Translytical Data Platforms: SAP HANA ist führender Anbieter

Laut Forrester ist SAP HANA die führende Translytical Platform. Die Kombination von Transaktions- und Analysedaten eröffnet Organisationen neue Möglichkeiten.

Transaktionsdaten und Analysen können mittlerweile nahezu in Echtzeit interagieren und eröffnen eine Fülle von Möglichkeiten. Das Mittel für diese digitale Business-Transformation wird im Forrester-Bericht The Forrester Wave: Translytical Data Platforms, Q4 2017 als Translytical Data Platform (translytische oder transanalytische Datenplattform) bezeichnet.

Der Bericht definiert Translytical Data Platforms als neue Technologien, die „einen schnelleren Zugriff auf Geschäftsdaten ermöglichen, um verschiedene Workloads und Anwendungsfälle zu unterstützen“, was wiederum neue Geschäftsinitiativen ermöglicht. Diese Initiativen werden durch die Verfügbarkeit von Echtzeitdaten aus Transaktionssystemen, zum Beispiel ERP-Anwendungen, und Analysesystemen auf derselben Plattform vorangetrieben.

Die Forrester-Untersuchung bewertet zwölf Anbieter – Aerospike, DataStax, GigaSpaces, IBM, MemSQL, Microsoft, NuoDB, Oracle, Redis Labs, SAP, Splice Machine und VoltDB –, die derzeit Translytical Data Platforms zur Verfügung stellen, wobei SAP und Oracle als Spitzenreiter in der Kategorie Leaders identifiziert wurden. Grundlage dafür sind Einschätzungen über die Stärken und Schwächen der aktuellen Angebote der Hersteller, ihre Gesamtstrategie und ihre Marktpräsenz.

SAP HANA, das Herzstück der transanalytischen Plattform von SAP, zerlegt laut dem Bericht „translytical Workloads“ und unterstützt eine Vielzahl von Anwendungsfällen, darunter Echtzeitanwendungen, Analytics, transanalytische Anwendungen, Insight-Systeme und erweiterte Analysen.

Verfügbare transanalytische Anwendungen sind zum Beispiel SAP S/4HANA und die SAP Business Suite. Der Bericht warnt jedoch davor, dass SAP für Unternehmen, die keine großen transanalytischen Anforderungen haben, ein „Overkill“ sein kann, und dass einige Unternehmenskunden es als teurer empfinden könnten als Angebote mit weniger Features.

Transanalytische Daten zugänglich und verwertbar machen

„SAP HANA als Translytical Data Platform eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten“, sagt Shaun Syvertsen, Managing Partner bei Covergent IS, einem Unternehmen mit Sitz in Calgary, welches Beratungsleistungen für SAP-Systeme wie SAP Fiori und S/4HANA erbringt. Convergent IS bietet nicht nur SAP-bezogenen Dienstleistungen an, sondern arbeitet ebenfalls mit S/4HANA.

„Wir haben unser Business vor ungefähr zwei Jahren auf S/4HANA verschoben. Was mir wirklich gefällt, ist, dass man eine Datenbank erhält, der man eine schwierige Frage stellt und die sehr schnell antwortet,“ erläutert der Berater. „Dies öffnet uns effektiv die Tür zu Fragen, die man vorher nicht stellen konnten, und bietet einen schnelleren Zugang zu Informationen.“

Das Wichtigste an S/4HANA ist nicht die Geschwindigkeit der zugrunde liegenden In-Memory Appliance SAP HANA, sondern die Art und Weise, wie die transanalytischen Daten zugänglich und umsetzbar gemacht werden. Der Schlüssel dazu ist laut Syvertsen die SAP Fiori User Experience (UX).

„Die Idee, dass HANA Ihnen die gestrigen Daten heute liefern kann, aber schneller, hat mich nicht so sehr begeistert. Aber wenn Sie Vorhersagen für morgen schneller bekommen, wenn Sie flexibler auf tiefergehende Fragen zugreifen können, dann sind das Dinge, die interessant sind“, sagt er. „Der wichtigste Teil, der es wirklich transanalytisch macht, ist, wenn man die [SAP Fiori UX] darüberlegt, denn somit ist es tatsächlich einfach zu bedienen. Sie haben vielleicht Zugang zu Informationen, aber wenn es schwierig ist, an sie heranzukommen, ist sie nicht sehr nützlich.“

Die Geschäftsphilosophie ändern

Syvertsen sagt jedoch, dass der Einsatz von Translytical Data Platforms für die meisten Unternehmen noch zu früh ist, und die Akzeptanz wächst nur, wenn die Nutzer die Vorteile tatsächlich sehen.

