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Sicherheitsrisiken in Low-Code-Plattformen reduzieren

Sicherheitsrisiken in Low-Code-/No-Code-Plattformen lassen sich zwar nicht vollständig meiden, aber reduzieren. Best Practice für eine bessere Security.

Low-Code-/No-Code-Plattformen sind eine immer beliebtere Option für die kontinuierliche Bereitstellung von Unternehmenssoftware, stellen gleichzeitig aber auch neue Herausforderungen an die Sicherheit.

Low-Code/No-Code-Plattformen sind Programme, mit denen Entwickler hauptsächlich über vorgefertigte Module und eine GUI Software erstellen, anstatt sie von Hand zu programmieren. Unter der Oberfläche enthalten diese Anwendungen noch viel Code. Aus der Sicht der Programmierer, die sie entwickeln, ist der Aufwand für die Programmierung und Konfiguration jedoch minimal.

Die größten Sicherheitsherausforderungen

Auch wenn Low-Code-/No-Code-Plattformen die Entwicklung vereinfachen und die Softwarebereitstellung beschleunigen, schaffen sie doch einige Herausforderungen an die Sicherheit:

Ausgelagerte Code-Entwicklung: Wenn man Low-Code-/No-Code-Plattformen verwendet, wird ein Großteil des Codes, auf dem das entwickelte Programm aufbaut, ausgelagert. Dieser wird von jemandem außerhalb des Unternehmens geschrieben, der ihn dann über vorkonfigurierte Module an die Firma liefert. Dies kann es schwierig machen, die Sicherheitsrichtlinien eines Unternehmens durchzusetzen oder Best Practices einzuhalten.

Updates von Drittanbietern: Wenn man Code auslagert, lagert man auch Update-Workflows aus. Bei einer No-Code-/Low-Code-Plattform muss man sich darauf verlassen können, dass der Anbieter die Sicherheitsschwachstellen innerhalb der von ihm bereitgestellten Module im Auge behält und Updates herausgibt, um etwaigen Risiken zu begegnen. Diese Abhängigkeit kann die internen Richtlinien und Workflows eines Unternehmens für die Anwendung von Updates komplexer machen. Möglicherweise muss dieses den Aktualisierungsplan anpassen, um ihn an den des Plattformanbieters anzupassen. Darüber hinaus lassen sich bekannte Sicherheitsschwachstellen in Low-Code-Programmen möglicherweise erst beheben, wenn der Anbieter eine Lösung anbietet.

Fehlende Sicherheitskontrollen: Low-Code-/No-Code-Plattformen ermöglichen eine schnelle Softwareentwicklung und -bereitstellung. Diese schnelle Bereitstellung allein stellt nicht unbedingt ein Sicherheitsrisiko dar; sie kann sogar die Sicherheit verbessern, indem sie schnellere Updates – und damit schnellere Fehlerbehebungen – für Anwendungen ermöglicht. Wenn man jedoch Anwendungen mit hoher Geschwindigkeit bereitstellt, werden sie möglicherweise nicht ordnungsgemäß sicherheitsüberprüft.

Fehlende Datenvalidierung: Eine der häufigsten Anwendungen für Low-Code-/No-Code-Plattformen ist die Erstellung von Anwendungen, die mit Geschäftsdaten interagieren. Wenn man diese Daten jedoch nicht ordnungsgemäß validiert oder unsicher speichert, könnten sie gefährdet sein. Viele Low-Code-Programmierplattformen machen es einfacher, Daten aufzunehmen und zu manipulieren, als sie zu sichern.

Unerfahrene Entwickler: Ein zentrales Verkaufsargument für Low-Code-/No-Code-Plattformen ist ihre Fähigkeit, Menschen in die Lage zu versetzen, Software ohne umfangreiche Programmiererfahrung zu entwickeln. Die Ermächtigung von Programmierlaien stellt jedoch ein Risiko dar, da sie sich möglicherweise nicht der Sicherheitsschwachstellen bewusst sind, die erfahrenere Programmierer direkt erkennen.

Risiken reduzieren

Da die oben genannten Sicherheitsherausforderungen Low-Code-/No-Code-Plattformen innewohnen, ist es unmöglich, sie vollständig zu vermeiden. Mit diesen Best Practices lassen sich diese Risiken jedoch managen und minimieren:

Sicherheit priorisieren: Man sollte nicht zulassen, dass der Bedarf an schnellerer Softwarebereitstellung den Sicherheitsüberprüfungen im Wege steht, die man für andere Anwendungsarten machen würde. Die Sicherheit sollte an erster Stelle stehen.

Qualifizierte Entwickler einstellen: Low-Code-/No-Code-Plattformen sind kein Ersatz für erfahrene Entwickler. Man möchte zwar vermeiden, teure professionelle Entwickler zu bezahlen, aber dennoch sollten diese Teil des Teams sein, um den gesamten Entwicklungsprozess zu überwachen.

Vertrauenswürdige Anbieter verwenden: Man sollte bei der Auswahl einer Plattform die Sicherheitsmerkmale bewerten, die dieser bietet, sowie dessen Zuverlässigkeit. Wenn der Anbieter in der Vergangenheit Sicherheitsprobleme hatte oder wahrscheinlich von einem anderen Unternehmen übernommen wird, könnte das neue Schwierigkeiten hervorrufen.

Anpassen und erweitern: Die besten Low-Code-/No-Code-Plattformen erleichtern Anpassungen und Erweiterungen von entwickelten Anwendungen. Man sollte diese Erweiterbarkeit nutzen, um eigene Sicherheitsfunktionen hinzuzufügen. Die Anpassung kann ein Programm einzigartig und damit weniger anfällig für bekannte Sicherheitsschwachstellen machen, die in handelsüblichen Low-Code-Anwendungen vorhanden sind.

Keine Low-Code-Plattformen für sicherheitskritische Anwendungen einsetzen: Während Low-Code-/No-Code-Programmierung bequem und kostengünstig ist, sind Anwendungen mit kritischen Sicherheits- oder Compliance-Anforderungen keine guten Kandidaten für Low-Code-Plattformen.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2018 aktualisiert

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