Dieser Artikel ist Teil unseres Guides: SAP HANA: Die In-Memory-Lösung von SAP verstehen und nutzen

SAP S/4HANA: zwischen Skepsis und schneller Implementierung

Obwohl SAP S/4HANA noch recht neu ist, verschwenden einige Unternehmen keine Zeit, um das Produkt zu implementieren. Andere Firmen warten lieber ab.

Für alle, die es noch nicht wissen: SAP S/4HANA ist der Nachfolger des bisherigen Kernprodukts SAP Business Suite, der komplett auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA läuft.

Nach der Ankündigung vom Februar 2015 über eine lokal einsetzbare On-Premise-Variante von S/4HANA kündigte SAP kurze Zeit später auf der Jahreskonferenz Sapphire Now die Verfügbarkeit von S/4HANA als Cloud-Version an. Obwohl SAPs Manager auf der Konferenz die Einfachheit von S/4HANA lobten, hatten die Diskussionsteilnehmer unterschiedliche Meinungen zu dem neuen System. Einige zeigten, wie sie von Simple Finance profitieren, das über Echtzeitinformationen Innovationen in den Finanzabteilungen ermöglichen soll. Dabei haben bereits einige Firmen eine lokale Implementierung gestartet. Andere waren dagegen skeptischer und haben Bedenken, was den Installationsaufwand und die Migration betrifft.

Für die meisten Nutzer erfolgt der Umzug nach S/4HANA in drei Schritten: Erstens muss sichergestellt sein, dass das SAP Enhancement Package 7 (EHP7) installiert ist. Im zweiten Schritte muss auf SAP HANA migriert werden. Und drittens erfolgt schließlich nach der Bereinigung der Datenbank der Umzug nach S/4HANA.

Die Migration auf S/4HANA bringt laut Troy Bohanon, Supply Chain IT Director bei Newell Rubbermaid, einen Mehrwert. Das Unternehmen erwägt, S/4HANA zu verwenden, „um einen Geschäftsnutzen aus der Technologie zu ziehen und mithilfe der Daten, die wir bereits haben, schnellere Entscheidungen zu treffen“, sagt er.

Schnelligkeit von S/4HANA bietet Geschäftnutzen

Laut Bohanon liegt der Geschäftsnutzen für Newell Rubbermaid vor allem in der Geschwindigkeit von SAP S/4HANA. Das Unternehmen liefert dreimal täglich Verfügbarkeitsberichte für unterschiedliche Geschäftsfelder. Derzeit dauert die Fertigstellung eines Berichts ein bis zwei Stunden. Mit S/4HANA reduziert sich die Fertigstellung auf wenige Minuten und kann bei Nachfrage schneller ausgeführt werden. Das Unternehmen plant mit Simple Finance zu starten, nachdem EHP7 installiert und die Datenbankmigration abgeschlossen ist. Zudem wird das Unternehmen Simple Logistics implementieren, wenn es vollständig verfügbar ist.

Andere Teilnehmer nehmen eine abwartende Position ein. Sie warten vor allem auf Simple Logistics. „Wir werden wahrscheinlich abwarten, bis Logistics auf den Markt kommt, und uns dann S/4HANA intensiver anschauen“, sagt John Blomquist, Senior Director bei der McKesson Corporation.

Wie bei vielen anderen Unternehmen ist bei der McKesson Corporation die Migration aufgrund der benutzerdefinierten Objekte ein schwieriges Thema. Auch gibt es die Herausforderung, vorhandene Tabellen auf S/4HANA zu migrieren, sagt Blomquist. „Ich mag die Idee einer einfacheren Berichterstattung, aber ich habe noch von keinen soliden Erfahrungsberichten gehört“, fügt er hinzu. Das Unternehmen hat keine zeitnahen Pläne, auf die neue Plattform zu migrieren.

