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Die Konkurrenz bei Low-Code-Plattformen wächst

Bei der Wahl zwischen nativen und Third Party Low-Code-Tools sollten Entwicklungsteams die Vorteile der Konsolidierung gegen das Risiko eines Lock-ins abwägen.

Die Akzeptanz von No-Code- und Low-Code-Plattformen nimmt weiter zu. Vielen Unternehmen fällt dabei die Entscheidung schwer, ob sie bei einem Drittanbieter bleiben oder ein natives Angebot ihres Cloud-Providers annehmen sollen.

Ein No-Code- oder Low-Code-Programmierwerkzeug ermöglicht es Mitarbeitern, Software mit minimalem Programmieraufwand zu schreiben. Die meisten Funktionen können Unternehmen mit vorgefertigten Features und APIs implementieren. Viele dieser Plattformen bieten auch grafische Oberflächen, mit denen Benutzer Applikationen per Mausklick erstellen können. Da diese Tools die Anwendungsentwicklung für nicht-technische Mitarbeiter öffnen, werden die Werkzeuge in den Unternehmen immer beliebter.

Derzeit gibt es etwa ein Dutzend große No-Code- oder Low-Code-Plattformen auf dem Markt. Die Mehrheit stammt von Drittanbietern wie Appian, Zoho und OutSystems, die nicht im allgemeinen Public Cloud Hosting-Geschäft tätig sind. Mit diesen Plattformen kann ein Team Low-Code-Software erstellen und das fertige Programm dann auf einem beliebigen öffentlichen Cloud-Host bereitstellen.

Solche Low-Code-Plattformen werden aber nicht nur von kleinen Playern angeboten. Auch Top-Cloud-Anbieter wie Microsoft, IBM und Google mischen in dem Markt mit. Die großen Namen können für manche eine attraktivere Option sein. Aber die Risiken dürfen dabei nicht übersehen werden.

Cloud-native Werkzeuge

Die Konsolidierung der Cloud-Infrastruktur und der Cloud-Services kann das Management und die Überwachung erleichtern. In einigen Fällen kann der Einsatz eines Low-Code-Tools, das Teil einer größeren Cloud-Plattform ist, diese Strategie vorantreiben und die Komplexität und Kosten senken.

Zu den No-Code- oder Low-Code-Plattformen der großen Public-Cloud-Anbieter zählen unter anderen:

Zusätzlich plant AWS für seine Cloud den Aufbau einer Low-Code-Plattform.

Lock-in-Risiken

Allerdings stellen diese nativen Tools ein gewisses Risiko dar – insbesondere in Bezug auf die Herstellerbindung. Die Höhe des Risikos variiert je nach Anbieter. Microsoft PowerApps und Mendix sind relativ offene Low-Code-Plattformen.

PowerApps bietet zum Beispiel Konnektoren, die es Anwendungen ermöglichen, sich mit der Infrastruktur von Drittanbietern zu verbinden. Anwender können damit auch benutzerdefinierte Konnektoren für Ressourcen erstellen, die nicht offiziell unterstützt werden. Mendix seinerseits behält trotz der Integration in die IBM Cloud seine eigenständigen, reinen Wurzeln und ist relativ unabhängig.

Anders sieht es bei Google aus. Im Gegensatz zu Microsoft und Mendix ist Google App Maker eng mit der Google Cloud Platform verbunden. Damit stellt dieses Tool ein großes Lock-in-Risiko dar: Es wurde speziell für die Erstellung von Anwendungen entwickelt, die in der Cloud von Google mit Google-Ressourcen ausgeführt werden.

Wer App Maker nutzen will, sollte sich deshalb der Risiken bewusst sein: Da Multi-Cloud-Architekturen derzeit immer beliebter werden, kann eine Low-Code-Plattform, die an einen bestimmten Cloud-Anbieter gebunden ist, gefährlich und wenig attraktiv sein. Selbst wenn die Low-Code-Tools eines Cloud-Anbieters kein hohes Lock-in-Risiko haben, sind sie innerhalb einer Multi-Cloud-Architektur mit ziemlicher Sicherheit weniger flexibel als ein Drittanbieter-Tool.

Anwenderkenntnisse

Generell erfordern die Low-Code-Tools der Cloud-Anbieter auch einen höheren Grad an technischer Raffinesse bei der Entwicklung. Auch wenn die User bei der Nutzung der Werkzeuge grundsätzlich keine erfahrenen Programmierer sein müssen – um die Low-Code-Plattformen effektiv einsetzen zu können, müssen sie doch die Nuancen der APIs und Datenbanken ihres Cloud-Providers verstehen.

Im Gegensatz dazu sind auf den Low-Code-Plattformen von Drittanbietern Datenbanken und andere zusätzliche Ressourcen speziell für den Einsatz mit Low-Code-Anwendungen konzipiert. Dies erleichtert die Nutzung und unterscheidet sie von Public-Cloud-Ressourcen. Sie sind für eine Vielzahl von Anwendungen gedacht und werden in der Regel von professionellen IT-Mitarbeitern verwaltet.

Wenn man viele und eher allgemeine Low-Code-Programme entwickeln muss, können die nativen Tools der Cloud-Anbieter besser geeignet sein, da sie eher die allgemeine Entwicklung unterstützen. Aber wenn die Low-Code-Entwicklungsbedürfnisse eher spezifisch sind, ist man besser bei einer Plattform aufgehoben, die diesem speziellen Fokus gerecht wird. Wenn beispielsweise CRM-Anwendungen erstellt werden sollen, sind wahrscheinlich die Low-Code-Programmierungs-Tools von Salesforce besser geeignet als die eines Public-Cloud-Anbieters.

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Nächste Schritte

Sicherheitsrisiken in Low-Code-Plattformen reduzieren.

Kostenloser E-Guide: Was Low-Code-Plattformen leisten.

Low-Code- und Codeless-Plattformen lösen einige Dilemmata.

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2018 aktualisiert

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