„Viele Anwender werden den Wert, den es bringt, nicht wirklich einschätzen können, bevor sie es nicht berühren, fühlen und sehen können“, ist er überzeugt. „Wir arbeiten mit einem großen Konsumgüterunternehmen zusammen, das gerade mit S/4HANA live gegangen ist, und sie hatten vorher mehrere Systeme, in denen sie über Nacht Berichte erstellt hatten, so dass sie die Daten von gestern sehen konnten. Nun können sie die Echtzeitdaten live betrachten. Wenn man sich mit der Datenmenge beschäftigt, mit denen sie es zu tun haben, ist das ein wesentlicher Unterschied, und sie können ein Problem sehen, wenn es passiert, anstatt es morgen zu erfahren.“

Das Versprechen von transanalytischen Datenplattformen ist, dass sie den Zugang zu Daten auf neue Art und Weise erlauben. Organisationen müssen allerdings ihr Denken ändern, um diese Vorteile zu nutzen. Wenn eine Führungskraft zum Beispiel Zugriff auf Live-Daten hat, was macht sie dann damit? „Der transanalytische Baustein liefert Ihnen Einsichten, und es gibt Ihnen die Möglichkeit zum Handeln, aber die Organisation muss es trotzdem machen“, sagt er.

Organisationen, die sich für die Informationen interessieren, weil sie bereits wissen, was sie damit vorhaben, werden weitaus wahrscheinlicher Translytical Data Platforms verwenden.
Shaun SyvertsenConvergent IS

„Organisationen, die sich für die Informationen interessieren, weil sie bereits wissen, was sie damit vorhaben, werden weitaus wahrscheinlicher Translytical Data Platforms verwenden“, fährt der Berater fort. „Bei Organisationen, die sich fragen, warum sie die Daten benötigen, wird es wiederum länger dauern.“

Dieser Wandel in der Geschäftsphilosophie, transanalytische Daten zu akzeptieren und das Insight-to-Action-Versprechen zu erfüllen, kann nur geschehen, wenn die Daten leicht einsehbar und die Anwendungen einfach zu bedienen sind.

„Wenn eine Organisation sich verändern möchte, aber keinen Weg findet, die Werkzeuge zu nutzen, um bessere Einblicke zu geben, ist es einfacher, auf alte Werkzeuge und Methoden zurückzugreifen“, erklärt Syvertsen. „Einsichten aus der Fähigkeit heraus, auf dem gleichen System zu handeln und zu analysieren, sind gut, wenn es funktioniert. Doch wenn es nicht einfach zu bedienen ist, dann bleibt man auf der Stelle stehen.“

Eckpfeiler der SAP-Strategie für S/4HANA

„Die Integration von Transaktionsdaten und Analysen ist der Eckpfeiler der SAP-Strategie mit S/4HANA“, sagt Ken Tsai, SAP Global Vice President und Head of Cloud Platform and Data Management Product Marketing.

„Die ganze Entstehungsgeschichte, warum wir unsere ERP-Anwendungen überarbeiten, warum wir auf HANA umschreiben wollen, besteht darin, diese ganzen transanalytischen Datenattribute anzusprechen – die Fähigkeit, Echtzeitanalysen, Echtzeitplanung, Echtzeitvorhersagen innerhalb bestimmter Transaktionsfenster zu machen, erklärt er.

Sie werden sehen, dass das in S/4HANA realisiert wurde – wie wir die Preisberechnung machen, wie wir die Materialeinsatzplanung ausführen, wie wir Prognosen darüber abgeben, welche Transaktion hereinkommt“, bewirbt er die SAP-Plattform. „Das ist von grundlegender Bedeutung, und wir glauben, dass die zukünftige Anwendung und jede Geschäftsanwendung, die nicht nur innerhalb des ERP-Systems eingesetzt wird, kritisch hierfür werden wird.“

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2018 aktualisiert

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