SOA-Trends 2015: Von Microservices bis zur App-Entwicklung

Von den neuesten serviceorientierten Architekturen bis zur DevOps-Bewegung: Diese Trends prognostizieren Branchenexperten für das laufende Jahr.

Entwicklung mobiler Anwendungen, APIs, Big Data, die Cloud und das Internet der Dinge: Diese Entwicklungen haben 2014 zu einem ereignisreichen Jahr für serviceorientierte Architekturen (SOA) gemacht. Enterprise-Architekten mussten viele Herausforderungen meistern und verschiedene Technologien integrieren. Wie geht es 2015 weiter? Wir haben mehrere Branchenexperten zu den größten SOA-Trends im neuen Jahr befragt.

Anne Thomas, Vice President und Analystin bei Gartner:

Ich denke, dass etwa zehn Prozent der Unternehmen in diesem Jahr erste Versuche mit Microservices in einem begrenzten Rahmen starten. Dahinter verbirgt sich eine relativ neue Software-Architektur, in der Applikationen in kleine Dienste zerlegt werden, die sich getrennt voneinander verteilen lassen. 

Anne Thomas

Microservices kann ich allerdings grundsätzlich nicht jedem Unternehmen empfehlen. Ich denke aber, dass viele Unternehmen von einer stärkeren Serviceorientierung profitieren, selbst wenn sie das Microservice-Level nicht wirklich erreichen.

Interessant ist außerdem der zunehmende Verzicht auf Enterprise Service Bus (ESB) für die Integration verschiedener Dienste. Viele IT-Experten sind der Meinung, dass ESB keine große Hilfe beim Erstellen von APIs darstellt, da die Architektur zu viele Funktionen zur Integration von Diensten biete. Für den Aufbau von APIs sei dies eher störend.

Craig Muzilla, Senior Vice President, Applications Platform Business, Red Hat:

Craig Muzilla

Ich denke, der Anteil an Cloud-Services wird 2015 weiter steigen, speziell im Bereich Platform as a Service (PaaS). Damit wird sich die Art und Weise der Entwicklung von Anwendungen sehr verändern.

Auch die DevOps-Bewegung wird in den nächsten Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen. 

Ein weiterer wichtiger Bereich ist Mobile Enterprise. Unternehmen setzen verstärkt auf die Strategie Mobile First und damit die Entwicklung und den Betrieb von mobilen Applikationen.

Wade Sendall, Vice President of IT, Boston Globe Media Partners:

Als ich meine berufliche Karriere startete, bestimmte und kontrollierte Technologie quasi alles hinter verschlossenen Türen. 

Wade Sendall

Die Entwicklung ging von Mainframes und Minis über Client/Server bis hin zu Cloud-basierten Lösungen – wir verfügen mittlerweile über eine große Bandbreite an möglichen Technologien.

Viele Techniker der alten Schule haben es derzeit schwer, da sie gewohnt waren, die Technologien zu steuern und zu kontrollieren – doch wir können nicht alles kontrollieren. 

Jetzt ist die Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen gefragt. Die IT-Abteilungen sind nicht in der Position, den Fachabteilungen vorzuschreiben, welche Technologien sie einsetzen sollen, sondern müssen vielmehr die Anforderungen aus den Fachabteilungen umsetzen.

Mark McDonald, Co-CEO, Appster:

App Stores werden im Jahr 2015 hart umkämpft sein. Unternehmen müssen sich darauf konzentrieren, die App attraktiver zu machen und die Nutzer bei der Stange zu halten. 

Mark McDonald

Denn rund 95 Prozent der Anwender nutzen eine App nach 30 Tagen nicht mehr, 50 Prozent bereits innerhalb von 24 Stunden.

Start-ups müssen bei 1,5 Millionen konkurrierenden Apps mehr denn je darauf achten, dass sie überhaupt von den Kunden gefunden werden. Da Facebook App-Entwickler mit Werbung besser positioniert, wird dieses Modell noch wichtiger werden. 

Wir werden zudem sehen, dass Apps verstärkt für mehrere Geräte und unterschiedliche Bildschirmgrößen konzipiert sind, zum Beispiel iPhone, iPad und bald iWatch.

Dan Skatov, Leiter Entwicklung, Starcounter:

Um ihre ehrgeizigen Marktziele zu erreichen und viele Geschäftsprozesse in Echtzeit umzusetzen, kommen Unternehmen nicht an In-Memory-Technologie vorbei. In den letzten fünf Jahren hat sich hier die Einstellung grundlegend gewandelt: dominierte anfangs noch Skepsis, sind sich die meisten Unternehmen mittlerweile bewusst, dass sie In-Memory-Technologie einsetzen müssen. 

Dan Skatov

Die Denkweise muss sich aber noch weiter verändern, da Daten und Anwendungen nicht mehr als voneinander unabhängige Einheiten zu sehen sind.

Wir sprechen nicht mehr nur von In-Memory-Datenbanken, sondern erweitern den Begriff zu In-Memory Daten-Pattformen. Innerhalb des neuen Paradigmas bildet die Computing-Plattform die Basis für die Entwicklung von Anwendungen, die Daten verarbeiten. 

Im Jahr 2014 leistete SAP mit SAP HANA Pionierarbeit beim In-Memory Computing. Damit öffnete der Konzern neue Horizonte für Unternehmenssysteme und Business-Anwendungen. 

Im Jahr 2015 wird sich dieser Trend fortsetzen, In-Memory wird im Markt Wurzeln schlagen.

Dev Patel, CEO und Gründer, Bityota:

Dev Patel

Entwickler werden zum Lieferanten und Händler von Big Data, sei es in traditionellen Unternehmen oder im traditionellen Denken von Business Intelligence (BI) und Data Warehousing. Für diese Bereiche waren bisher Datenbank-Administratoren oder Business Analysten zuständig.

In Zukunft werden immer mehr Entwickler für Big Data verantwortlich sein, da sie während des ganzen Prozesses näher am Produkt sind als Analysten, sprich beim Weg von der Anwendung über die Analyse der großen Datenmengen bis hin zur Auswertung und den daraus gewonnenen Empfehlungen.

Nishant Patel, CTO, built.io:

Nishant Patel

Meiner Meinung nach werden Cloud-Integration und Orchestrierung der Services im Jahr 2015 erheblich an Bedeutung gewinnen. Schließlich finden sich immer mehr Anwendungen online in der Cloud.

Diese Apps treffen auf eine Vielzahl von Geräten mit APIs für die Vernetzung. 

Daher werden wir einige Anwendungsfälle und Lösungen rund um die Cloud-Integration sehen, in der mehrere Geräte verknüpft, deren Daten gesammelt, Workflows erstellt werden und ein Mehrwert aus diesen Services generiert wird.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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