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Warum Senseforce für seine IIoT-Lösung auf CrateDB setzt

Das Software-Start-up Senseforce setzt unter anderem auf die Datenbanklösung CrateDB. Warum, erklärt Senseforce CEO Johann Mühlgrabner im Interview.

Senseforce bietet Softwareprodukte für den Maschinenbau an und konzentriert sich speziell auf Lösung für das industrielle Internet der Dinge (IIoT). Die IIoT-Angebote des in Dornbirn (Österreich) gegründeten Start-ups richten sich an mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer. Für die Datenverarbeitung und das Daten-Management setzt Senseforce auf die Datenbanklösung CrateDB von Crate.io.

Im Interview erläutert Johann Mühlgrabner, Geschäftsführer und CTO von Senseforce, warum das Unternehmen gerade jetzt seine Chance am Markt sieht, warum man sich für die Zusammenarbeit mit Crate.io entschieden hat und was den Standort Dornbirn auszeichnet. Christian Lutz, Gründer und CEO von Crate.io, erläutert außerdem, welche Ziele der Datenbankanbieter für 2018 verfolgt.

Senseforce ist ein Start-up, dass sich auf die Entwicklung von IIoT-Lösungen spezialisiert hat. Können Sie uns die drei Lösungen Senseforce Luna, Galaxy und Rocket erläutern?

Johann Mühlgrabner: Senseforce ist eine End-to-End Lösung und deckt die Bereiche Datenerfassung, langfristige Speicherung der erfassten Daten, sowie Auswertung und Analyse des Datenbestandes in annähernd Echtzeit ab. Luna ist eine Softwarekomponente, welche direkt an der Anlage installiert wird und beinhaltet Schnittstellen für Steuerungssysteme, Leitrechner, MES- und ERP-Systeme.

Die erfassten Datenströme werden normalisiert und in spezifische Änderungsereignisse umgesetzt. Diese Ereignisse werden lokal gesammelt, komprimiert und an die Cloud [Galaxy, Anm. d. Red.] gesendet. Galaxy ist eine hochskalierbare Messaging-Infrastruktur inklusive Ereignisdatenbank und stellt somit Backend und Middleware von Senseforce dar. Als SaaS-Lösung wird Galaxy im Senseforce-eigenen Rechenzentrum betrieben. Bei Rocket handelt es sich um ein Webportal, in welchem sämtliche Funktionalitäten wie Stammdatenverwaltung, Plattformkonfiguration, Analytics, Berichte und benutzerspezifische Dashboards zusammengefasst sind. 

An wen richten sich Ihre IIoT-Lösungen?

Mühlgrabner: Das Angebot von Senseforce richtet sich an mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer. Diese sollen in die Lage versetzt werden, neue Servicemodelle auf Basis relevanter und aktueller Daten ihrer bereits ausgelieferten Maschinen und Anlagen anbieten zu können.

Warum ist Senseforce gerade jetzt mit seinen Anwendungen an den Markt gegangen?

Mühlgrabner: Senseforce entstand als eine gemeinsame Initiative mit unsere Partnerfirmen Hans Künz Gmbh und IMA Schelling Group, welche bereits seit längerer Zeit nach einer passenden Lösung suchten. Nach einer intensiven Recherche und einigen prototypischen Projekten hat sich herausgestellt, dass es kein Angebot gibt, welches eine durchgängige End-to-End Funktionalität mit einem konfigurierbaren Standardprodukt abdeckt.

Johann Muehlgrabner, Senseforce

„Mittelständler sollen in die Lage versetzt werden, neue Servicemodelle auf Basis relevanter und aktueller Daten ihrer bereits ausgelieferten Maschinen und Anlagen anbieten zu können.“

Johann Mühlgrabner, Senseforce

Senseforce arbeitet mit Crate.io zusammen und verwendet die SQL-Datenbank CrateDB. Warum hat man sich für die Datenbankarchitektur von Crate.io entschieden?

Mühlgrabner: Die hervorragende Skalierbarkeit und Performance, sowie die damit verbundene Möglichkeit, komplexe Abfragen und Aggregationen auf Basis der Rohdaten ohne vorherige Verdichtung durchzuführen, war der primäre Faktor für die Entscheidung CrateDB einzusetzen.

Viele IoT-Anwendungen setzen auf verteilte NoSQL-Datenbanken. Wie sinnvoll ist das Daten- Management mit einer SQL-Datenbank – auch wenn diese auf einem NoSQL-Satz basiert?

Mühlgrabner: CrateDB ist ein hochskalierbarer, verteilter Column-Store mit SQL Interface, was unserem Team sowohl Integration als auch Anwendung erleichtert. Unterhalb der SQL Engine benutzt CrateDB NoSQL-Technologie auf Basis von Lucene für Indizierung und Clustering. Damit hat man effektiv die Vorteile von NoSQL- und SQL-Datenbanken. 

Senseforce setzt CrateDB zur Speicherung von mit Metadaten angereicherten Ereignisdaten in Form von JSON-Dokumenten ein. Die CrateDB SQL Engine unterstützt auch komplexe Abfragen, selbst über verschachtelte Datenstrukturen hinweg und zeigt dabei eine hervorragende Performance. Dies erachten wir als wesentlichen Vorteil von CrateDB gegenüber herkömmlichen NoSQL-Alternativen.

Sowohl Crate.io als auch Senseforce haben ihre Wurzeln in Dornbirn (Österreich). Lässt sich Dornbirn als das Silicon Valley Österreichs bezeichnen?

Mühlgrabner: Gerade der Standort beider Firmen im „Campus V“, nahe der regionalen Fachhochschule, bietet eine ideale Umgebung mit vielen Start-ups, aber auch etablierten Unternehmen aus dem Technologiebereich. Die Fachhochschule ist nicht nur ein Ort des Wissenstransfers, sondern wir profitieren auch von der hohen Anzahl von Talenten. Die Mehrzahl unserer Mitarbeiter sind Absolventen der Studiengänge Informatik oder Mechatronik mit Masterabschluss.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Crate.io und Senseforce?

Mühlgrabner: Durch die räumliche Nähe ist die Zusammenarbeit sehr unkompliziert. Viele technische Fragen werden auf kurzem Weg gelöst.

Welche Ziele hat sich Senseforce für 2018 gesteckt?

Johann Mühlgrabner: Wir möchten natürlich weiter wachsen und uns erfolgreich über unsere Region hinaus etablieren. Für Ende 2018 haben wir uns mit 1.000 angeschlossenen Anlagen ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt.

Christian Lutz, Crate.io

„2018 steht vor allem im Zeichen eines starken Wachstums mit Kunden und Umsätzen mit speziellem Focus im Bereich Industrial IoT.“

Christian Lutz, Crate.io

Crate.io hat im Januar 2017 eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Im Mai 2017 kam CrateDB 2.0 auf den Markt. Welche Ziele verfolgtCrate.io für 2018?

Christian Lutz: 2018 steht vor allem im Zeichen eines starken Wachstums mit Kunden und Umsätzen mit speziellem Focus im Bereich Industrial IoT. Wir planen unseren Umsatz in 2018 zu verdreifachen und auch unser Team entsprechend auszubauen. Nach erfolgreichem Abschluss des Microsoft Scale-Up Accelerators ist CrateDB auch als Service auf Azure gelaunched und bietet damit eine schnelle Möglichkeit die Datenbank einzusetzen. Außerdem planen wir den Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde, um unsere Produktentwicklung zu verstärken, aber auch unser Sales- und Marketingteam in den USA und Europa auszubauen.

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Artikel wurde zuletzt im April 2018 aktualisiert

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