die 2013 geschlossen wurde, weiter aus. Warum hat sich ESRI nun auch für die In-Memory-Architektur von HANA entschieden?

Hinnerk Gildhoff: Zum einen wird die HANA In-Memory-Datenbank von vielen Kunden eingesetzt und gerade in Bezug auf georeferenzierte Daten können wir räumliche Algorithmen extrem beschleunigen. Zusätzlich bietet die HANA-Datenbank viele weitere Vorteile, wie zum Beispiel die Kombination von unterschiedlichen Analytic Engines. Insbesondere die Kombination der Spatial und Graph Engine sind auch für ESRI und deren Kundenbasis sehr interessant. Insgesamt haben wir eine gute technologische Partnerschaft und arbeiten gemeinsam an Innovation im Bereich GIS.

Wie funktioniert die Geodatenanalyse beim Zusammenspiel zwischen ArcGIS und SAP HANA?

Gildhoff: ArcGIS benutzt eine ODBC-Verbindung zur HANA-Datenbank, um georeferenzierte Daten zu speichern und räumliche SQL-Prädikate und -Funktionen in der Datenbank auszuführen. Die HANA-Geodatenbank entspricht einer dedizierten Schicht in der ESRI ArcGIS-Software, die wiederum für HANA optimiert wurde. Hier wird SAPs In-Memory-Technologie, die spaltenorientierte Ablage der Daten, sowie viele weitere Vorteile der HANA-Datenbank mit der ESRI-Anwendungsschicht kombiniert. SAP und ESRI arbeiten gemeinsam an diesem Layer, damit beide Software-Stacks nahtlos und optimal zusammenarbeiten.

Für welche Einsatzszenarien ist der Einsatz der Geodatenbank gedacht?

Gildhoff: In erster Linie profitiert jeder ESRI- und SAP-HANA-Kunde durch den Einsatz der Geodatenbank, da zum Beispiel viele Performance-Optimierungen realisiert wurden. Des Weiteren können jetzt natürlich Daten, die von ESRI-Anwendungen in SAP HANA abgelegt werden, mit anderen Unternehmensdaten verschnitten und mit klassischen BI- und Analyse-Werkzeugen ausgewertet werden. Zusätzlich wird das erste Mal das neue Utility Network Model auf SAP-HANA-Technologie bereitgestellt sowie weitere Features wie zum Beispiel Non-Versioned Archiving und Offline Editing with Sync Capabilities. Dies sind Funktionen, die vor allem in der Versorgungsbranche erwartet werden.

Können Sie uns ein oder zwei Praxisbeispiele nennen, wo diese Kombination aus ArcGIS und SAP HANA bereits eingesetzt wird und wie sich diese Anwendungsfälle gestalten?

Gildhoff: Energieunternehmen, die Stromnetzwerke betreiben, können das Utility Network Model benutzen, um die Belastung des Netzwerkes zu analysieren. So können sie zum Beispiel bei einem Stromausfall herausfinden, welche Kunden betroffen sind und was die besten Maßnahmen sind.

In der Forstwirtschaft werden ArcGIS und HANA eingesetzt, um Bäume beziehungsweise Baumbestände zu verwalten. Hierzu gehören Erkenntnisse, wo neue Bäume gepflanzt, welche Bäume gefällt und wie diese abtransportiert werden müssen. Hierbei spielen auch Techniken zur Routenoptimierung eine Rolle und welche Route der Laster fahren muss, um möglichst viele Bäume in kürzester Zeit zur Fabrik zu transportieren. Hier werden dann auch Offline Capabilities sowie Satellitendaten eingesetzt.

Wie lassen sich künftig neue Apps auf Basis von ArcGIS und SAP HANA entwickeln?

Gildhoff: Durch die Kombination unserer Softwarelösungen. Dazu gehört vor allem die Integration unserer beider Cloud-Lösungen sowie die Integration von klassischen On-Premises-Lösungen. Als Basis dient natürlich SAP HANA und ein ArcGIS Enterprise Server kombiniert mit zum Beispiel SAP S/4HANA.

Hinnerk Gildhoff, SAP HANA

„Die HANA-Geodatenbank entspricht einer dedizierten Schicht in der ESRI ArcGIS-Software, die wiederum für HANA optimiert wurde.“

Hinnerk Gildhoff, SAP HANA 

Vom 3. bis 5. März 2018 veranstalteten SAP und ESRI einen Hackathon für GIS-Entwickler in Palms Springs. Was war das Ziel des Hackathon?

Gildhoff: An den Hackathon gab es mehrere Erwartungen. Zum einen wollten wir unseren Kunden zeigen, wie stark die Partnerschaft zwischen ESRI und SAP ist, zum anderen möchten wir den Kunden helfen, beide Technologien bestens miteinander zu kombinieren.

Man kann die Veranstaltung also als Training sehen, aber es ging vor allem um Innovation. In der Kombination beider Technologien steckt viel Potential und wir befinden uns erst am Anfang. Vor allem durch die Kombination der unterschiedlichen Engines sowie Machine Learning, Geo- und Business-Daten erwarten wir noch viele Innovationen, also Anwendungen, die bisher einfach nicht denkbar waren. Zu guter Letzt sollte das Event natürlich auch Spaß machen und die Community stärken und stützen.

Welche Bedeutung hat der Markt für Geodatenanalysen für SAP?

Gildhoff: Geodatenanalyse ist eine horizontale Technologie, die sich durch alle Industrien zieht. Somit sind alle SAP-Business-Anwendungen betroffen. In fast jeder Applikation kann man die Daten auch in der räumlichen Dimension analysieren und das Gute ist, dass Geodaten dabei helfen, komplexe Problemstellungen leichter zu verstehen und die richtigen Business-Entscheidungen zu treffen.

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Artikel wurde zuletzt im März 2018 aktualisiert

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