Microsoft Exchange: Probleme mit der Frei/Gebucht-Funktion beheben

Microsoft Exchange Frei/Gebucht-Informationen werden nicht immer so angezeigt, wie sie sollten. Hier sind vier Bereiche, die Sie überprüfen sollten.

Eine wichtige Funktion von Microsoft Outlook in einer Exchange-Umgebung ist die Vereinbarung von Terminen. Besonders von Vorteil ist dabei die Funktion, dass ein Anwender ohne besondere Berechtigung sehen kann, ob eine andere Person zu einem fraglichen Zeitraum frei ist.

In Microsoft Exchange 2013 wird der Verfügbarkeitsdienst verwendet, um Microsoft-Outlook- und Outlook-Web-App (OWA) -Clients Frei/Gebucht-Informationen zur Verfügung zu stellen. Diese Frei/Gebucht-Informationen können von Outlook-Clients über die Exchange Web Services (EWS) abgerufen werden. Leider treten gelegentlich Verbindungsprobleme auf und die Exchange Frei/Gebucht-Informationen werden nicht immer so angezeigt, wie es sein sollte.

Hier sind vier Bereiche, die Sie überprüfen sollten, wenn das Feature Frei/Gebucht nicht mehr funktioniert – und zwei Werkzeuge, die Sie verwenden können:

1. Überprüfen Sie den Exchange Autodiscover Service

Microsoft Outlook nutzt keine öffentlichen Ordner um Exchange Frei/Gebucht-Informationen abzurufen. Stattdessen werden die Exchange Web Services (EWS) verwendet. Die EWS URL wird Ihrem Outlook-Clients über den Autoermittlungsdienst (Autodiscover Service) übergeben. Dies gilt auch für die anderen Exchange-Server in Partnerorganisationen, die Informationen im Verbund teilen sollen.

Wenn die Exchange Frei/Gebucht-Informationen nicht funktionieren, ist der Autoermittlungsdienst das erste, was Sie überprüfen sollten. Wenn Sie mit externen Nutzern oder Partnern zusammenarbeiten, brauchen Sie einen Eintrag in Ihrem öffentlichen Domain Name Server (DNS), um die Autoermittlung zu überprüfen. Dies ist in der Regel ein Host-Eintrag wie "autodiscover. <Ihre Domain>.com."

Der Autoermittlungsdienst wird von Outlook-Clients gefunden, wenn sie im Active Directory das Objekt Service Connection Point (SCP) abfragen. Der SCP wird eingerichtet, wenn der Clientzugriffsserver installiert wird. Sie sollten auf jeden Fall überprüfen, ob es korrekt funktioniert.

2. Überprüfen Sie die URL-Einstellungen des Clientzugriffsserver

Jede Clientzugriffsserver-URL hat zwei Eigenschaften: interne und externe. Egal, welche Sie verwenden, stellen Sie sicher, dass auf die für EWS definierte URL zugegriffen werden kann. Die EWS-URL-Einstellungen sind nur über die Exchange Management Shell administrierbar.

Überprüfen Sie die Einstellungen mit der folgenden Codezeile:

Get-WebServicesVirtualDirectory | fl name,*url*

Stellen Sie sicher, dass alle eingestellten FQDNs über DNS auflösbar sind. Sie können auch die internen und externen URL-Werte ändern, wenn sie falsch sind. Nutzen Sie dafür das WebServicesVirtualDirectory Cmdlet.

3. Überprüfen Sie Ihre Zertifikate

Die selbstsignierten Zertifikate, die zusammen mit Microsoft Exchange installiert werden, reichen für den produktiven Einsatz nicht aus. Bei der Fehlersuche von Exchange Frei/Gebucht-Problemen sollten Sie deshalb sicher stellen, dass die Zertifikate, denen Ihre Kunden und externen Partnern vertrauen, auf Ihren Clientzugriffsservern installiert sind. Vergewissern Sie sich auch, dass diese dem IIS zugewiesen sind.

Darüber hinaus sollten Sie dafür sorgen, dass die Zertifikate nicht nur von vertrauenswürdigen Quelle ausgegeben werden, sondern dass Sie auch dem Zertifkat den richtigen Namespace und alternative Namen hinzugefügt haben. Dies garantiert, dass Kunden und Partner, die über SSL sichere Verbindungen zum Verfügbarkeitsdienst aufbauen, keine Probleme bekommen und alle notwendigen Frei/Gebucht-Informationen sehen können.

4. Überprüfen Sie Firewalls und Reverse-Proxy

Da EWS ein Webdienst ist, müssen Clients darauf über eine Firewall zugreifen können. Verbindungen zu EWS werden über SSL gesichert. Vergewissern Sie sich daher, dass der TCP Port 443 auf Ihrem Clientzugriffsserver über die Firewall erlaubt ist.

Wenn Sie darüber hinaus Ihren Clientzugriffsserver im Internet über eine Reverse-Proxy-Lösung öffentlich machen, brauchen Sie eine Veröffentlichungsregel, die den Zugriff auf den /EWS/*Pfad auf Ihren Clientzugriffsserver erlaubt.

5. Testen Sie die E-Mail Autokonfiguration

Egal, ob Sie Exchange-Probleme mit der Frei/Gebucht-Funktion intern oder extern lösen wollen: Microsoft Outlook bietet ein integriertes Tool, das helfen kann. Um es zu nutzen, öffnen Sie Outlook, halten Sie dann die Strg-Taste gedrückt und machen Sie einen Rechtsklick auf das Outlook-Symbol in der Taskleiste (Tray-Icon unten rechts).

Klicken Sie anschließend auf E-Mail-Autokonfiguration testen. Geben Sie eine E-Mail-Adresse an – und das Passwort, wenn der Tests von außen kommt – und klicken Sie auf Test. Wenn der Autoermittlungsdienst kontaktiert wird, werden Sie von diesem eine Antwort bekommen, die die EWS URL enthält.

6. Führen Sie die Exchange-Remoteverbindungsuntersuchung aus

Haben Sie Probleme bei Exchange Frei/Gebucht-Informationen mit externen Partnern oder Kunden, können Sie auch an den Exchange Remote Connectivity Analyzer (ExRCA), zu Deutsch: Exchange-Remoteverbindungsuntersuchung, verwenden. 

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ExRCA enthält eine Reihe von Tests. Da Sie Frei-/ Gebucht-Probleme beheben wollen, müssen Sie den Verbindungstest für Synchronisierung, Benachrichtigung, Verfügbarkeit und automatische Antworten nutzen.

Geben Sie zunächst den Namen und das Kennwort für ein Postfach in Ihrer Exchange-Umgebung ein. Machen Sie sich keine Sorgen wegen der Sicherheit, das Passwort wird nicht zwischengespeichert und nur zu Testzwecken verwendet. Sie können übrigens ExRCA auch verwenden, um den Verfügbarkeitsdienst über die Autoermittlung zu finden.

Sind Sie in das Postfach eingeloggt, versucht das Tool, einige Elemente zu erstellen und zu löschen mit dem Zweck, die Synchronisationsfunktionen zu testen. Daher sollten Sie den Test in einem leeren Postfach für Testzwecke ausführen. Es wird dann eine Anzahl von Kalendereinträgen erstellt und der Frei/Gebucht-Zugriff wird validiert. Wenn der Test auf Probleme stößt, bekommen Sie eine genaue Beschreibung, was das Problem verursacht hat.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2015 aktualisiert

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