Für einige ist S/4HANA-Implementierung noch länger entfernt

Andere SAP-Kunden stimmen zu, dass eine Implementierung von S/4HANA nicht innerhalb eines Jahres erfolgen wird – mindestens, wie viele sagen. Wenigstens einen Monat würde es schon dauern, um von EHP6 auf EHP7 umzusteigen. Wenn ein Unternehmen allerdings um mehrere Versionen hinterherhinkt, müssten bis zu vier Monate eingeplant werden – und dabei hat man S/4HANA noch nicht einmal eingeführt, sagt Russ Kądziołka, Business Intelligence Manager bei United Technologies BIS. Sein Unternehmen hat EHP7 noch nicht implementiert, fügt er hinzu.

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Ein Umzug nach HANA würde mindestens ein Jahr dauern und massive Benutzertests sowie mehrere Änderungen an kundenspezifischer Programmierung erfordern, bemerkte Kądziołka. „Die Tatsache, dass Simple Finance nicht verwendet werden muss und die Kunden ERP on HANA nutzen können, spart Zeit.“ Das bedeutet, dass es ist möglich ist, diesen Punkt in etwa acht Monaten zu erreichen, wenn ein Unternehmen bereits EHP7 einsetzt, sagt der Manager.

United Technologies liebäugelt aufgrund der Komplexität der Benutzerschnittstelle im aktuellen SAP-ERP-System mit S/4HANA und Simple Finance. Als Raumfahrtspezialist verfügt das Unternehmen über viele Partner und Beamte, denen Teilbereiche von Informationen zugänglich sein müssen. Simple Finance würde es United Technologies laut Kądziołka ermöglichen, eine SAP-Fiori-Benutzeroberfläche zu verwenden und dem jeweiligen Partner nur die exakt benötigten Informationen zu präsentieren.

Einige Organisationen setzen auf schnelle Implementierung

S/4HANA ist noch neu. Trotzdem gehen einige Kunden mit Volldampf eine lokale Implementierung an. Der belgische Staat unterstützt beispielsweise Farys, ein Spin-off des Energieversorgungsunternehmen TMVW, das aufgrund regulatorischer Änderungen ein separates Finanzsystem benötigt, bei der Implementierung. Das System muss laut Inge Opreel, Leiterin der IT-Abteilung, so beschaffen sein, dass es Finanz- und anderen Abteilungen annehmen.

Opreel sagt, Farys beauftragte seinen Implementierungspartner Capgemini mit einer Machbarkeitsstudie, ob Simple Finance die Komplexität des neuen Unternehmens so vereinfachen kann, dass nicht-technische Anwender auf die Informationen zugreifen können, die sie benötigen. Das Unternehmen hat SAP Business Warehouse und Customer Relationship Management (CRM) sowie SAP Enterprise Central Component (ECC) auf HANA migriert. Die einzige Sorge, die Opreel bei Simple Finance umtreibt, ist Simple Finance 2.0. Denn als Energieversorger nutzt Farys SAP Finanzbuchhaltung und Controlling, die Integrationsprobleme implizieren können.

Implementierungspartner hilft bei Wechsel zu S/4HANA

Doch die Plattform ist für Farys wegen der Dashboards attraktiv, die für Anwender einen Drilldown zulassen. Auch die Fiori-Schnittstelle ist intuitiver und trägt dazu bei, Finanzangelegenheiten besser zu managen, sagt Opreel. „Die Machbarkeitsstudie hat uns die Vorteile eindeutig gezeigt.“

Ein Grund, warum Farys der Umstellung auf S/4HANA zuversichtlich entgegensieht, ist laut Opreel die langjährige Beziehung zu Capgemini. Farys konnte die Vor- und Nachteile der Umstellung auf S/4HANA mit Capgemini diskutieren und einen strengen Zeitplan aufstellen, um das Projekt auf Kurs zu halten.

Es bleibt abzuwarten, wie viele andere SAP-Implementierungen auf S/4HANA umsteigen werden, insbesondere angesichts der zu berücksichtigenden einzelnen Schritte. Wenn die Stimmung auf der zurückliegenden Sapphire Now ein Indikator ist, dann bleiben viele Anwender weiterhin vorsichtig.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2015 aktualisiert

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